«Grand Tour of Switzerland»

14. April 2015 16:40; Akt: 14.04.2015 17:52 Print

Touristen sollen Schweiz per Roadtrip erkunden

von K. Wolfensberger - Eine 1600 Kilometer lange Reise durch die Schweiz soll Touristen in Zukunft zu den Highlights des Landes führen. Umweltschützern passt das gar nicht.

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Als Grand Tour bezeichnete man früher die Reisen junger Adliger, die sich mit fremden Ländern und Kulturen vertraut machen wollten. Zumindest vom Namen her knüpft der Verband Schweiz Tourismus mit seiner neusten Kampagne an diese uralte Tradition an. Er lanciert die «Grand Tour of Switzerland», eine 1600 Kilometer lange Ferienstrasse, die Gästen die Schweiz von ihrer schönsten Seite zeigen soll.

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Insgesamt beinhaltet die neue Route 44 grosse Sehenswürdigkeiten, 22 Seen, elf Mal Unesco-Welterbe oder fünf Alpenpässe. Sie führt vorbei an den Städten Zürich, St. Gallen, Basel, Bern, Lausanne, Genf oder Lugano, aber auch in kleine Bergdörfer. Bis Ende 2016 soll die gesamte Strecke mit speziellen Wegweisern markiert werden, die den Touristen die Orientierung erleichtern. Für Zugfans gibt es unter dem Namen «Grand Train Tour» eine abgespeckte Variante der Rundreise.

Rundreisen sind trendig

Der Grund für die neue Werbeoffensive: Immer weniger Ferienreisende geben sich mit der Erkundung einer Einzeldestination zufrieden. Laut Jürg Schmid, Direktor von Schweiz Tourismus, sind dafür Rundreisen derzeit der absolute Trend. Bis ins Jahr 2021 soll die Grand Tour jährlich etwa 200'000 Feriengäste anziehen, die sich durchschnittlich etwa fünf Tage in der Schweiz aufhalten sollen. Das Ziel ist laut Schweiz Tourismus, damit einen Umsatz von 225 Millionen Schweizer Franken pro Jahr zu erwirtschaften.

Für die Lancierung der Route hat Schweiz Tourismus für dieses und nächstes Jahr jeweils 15 Millionen Franken eingeplant. Dies bei einem Gesamt-Werbebudget von 95 Millionen Franken pro Jahr. Das internationale Interesse sei bisher gross. Verschiedene Veranstalter, zum Beispiel das Switzerland Travel Centre, hätten die Tour bereits in ihre Angebote aufgenommen, erklärt Jürg Schmid. Vor allem im Wachstumsmarkt Asien erhoffen sich die Schweizer Touristiker in Zeiten des starken Frankens so, mehr Gäste zu einer Schweiz-Reise bewegen zu können.

Nicht alle können dabei sein

Obwohl die Grand Tour eine grosse Zahl an Ortschaften und Sehenswürdigkeiten beinhaltet, fehlen auch einige grosse Namen. So sind weder Engelberg in Obwalden noch Adelboden im Berner Oberland auf der Strecke zu finden. Auch die Städte Biel, Solothurn, Liestal, Olten und Baden liegen nicht an der Route. «Natürlich will jeder dabei sein, aber das geht halt leider nicht», rechtfertigt Schmid diesen Ausschluss gewisser Gebiete von der Grand Tour.

Mit dieser Haltung stösst Schmid bei den Betroffenen sogar auf ein gewisses Verständnis. So erklärt Marco Zemp, Marketing-Leiter von Engelberg Tourismus: «Natürlich ist es schade, dass wir nicht auf der Route sind. Wir hoffen aber, dass die Reisenden von Luzern her trotzdem den Weg bis nach Engelberg auf sich nehmen.» Ähnlich sieht dies Urs Pfeninnger von Adelboden Tourismus: «Wir versuchen die Gäste mit Anschlussangeboten zu uns zu holen.»

Kritik von Umweltschützern

Die grösste Kritik an der Grand Tour kommt von Umweltschützern. So ist es für die Grüne Partei unverständlich, dass Schweiz Tourismus mit unberührten Alpen-Bildern Werbung macht und gleichzeitig den Strassenverkehr in die Berge fördert, schreibt Urs Scheuss, Fachsekretär der Grünen Partei der Agentur SDA. Im Zeitalter des gut ausgebauten öffentlichen Verkehrs sei die Idee einer Autotour durch die Schweiz veraltet, fügt Stefanie Schäuble vom VCS hinzu.

In der Bildstrecke sehen Sie die Route der Grand Tour – welche Orte fehlen Ihrer Meinung nach? Schreiben Sie es in den Kommentaren.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Lina Surbeck am 14.04.2015 16:46 Report Diesen Beitrag melden

    Kritik von Umweltschützern

    War ja klar! Mir kommt es langsam den Hals rauf. Immer nur reklamieren, diese "Umweltschützer". Klar - wir alle haben einen gesunden Menschenverstand und setzen diese auch ein. Wir tun das, was wir können für den Umweltschutz, einfach in einem normalen Rahmen. Irgendwo hat alles seine Grenzen. Und das geht zu weit. Immer gegen alles. Ist doch ein Krampf, wenn man so leben muss..

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  • WebStübler am 14.04.2015 16:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ja genau

    ... wenn ich eine Rundtour in der Schweiz machen will käme mir sicher auch in denn Sinn mich mit meiner Familie an einem sonnig heissen Tag in einen vollen SBB Wagon zu quetschen. uuuund die grünen habens wieder mal nicht verstanden... :-/

  • Schweizer am 14.04.2015 16:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    das ist super

    wir machen das oft. es ist herrlich mit dem Cabrio 400ps plus. wir haben super bergstrassen

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Die neusten Leser-Kommentare

  • dani s am 15.04.2015 21:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    viel reisender

    war kürzlich in island, 3 wochen mietauto, da gibts die ringstrasse. sehr gutes konzept und funktioniert prima... die isländer können was... schaffen wir das auch?

  • Churerin am 15.04.2015 19:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Und was ist mit Chur?

    Ist immerhin die älteste Stadt der Schweiz.

  • DR am 15.04.2015 15:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Menschenverstand?

    Bei manchen Zeitgenossen ist es um den gesunden Menschenverstand leider nicht so gut bestellt. Sonst bräuchte man noch so manch andere Vereine und Institutionen ebenfalls nicht...

  • Raser am 15.04.2015 12:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    JDM

    ich liebe es mit meinem auto bergstrassen zu fahren immer schön nach jeder kurve das pedal voll durchdrücken so ist es am besten ;)

  • Hängtmirzumhalsraus am 15.04.2015 12:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Umweltschützer

    Die auch noch selbst Auto fahren. Zum Totlachen und Atomstrom brauchen die auch also fertig motzen GLP Grüne und solche haben ausgedient langsam immer nur motzen und johlen.