30-Jährige

28. August 2019 10:50; Akt: 28.08.2019 12:07 Print

Tiefzinsen fressen Drittel des Pensionsgeldes weg

Heute 30-Jährige verlieren ein Drittel ihres Pensionskassenguthabens, wenn es mit den Tiefzinsen so weitergeht. Selbst optimistischere Rechnungen gehen von Verlusten aus.

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Die Tiefzinspolitik wirkt sich auf die Altersvorsorge junger Menschen verheerend aus. Heute 30-Jährige verlieren bei einem länger anhaltenden Tiefzinsumfeld ein Drittel ihres Pensionskassenguthabens, wie eine Analyse des Preisvergleichsportals Comparis zeigt.

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Ein dreissigjähriger Berufseinsteiger könnte sich bei einer durchschnittlichen Realrendite von 1,2 Prozent und einem Jahreseinkommen von 80'000 Franken innert 35 Jahren ein Guthaben von 463'000 Franken ansparen. Das sind 224'000 Franken oder 33 Prozent weniger als bei einer Rendite von 3,6 Prozent, wie sie in der Zinssituation der Vergangenheit galt.

Würde man sich dieses Geld als Rente auszahlen lassen, bleiben bei einem Umwandlungssatz von 5 Prozent vor Steuern noch gut 1900 Franken pro Monat. «Bis in 30 Jahren wird der Umwandlungssatz aber noch tiefer sein», gibt Finanzexperte Leo Hug von Comparis aber zu bedenken. Die Rente dürfte dann noch kleiner ausfallen.

Es könnte noch schlimmer kommen

Es ist zudem denkbar, dass die Zahl der Rentner im Verhältnis zu den Erwerbstätigen noch weiter steigt. «Dann sieht es für die Jungen noch schlechter aus», sagt Hug.

In der Analyse wird mit einer Rendite von 1,2 Prozent gerechnet, weil die aktuelle, durchschnittliche Realrendite seit der Finanzkrise von 2,8 Prozent für die Zukunft unrealistisch sei. Hug sagt, das von den Notenbanken ins System gepumpte Kapital habe die Realwirtschaft nie richtig erreicht, sondern sei in die Finanzmärkte geflossen.

Altersguthaben kompensieren

Doch selbst mit der optimistischeren Rendite von 2,8 Prozent würden heute 30-jährige Erwerbstätige 13 Prozent ihrer Pensionskassenguthaben einbüssen. 599'000 statt 687'000 Franken würden im Alter von 65 Jahren verbleiben.

«Wer es sich leisten kann, soll die tieferen Altersguthaben in einer flexibleren Säule 3a kompensieren können», schlägt Hug vor. Derzeit ist dazu eine Motion im Ständerat hängig: Sie fordert, dass Personen mit AHV-Einkommen, die in früheren Jahren keine oder nur Teilbeträge in die Säule 3a einzahlen konnten, das unter bestimmten Bedingungen nachholen und vom steuerbaren Einkommen abziehen können.

Laut Comparis müsste eine Reform der Säule 3a aber auch die Erhöhung der jährlichen Maximaleinzahlungen einschliessen. Weil die Renditen niedrig seien, sollte man den jährlichen Maximalbetrag um 5000 Franken auf maximal 11'800 Franken aufstocken, so Hug: «So erhalten junge Erwerbstätige gleichwertige steuerprivilegierte Vorsrogemöglichkeiten wie die Babyboomer.»

Denken Sie, dass Sie im Alter überhaupt noch genügend Pension erhalten werden? Wie sorgen Sie vor? Diskutieren Sie unten in den Kommentaren mit.

(rkn)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Thomas am 28.08.2019 11:02 Report Diesen Beitrag melden

    Angstmacherei?

    Wenn Tiefzinsen 30% meiner PK wegfressen, dann würde ich mein Geld gern lieber selber behalten und damit meine Rente erwirtschaften. Kann ja nicht sein, das man keine Strategien dagegen an- und umsetzt. Was arbeiten eigentlich für Pappenheimer bei der PK?

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  • Martin Schildknecht am 28.08.2019 11:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Falsch!

    Die hohen Managementgehälter und dadurch -gebühren fressen es weg!

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  • Jörg Frei am 28.08.2019 10:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ....

    als ist es unnötig in die pension einzuzahlen!!! weil dass geld sowiso fehlt!!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Koni Kunz am 29.08.2019 23:58 Report Diesen Beitrag melden

    Abzocker

    PK dient nur den Geldinstituten. "Versicherte" wie auch Arbeitgeber machen zweite. Es war ein Leichtes in den letzten 7 Jahren Vermögen selbständig zu vervielfachen.

  • Mike F. am 29.08.2019 22:50 Report Diesen Beitrag melden

    Das ganze hat System !

    Das ist ALLES kein Zufall ! Den meisten geht es zu gut darum sind viele Blind ! Operation Libero ist das pure Gegenteil aber wir laufen zum 10 mal ins offene Messer !

  • Motzimuus am 29.08.2019 22:41 Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich

    Ich finde das nicht korrekt da werden wieder die Jungen gegen die Alten ausgespielt.Ich habe freiwillig mit 20.Jahren schon PK eingezahlt und AHV 40Jahre ich bekomme gleich nicht die volle Rente.Wieso macht ihr nicht endlich die Banken verantwortlich die sind Schuld,da sie kein Zins geben.Wieso kommt ihr immer ach die armen Jungen büssen und bekommen nichts.Und wir, was sollen wir sagen,als wir AHV eingezahlt haben,hat es noch keiner gegeben der AHV eingezahlt hatte die haben damals alle die volle Rente bekommen und wir haben nicht gejammert.Und hört auf die Jungen gegen die Alten zu hetzen.

  • kurz vor dem Auswandern nach Spanien am 29.08.2019 21:54 Report Diesen Beitrag melden

    Ausrichtung der Politik in der Schweiz

    Ich habe gestern einige Kommentare verfasst und sehe, dass der Artikel immer noch die Gemüter bewegt und offensichtlich keine guten Argumente für unser System genannt wurden - die Politik sollte also dringend handeln! Eine Anmerkung: ein spanischer Gastarbeiter hat mir vor vielen Jahren den Unterschied zwischen einem Schweizer und Spanier erklärt. Der Spanier arbeitet zum leben und die Schweizer leben zum arbeiten! Unsere Politik ist danach ausgerichtet - auch die PK. Der Mittelstand blutet aus ...

  • ilas am 29.08.2019 20:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    die alten habens

    und die 'alten' jammern immer. haben aber zu den goldenen zeiten gelebt, nicht von anfang an eingezahlt und bekommen aber volle ahv. not cool!!!!!!

    • frühpensioniert ohne AHV am 29.08.2019 22:18 Report Diesen Beitrag melden

      AHV versus Pensionskasse

      Hier wird die AHV und die Pensionskasse verwechselt! Bei der PK hat jeder nur Anrecht auf sein eigenes Alterskapital. Bei der AHV findet eine Umlagerung statt und nur anfänglich gab es Bezüger, die nicht einbezahlt haben. Bei fehlenden Jahren findet heute eine starke Kürzung statt. Die aktuelle Umlagerung ist aus sozialen Ueberlegungen gerechtfertigt, hingegen ist die Plafonierung bei Ehepaaren störend, da Konkubinats-Paare mehr AHV erhalten. Die Verfassung sieht eigentlich vor, dass die Familie gefördert wird. Sollte also berücksichtigt werden (and. Beispiel: Heiratsstrafe bei Bundessteuer).

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