Quartalszahlen

25. April 2019 02:02; Akt: 26.04.2019 03:48 Print

Tesla macht 700 Millionen Verlust in einem Quartal

Der Elektroauto-Hersteller ist nach einem halben Jahr mit Gewinnen wieder tief in die roten Zahlen gerutscht.

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Ist noch auf dem Weg zur Kundschaft: Tesla Model 3. (Archivbild) (Bild: AFP/Jung Yeon-je)

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Im vergangenen Quartal gab es einen Verlust von gut 702 Millionen Dollar, wie Tesla nach US-Börsenschluss am Mittwoch mitteilte. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich zwar von 3,4 auf 4,54 Milliarden Dollar. Im Vergleich zum vorherigen Quartal bedeutete das aber einen Rückgang um 37 Prozent.

Tesla verwies darauf, dass mit Beginn der Auslieferungen des aktuellen Hoffnungsträgers Model 3 in Europa und Asien viele Fahrzeuge zum Ende des Quartals noch auf dem Weg zu den Kunden gewesen seien. Diese Verkäufe würden damit erst im laufenden Vierteljahr verbucht. Insgesamt sei rund die Hälfte der Auslieferungen im ersten Quartal in den letzten zehn Tagen erfolgt. Tesla-Chef Elon Musk sprach vom grössten logistischen Problem, das er bisher erlebt habe. Tesla baut das Model 3 bisher nur in Kalifornien.

Allerdings halbierten sich zugleich die Auslieferungen der älteren Modelle S und X auf 12'100 Fahrzeuge. Tesla erklärte das unter anderem damit, dass einige Kunden ihre Käufe auf das Vorquartal vorgezogen hätten, um noch von höheren Elektroauto-Vergünstigungen in den USA zu profitieren. Bei Analysten löste die Entwicklung allerdings erneut Fragen aus, ob das günstigere Model 3 nicht zum Rückgang der S- und X-Verkäufe führt. Musk betonte, die Fahrzeuge sprächen aus Sicht von Tesla verschiedene Käuferschichten an.

Lange Lieferwege

Die langen Lieferwege werden laut Tesla im gesamten Jahr dafür sorgen, dass deutlich mehr Autos gebaut als ausgeliefert werden dürften. So bekräftigte die Firma, dass in diesem Jahr 360'000 bis 400'000 Fahrzeuge an Kunden gehen sollen. Zugleich könne die Produktion mit dem Start eines neuen Werks in China im Herbst sogar bis zu 500'000 Fahrzeuge erreichen.

Das Abrutschen in die roten Zahlen ist ein Rückschlag für Musk - nachdem es bereits schien, dass Tesla mit hochgefahrener Produktion des Model 3 schliesslich nachhaltig profitabel wirtschaften könne. Nun rechnet die Firma auch im laufenden Vierteljahr mit einem Verlust, bevor es im dritten Quartal wieder schwarze Zahlen geben soll.

Offen für neues Kapital

Tesla zahlte im März fällige Schulden von gut 900 Millionen Dollar zurück, die Geldreserven sanken binnen drei Monaten von 3,7 auf 2,2 Milliarden Dollar. Musk zeigte sich in einer Telefonkonferenz mit Analysten nach Vorlage der Quartalszahlen schliesslich offener dafür, sich neues Kapital am Markt zu besorgen. Bisher hatte er stets gesagt, Tesla brauche das nicht.

Die Tesla-Aktie tauchte nach Vorlage der Zahlen zunächst in die Verlustzone ab, notierte dann aber leicht im Plus. Der bereinigte Verlust pro Aktie war mit 2,90 Dollar in etwa doppelt so hoch ausgefallen wie von Analysten erwartet. Im Vorjahresquartal hatte Tesla 709,5 Millionen Dollar verloren - da kämpfte Tesla aber noch mit massiven Problemen beim Produktionsanlauf des Model 3.

(chk/sda)

sentifi.com

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • mani am 25.04.2019 08:41 Report Diesen Beitrag melden

    schwieriges Jahr

    2013 wird für Tesla ein schwieriges Jahr 2014 wird für Tesla ein schwieriges Jahr 2015 wird für Tesla ein schwieriges Jahr 2016 wird für Tesla ein schwieriges Jahr 2017 wird für Tesla ein schwieriges Jahr 2018 wird für Tesla ein schwieriges Jahr 2019 die Verkaufszahlen zeigen aber etwas anderes.

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  • Antonov am 25.04.2019 09:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Öde..

    Das Thema Tesla wird jetzt langsam mega Langweilig. Berichtet wieder wenn was los ist. Wenn z.B. mal ne Bude abfsckelt oder so.

