Powerwall

06. Dezember 2019 12:43; Akt: 06.12.2019 12:43 Print

Das steckt hinter Teslas Akku fürs Eigenheim

von P. Hagen - Seit dieser Woche können Schweizer Kunden den neuen Tesla-Akku fürs Haus kaufen. Was bringt die 9500 Franken teure Batterie? Rentiert sie?

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So sieht die neue Powerwall 2 von Tesla aus, die den tagsüber überschüssigen Solarstrom speichern soll. Sie wird inner- oder ausserhalb des Hauses montiert. Kostenpunkt: 7900 Franken. Die zugehörige Hardware kostet 1600 Franken. Die Installation ist nicht inbegriffen. Tesla-Chef Elon Musk macht damit den nächsten Schritt in Richtung Nachhaltigkeit. «Wer 100 Prozent auf Solarstrom setzen und sein Tesla-Elektroauto aufladen will, für den macht der Kauf sicher Sinn», meint Christian Schaffner von der ETH Zürich. Damit könne man die Abhängigkeit vom Stromnetz reduzieren, erklärte Robert Bruchner, Leiter der Tesla-Energiesparte für die deutschsprachigen Länder, am Dienstag vor den Medien in Zürich. Noch ist die Powerwall mit den Massen 1,1 m x 0,755 m x 0,155 m und einem Gewicht von über 120 kg ein Klotz. Zukünftiger technologischer Fortschritt könnte dies ändern. Auch wenn die Anschaffung noch keinen (grossen) finanziellen Vorteil bringt: Tesla macht aus ideologischer Sicht einen wichtigen Schritt. Der Tesla-Chef kann sich freuen: Die Powerwall ist nun auch in der Schweiz erhältlich. Der Stromverbrauch des Haushalts kann mittels zugehöriger App gesteuert werden. So stellt sich Tesla das nachhaltige Eigenheim vor. Eine Krux ist der einphasige Anschluss der Powerwall. Nach Schweizer Standard wird dreiphasig gebaut. «Das ist möglich, sinnvoller wäre es aber, bei Leistungen in dieser Grössenordnung dreiphasig zu bauen», meint Schaffner. Bisher war Tesla in der Schweiz vor allem für seine Elektroautos bekannt. Diese sollen fortan mit gespeicherter Solarenergie aufgeladen werden. Zuletzt sorgte das US-Unternehmen mit dem neu vorgestellten Cybertruck für Aufsehen. Ob sich der Akku durchsetzt, ist nicht zuletzt eine Frage der (Kosten-)Regulierung durch den Bund.

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Tesla bringt seinen neuen Akku fürs Haus auf den Markt. Wer Solarzellen auf dem Dach hat, kann damit überschüssige Energie bald abspeichern. Diese Woche hat die US-Firma den Powerwall-Verkaufsstart in der Schweiz bekannt geben.

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9500 Franken soll der neue Powerwall-2-Akku von Tesla, der inner- oder ausserhalb des Hauses installiert wird, in der Anschaffung kosten: 7900 Franken für die Powerwall selbst, 1600 Franken für die zugehörende Hardware. Installationskosten sind exklusive. Nutzen kann den Akku, wer bereits auf Solarstrom setzt und die tagsüber überschüssige Sonnenenergie von den Solarpanels auf dem Dach sammeln und speichern möchte.

Rentiert sich der Kauf der Tesla-Batterie, die laut «Handelszeitung» derzeit bei 18 Schweizer Energieunternehmen erhältlich ist, darunter CKW und EKZ?. «Der finanzielle Anreiz besteht natürlich darin, den Energie-Eigenverbrauchsgrad zu erhöhen und damit Netzkosten zu sparen», erklärt Christian Schaffner vom Energy Science Center (ESC) der ETH Zürich. Im Idealfall soll also der komplette Strombedarf des Haushalts mit gespeicherter Solarenergie abgedeckt werden. Dazu wären aber wohl mehrere Powerwalls notwendig. Bis zu zehn können kombiniert werden.

Wirtschaftlich rentabel?

Ein grosser wirtschaftlicher Vorteil ist durch die Verwendung der Powerwall allerdings nicht zu erwarten. Schaffner rechnet vor: «Wenn ein Mehrfamilienhaus eine Stromrechnung von 400 Franken im Jahr erhält und davon vielleicht die Hälfte einsparen kann, dann wird schnell klar, dass es einige Jahre dauert, bis sich die Anschaffung rechnet», erklärt Schaffner.

Dass also in nächster Zukunft in jedem Haushalt solch ein Tesla-Akku steht, ist aufgrund der fehlenden Rentabilität eher unwahrscheinlich. Doch ist es nicht zuletzt eine Regulierungsfrage des Bundes. In Deutschland etwa werden Haushalte, die auf solche Energiespeicher setzen, finanziell unterstützt.

