Wegen Beziehung mit Verwaltungsrätin

09. November 2018 06:04; Akt: 14.11.2018 09:30 Print

Tritt Raiffeisen-CEO Gisel schon morgen zurück?

Patrik Gisel könnte bereits am Morgen sein Amt als CEO ablegen. Der Raiffeisen-CEO steht derzeit wegen einer Beziehung zu einer Verwaltungsrätin unter Beschuss.

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Laurence de la Serna war bis zum 16. Juni 2018 Raiffeisen-Verwaltungsrätin. Dort soll sie sich in CEO Patrik Gisel verliebt haben. Weder sie noch Raiffeisen-CEO Patrik Gisel informierten den Verwaltungsrat über ihre Beziehung. Delegiertenversammlung der Raiffeisenbank am 16. Juni 2018 in Lugano: Hier trat de La Serna nach einem Jahr im Verwaltungsrat nicht mehr zur Wiederwahl an. Sie führte dafür «persönliche Gründe» an. Laut der «SonntagsZeitung» soll Gisel intern gesagt haben, dass die Beziehung zu de la Serna erst entstanden sei, als sie das Amt als Verwaltungsrätin schon abgegeben hatte. Raiffeisen teilte im März 2018 mit: «Die ersten sechs Monate der Raiffeisen Gruppe könnten kontrastreicher nicht sein.» Gemeint war damit der Raiffeisen-Skandal um Gisels Vorgänger Pierin Vincenz. Im Bild: Interimspräsident Pascal Gantenbein (l.) und Patrik Gisel. Gegen Vincenz wird wegen Veruntreuung strafrechtlich ermittelt. Zur Anklage kam es bislang noch nicht. Es gibt viele Genossenschafter, die sich offen gegen Gisel als Vincenz-Nachfolger ausgesprochen haben: «Alle Verantwortlichen aus der Ära Vincenz müssen weg, auch der heutige CEO Gisel», lautete der Tenor. Gisel ist seit 2000 bei der Raiffeisenbank und war jahrelang die Nummer zwei von Pierin Vincenz, der damals CEO war. Gisel ist aber nicht nur durch die Vincenz-Affäre belastet. Probleme gibt es auch mit der Informatik. In seiner Funktion als Informatikchef hat Gisel die IT-Plattform der Bank ersetzt – und sie funktioniert bis heute noch nicht richtig. An der ausserordentlichen Generalversammlung vom 10. November 2018 soll Guy Lachappelle zum neuen Raiffeisen-Präsidenten gewählt werden. Er kommt von der Basler Kantonalbank.

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Der abtretende Raiffeisen-CEO Patrik Gisel soll laut der «SonntagsZeitung» den Raiffeisen-Verwaltungsrat über ein delikates Detail aus seinem Privatleben informiert haben. Gemäss der Zeitung soll er sich in einer Beziehung mit Laurence de la Serna befinden, einer Ex-Raiffeisen-Verwaltungsrätin, die bis am 16. Juni im Amt war. De la Serna leitet die Aviatikfirma Jean Gallay und stammt aus Genf.

Wegen der Affäre soll Gisel nun früher als geplant seinen Posten abgeben. Wie der «Blick» berichtet, tritt Gisel bereits am Samstag zurück.

De la Serna gab am 18. Mai nach nur einem Jahr im Amt überraschend ihren Rücktritt aus dem Raiffeisen-Bank-Verwaltungsrat bekannt. Begründet wurde ihr Rücktritt mit «Veränderungen im beruflichen Umfeld sowie aus persönlichen Gründen». Sie war aber bis zu ihrem Rücktritt Teil des Gremiums, das am 16. Juni Patrik Gisel als Konzernchef der Raiffeisen weiterhin als tragbar einschätzte. Etwa einen Monat nach dem Rücktritt von de la Serna wurde entschieden, dass Gisel per Ende Jahr gehen muss.

In den Medien sind auch bereits diverse Namen als mögliche Nachfolger von Gisel genannt worden – dies reicht von Dagmar Kamber-Borens von der CS und Postfinance-Chef Hansruedi Köng bis zu diversen Kantonalbanken-Chefs.

(20 Minuten/sda)