Japan

16. März 2011 06:53; Akt: 16.03.2011 11:23 Print

Tokioter Börse wieder auf Kurs

Nach dem Schwarzen Dienstag ist der Nikkei-Index wieder deutlich im Plus. Nach Handelsbeginn legten die Aktien um sechs Prozent zu.

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Die Tokioter Aktienmärkte haben sich am Mittwoch nach den Panikverkäufen vom Vortag trotz einer Eskalation der Atomkatastrophe wieder erholt. Ein neues Feuer im Atomkraftwerk Fukushima und die Sorge um die Strahlenfreisetzung schürten allerdings weiter die Nervosität der Investoren.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index stieg um 5,7 Prozent auf 9093 Punkte. Der breiter gefasste Topix-Index rückte um 6,6 Prozent auf 817 Zähler vor. Auch die Börsen in Singapur, China, Korea und Australien lagen im Plus.

Kurssturz am Dienstag

Am Dienstag hatte die Eskalation der Atomkrise an der japanischen Börse den grössten Kurssturz seit dem Höhepunkt der Finanzkrise ausgelöst, der Nikkei war um mehr als zehn Prozent gefallen. «Die Erholung ist ziemlich stark, weil Investoren gemerkt haben, dass sie gestern ein bisschen zu viel Panik bekommen haben», sagte ein Händler.

Gewinne von mehr als acht Prozent gab es etwa für den Elektronikkonzern Sony. Das Unternehmen hatte bekanntgegeben, Teile seiner Produktion ins Ausland zu verlagern, weil mehrere japanische Fabriken seit dem Erdbeben geschlossen sind. Toyota-Aktien legten nach starken Verlusten um über neun Prozent zu.

Auch am Energiemarkt wirkt sich die Krise in Japan weiter aus: Der Preis für ein Fass der Nordsee-Ölsorte Brent gab um mehr als ein Prozent nach. Brent-Öl war so günstig wie seit drei Wochen nicht.

Weitere Finanzspritze

Die japanische Notenbank setzte ihre Unterstützung des heimischen Bankensystems auch am Mittwoch mit einer massiven Finanzspritze fort. Die Notenbank pumpte laut der Nachrichtenagentur Kyodo 5 Billionen Yen in die Märkte (56.5 Milliarden Franken) und kündigte weitere Hilfen über 8,8 Billionen Yen für den Donnerstag und Freitag an. Insgesamt stellte die Notenbank damit seit Ausbruch der Krise 55,6 Billionen Yen zur Verfügung (630 Milliarden Franken).

(rub/sda/ap)