Ideologischer Ansatz

Eine weitere Möglichkeit, solche Energiespeicher wie die Powerwall rentabler zu machen: «Aus Ingenieurssicht würde es sich mehr lohnen, Quartierspeicher zu errichten, als auf Einfamilienhäuser zu setzen», erklärt Schaffner. Damit würden die Anschaffungskosten im Verhältnis zum Nutzen verringert werden.

Nebst den (kleinen) finanziellen Vorteilen schwingen aber vor allem auch ideologische Gründe mit: Grüne Energie! Deshalb sieht Schaffner in den Powerwalls einen guten Schachzug von Tesla, einem Unternehmen, das mit seinen Elektroautos bereits auf der Nachhaltigkeitsschiene ist: «Wer 100 Prozent auf Solarstrom setzen und sein Tesla-Elektroauto aufladen will, für den macht der Kauf sicher Sinn», meint Schaffner.

Keine revolutionären Werte

Die Tesla-Powerwall kann rund 14 Kilowattstunden Energie speichern und 3,6 Kilowatt konstant leisten. Revolutionär seien diese Werte nicht. Aber: «Die Speicherzellen, die Tesla einsetzt, sind top. Und da das Unternehmen gut funktionierende Fabriken hat, hat es gegenüber der Konkurrenz sicher einen Wettbewerbsvorteil», sagt Schaffner.

Eine Krux bleibt aber: Die Powerwall arbeitet einphasig, nicht wie in der Schweiz gewohnt dreiphasig. Ist das ein Problem? «Möglich ist es schon. Aber das Verteilernetz hat daran sicher keine Freude. Sinnvoller wäre bei einer Leistung in dieser Grössenordnung sicher ein dreiphasiger Anschluss», meint Schaffner.


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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Frau Müller am 06.12.2019 12:51 Report Diesen Beitrag melden

    Utopisch niedrige Stromrechnung

    "Schaffner rechnet vor: «Wenn ein Mehrfamilienhaus eine Stromrechnung von 400 Franken im Jahr erhält" Kochen die mit Holz und benutzen einen fahrradbetriebenen Fernseher?

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  • Basler am 06.12.2019 12:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    400Fr. ????

    400Fr Strom Rechnung wo lebt der Mann das er im Jahr für ein Haus 400 Fr zahlen tut so ein Schwachsinn

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  • Jack Peret am 06.12.2019 12:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ist Werbung

    Warum ist dies nicht als Paid Post gekennzeichnet?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Alfred A. am 07.12.2019 21:44 Report Diesen Beitrag melden

    Schlicht zu alt für solare Romanzen

    Selbst bei maximal optimistischer Einschätzung der Anzahl Jahre die mir noch bleiben, ich käme nie und nimmer aus den Miesen mit einer oder auch mehreren Power Walls.

  • M.H. am 07.12.2019 21:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grundsätzlich nicht schlecht aber....

    Bei meinem Neubau 2018, ganzes Dach Indach-PV, war Tesla noch nicht soweit. Deshalb ist meine Batterie (aus DE geholt) 36KwH gross, was im Gegensatz zu 14KwH wirklich ausreicht. Weiterhin haben die 36KwH 8'000 gekostet statt 9'500 CHF für zu wenige 14KwH. Das beste ist, dass meine Batterie bereits die Weiterentwicklung von Litium-Ion zu Litium-Eisenphosphat ist, weshalb diese Weiterentwicklung UNBRENNBAR ist. Ausserdem Garantie auf fast doppelt soviele Ladezyklen als bei Litium-Ion. Inzwischen hat Tesla mein Model S per Update "gedrosselt" um das "BRANDRISIKO" zu "reduzieren"!Nie wieder Tesla

  • sam am 07.12.2019 20:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So sollte es sein

    Stromspeicher sind unsere Wasserkraftwerke. Am Ytsg Wasser nach oben! In der Nacht Wasser nach unten. Supper sauber und kein Batterieschwachsinn. Oder hat man alles schon vergessen?

  • Elektriker am 07.12.2019 20:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Passt doch

    Materialwucherpreis 9500 CHF, Installation in Regie, nochmal 5000 CHF. Her damit, lach mich kaputt.

    • Nicht-Elektriker am 08.12.2019 00:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Elektriker

      Mich würde ihre Meinung als Elektriker interessieren, was schätzen Sie wären die Material- und Arbeitskosten wirklich wert?

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  • stbs am 07.12.2019 20:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Solarstrom ins Netz (statt Tausende von Batterien)

    Ich fände es sinnvoller den Solarstrom direkt ins Netz einspeisen zu können (wie es gewisse Gemeinden schon als virtueller Speicher anbieten) und die gleiche Strommenge wieder zu erhalten. Dies würde Tausende von Batterien einsparen!