US-Gerichtsurteil

04. Februar 2015 05:00; Akt: 04.02.2015 05:13 Print

Toyota muss 11 Mio. Dollar an Unfallopfer zahlen

Drei Tote, zwei Schwerverletzte: Das war 2006 die Bilanz einer Autokollision in Minneapolis. Nun muss Toyota den Opfern der Tragödie Millionen an Schmerzensgeld zahlen.

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Der Unfallfahrer Koua Fong Lee (M.) mit seiner Frau und seinem Anwalt. (Bild: Keystone/AP/Renee Jones Schneider)

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Neun Jahre nach einem tödlichen Verkehrsunfall in den USA muss Toyota den Opfern rund 11 Millionen Dollar, umgerechnet fast 9,6 Millionen Euro, Schmerzensgeld zahlen. Die damalige Autokollision könne zum Teil auf einen Konstruktionsfehler des Wagens der Baureihe Camry 1996 zurückgeführt werden, befand eine Jury in Minneapolis am Dienstag. Demnach trägt Toyota 60 Prozent der Schuld für die Tragödie mit drei Toten und zwei Schwerverletzten. Der Fahrer des Camry, Koua Fong Lee, sei zu 40 Prozent für den Unfall verantwortlich, erklärten die Geschworenen.

Lee, seine Familie, die verletzten Unfallopfer und deren Angehörigen hatten die Klage gegen Toyota vor dem Bezirksgericht in Minneapolis angestrengt. Sie erklärten darin, dass Lees Auto wegen eines Defekts im Jahr 2006 unfreiwillig beschleunigte und in einen anderen Wagen gekracht war.

Toyota: «Unerfahrener Autofahrer»

Toyota argumentierte hingegen, es habe keinen Defekt gegeben. Vielmehr sei Lee fahrlässig und ein unerfahrener Autofahrer gewesen, der das Gaspedal mit der Bremse verwechselt hatte.

Nach dem tödlichen Unfall war Lee wegen fahrlässiger Tötung im Strassenverkehr angeklagt und zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Doch nachdem Berichte über plötzliche Beschleunigungen bei einigen Toyota-Wagen auftauchten, konnte er erreichen, dass sein Fall neu aufgerollt wird. Schliesslich entschied sich die Staatsanwaltschaft gegen einen neuen Prozess, Lee wurde nach zweieinhalb Jahren hinter Gittern auf freien Fuss gesetzt. Später verklagte er Toyota.

«Ich versuchte alles, um das Auto zu stoppen»

«Kein Geld der Welt (...) wird mir mein Leben wiedergeben, mein Leben ist nicht mehr dasselbe», sagte Lee nach dem Urteil. Den Opfern und deren Familien wolle er eines sagen: «Ich versuchte alles, um das Auto zu stoppen.»

Toyota teilte mit, der Konzern respektiere die Entscheidung der Jury. Dennoch sei man der Ansicht, dass die Beweise klar zeigten, dass das Fahrzeug nicht die Ursache für den Unfall gewesen sei. Toyota werde nun seine rechtlichen Optionen prüfen.

(sda)