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  • Lambo Rari am 25.04.2019 09:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sinnfrei

    Ein Auto von Kalifornien aus in die ganze Welt exportieren - sehr umweltfreundlich ... Und eine Produktion in China starten, sehr menschenfreundlich ... Wo bleiben die Proteste?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Sunpower am 28.04.2019 12:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wir brauchen Innovation

    Die Kommentare bzgl. der Elektromobilität sind typisch für den Zustand dieses Landes. Überall wird gebrüllt "Wir brauchen Innovation". Nun haben einige Startup Firmen wie z.B. Sono Motors einzigartige Idee, dann werden sie niedergemacht. Negativ, negativ, negativ, negativ, negativ, negativ, negativ, negativ, negativ, negativ, negativ, negativ, negativ.. Was ist los in diesem Land? Das Land der Denker und Erfinder? Fehlanzeige! Stattdessen diese ewige Glorifizierung der etablierten Prozesse und der eingesessenen Hersteller. Es ist ein Trauerspiel, nicht nur in der Automobilindustrie.

    • Dä Jesus am 01.05.2019 21:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Sunpower

      Ich bin voll und ganz bei Ihnen, das ist eine Tragödie sondergleichen.

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  • kalauer am 28.04.2019 10:52 Report Diesen Beitrag melden

    700 Millionen Verlust

    Bei 700 Millionen Verlust in einem Quartal, wäre ich schon längst bevormundet! Aber die Wirtschaft hat anscheinend Ihre eigenen Gesetze!

    • Dä Jesus am 28.04.2019 17:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @kalauer

      Wenn sie sich einen Kaugummi kaufen, haben sie 2 Franken Verlust gemacht... So funktioniert Wirtschaft. Es kommt ganz darauf an, wer die Mitteilung schreibt und was seine intentionen sind. Ist Ihnen noch nie aufgefallen, dass einige Firmen, in den Medien, nur Verluste machen, obwohl sie ihre Infrastruktur ausbauen, neue Technologien entwickel und stetig wachsen, wärend andere Firmen, die das genau das selbe machen, immer nur Investieren?

    • Martial2 am 30.04.2019 16:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @kalauer

      Es gehören zwei bevormundet, nämlich Donald Trump und Elon Musk...

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  • Info am 28.04.2019 08:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Portal

    Auf dem E-Portal ECOMENTO findet man im Internet jeweils die neusten Informationen zu Elektroautos und zur E-Mobilität. Besucht es doch einmal, ist stets aktuell.

  • anonym am 27.04.2019 05:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schattenseiten

    Ich finde das Projekt Tesla selbst spannend jedoch lauft da einiges schief. War 2 Jahre für Tesla angestellt was da abgeht ist nicht normal das Werk versucht so viele Autos wie möglich zu Produzieren und liefert alle Fahrzeuge erst kurz vor Quartals ende die Logistik klappt überhaupt nicht weshalb viele Autos bei Quartals ende immernoch im Werk stehen. Der Druck auf die Mitarbeiter ist enorm was die jungs Mitmachen sollte verboten werden. Wir arbeiteten nach dem Motto "Die Schwachen nimmt es" Krank arbeiten gehen wird erwünscht ansonsten von zu Hause weiterarbeiten. Lange nachte sind vollig normal wenn man bis 4 Uhr morgens arbeitet am nächsten Tag wieder um 7:30 Uhr dastehen. Dies alles nur weil das Werk möglichst viel Produzieren will und alles in den letzten Wochen anliefern möchte was jedes Jahr nicht klappt. Bornouts gibt es jeden Monat und zwischendurch hat mal wieder jemand einen Herzinfakt. Muss ehrlich sagen die Zeit war cool dies jedoch nur aufgrund meiner jungs welche durch Dick und Dünn gingen um das ganze zu ermöglichen.

  • Martial2 am 26.04.2019 12:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Treibstoff Fahrer!

    700 Millionen $ Verlust... Schöne Aussichten für Tesla. Wenn man was von dieser Firma hört, ist es meistens negativ!

    • Marc B. am 29.04.2019 22:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Martial2

      Ja und wissen sie wieso man meistens nur negatives hört? weil die Medien von den Positiven Sachen nicht berichten, aber sie haben wahrscheinlich noch nie über den Tellerrand geschaut...

    • Martial2 am 30.04.2019 16:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Marc B.

      Tesla ist für mich kein richtiges Auto, ich meine alle E-Karren damit. X-Probleme die nicht gelöst sind, man wird die Stromenergie importieren müssen, die 4 Mal teuer ist. A propos "Tellerrand", Ihre Kenntnisse und Bildung lassen zu wünschen übrig!

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