10,1 Milliarden

22. Juli 2014 14:16; Akt: 22.07.2014 18:10 Print

Trotz US-Busse – Kunden laufen in Scharen zur CS

von Yves Hollenstein - Wegen des Steuerstreits mit den Justizbehörden war die Credit Suisse fast dauernd in den Negativschlagzeilen. Die Kunden stört das jedoch nicht.

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Die Credit Suisse musste in den letzten Monaten einiges einstecken: Der Steuerstreit mit den USA brachte der Grossbank Prügel und Negativschlagzeilen en masse. Und als Folge der Rekordbusse von 2,6 Milliarden Dollar muss die CS jetzt auch noch den höchsten Verlust seit der Finanzkrise hinnehmen. Wie die Bank am Dienstagmorgen bekannt gab, entstand im zweiten Quartal ein Verlust von 700 Millionen Franken.

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Doch das liess die Kunden nicht davon abhalten, ihr Geld weiterhin bei der Credit Suisse anzulegen. Unter dem Strich flossen der Credit Suisse weltweit neue Kundengelder in Höhe von 10,1 Milliarden Franken zu. Das ist ein sattes Plus von 33 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Per Ende Juni verwaltete der Konzern Vermögen im Umfang von total 1'330 Milliarden verglichen mit 1'293 Milliarden per Ende März 2014.

«Das Kundenvertrauen scheint wegen der US-Busse nicht gelitten zu haben», stellen auch die Analysten der Zürcher Kantonalbank in ihrem Kommentar vom Dienstagmorgen erstaunt fest.

Keine Alternativmöglichkeiten

CS-Chef Brady Dougan begründet den starken Neugeldzufluss mit den Altlasten, die die Bank mit der Bussenzahlung abstreifen konnte: «Wir schauen jetzt wieder nach vorne und können die Kunden so auch besser und umfassender betreuen.»

Dass wieder vermehrt Kunden in die Schalterhallen der CS strömen, hat für Bankenprofessor Maurice Pedergnana aber nicht nur mit der eigentlichen Leistung der Credit Suisse zu tun – vielmehr fehle es schlichtweg an Alternativmöglichkeiten. «Von den Top 20-Banken dieser Welt gibt es keine, die nicht in ein Bussenverfahren verwickelt ist oder war», so Pedergnana zu 20 Minuten.

Den anderen Banken fehle hingegen die nötige Kompetenz, um der Credit Suisse die wichtigen Kunden abzuluchsen: «Das Geschäftsmodell der CS zielt auf die Kunden mit einem Vermögen von 20 Millionen Franken und mehr – und diese wollen zu einem Vermögensverwalter mit einem direkten Zugang zum Investmentbanking.» Der Trend zu mehr neuen Kundengeldern dürfte darum bei der CS wie auch bei der UBS anhalten, ist der Bankenprofessor der Hochschule Luzern überzeugt.

Weiterhin grosses Vertrauen

Dies glaubt auch CEO Dougan. Er zeigte sich am Dienstagmorgen gegenüber den Medien entsprechend erfreut: «Das ist mitunter eine der besten Leistungen, die wir im zweiten Quartal erzielen konnten.» Sicherlich habe die Credit Suisse Kunden wegen des Steuerstreits verloren. «Vielleicht haben einige Kunden ihre Konten geschlossen und uns verlassen», sagte Dougan. Doch die Zahlen zeigen nun, dass die Bank weiterhin ein grosses Vertrauen geniesse.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • O.Grubel am 22.07.2014 14:32 Report Diesen Beitrag melden

    Welche Kunden?

    Von den astronomischen Summen die mit der Druckerpresse oder per Mausklick geschaffen werden müssen sich ja ein paar Dollar auch wieder zur CS verirren. Die CS, mit ihr die UBS und alle andernen Banken sind der Auslöser des Gelddruckens ohne Grenzen. Die Banken haben es schön, sie Wissen das Sie nach 3-4 Jahren PR- Arbeit und Lobbyzahlungen im Parlament die Schuld den Staaten (Bürgern) in die Schuhe schieben konnten, und noch besser, das nach 3-4 Jahren 90% der Leute die wahren Täter vergessen haben. Nur wer die Vergangenheit kennt kann die Zukunft besser gestallten.

  • Viktor Markus am 22.07.2014 15:11 Report Diesen Beitrag melden

    Staatskosten und Abzocke

    Hatten wir nicht vor Jahrzehnten eine Bank namens UBS, die gleiche Zeile verfolgten, nur noch Grosskunden!? Das Gleiche macht nun die CS! Kunden die, die für ihr Geld zur Arbeit gehen sind nicht mehr gefragt und werden dementsprechend von Kundenberater behandelt! Spesenberechnung, auch wenn man alles selber macht über den Computer usw. Ein totales Verlustgeschäft für Kleinkunden! Siehe Comparis Banken-Spesenvergleich!! Jedoch dank Steuerersparnisse, auf Kosten der Allgemeinheit, den Staat abzocken und die mit Hilfe unerer Elite-Regierung. Danke Schweiz!

  • der Russe am 22.07.2014 18:07 Report Diesen Beitrag melden

    was mich stört...

    wieso werden alle grosse Schweizer Banken und Pharmakonzerne von Amerikanern geführt? Die Schweizer haben eine Kultur welche Bodenständig, Innovativ und Vorausdenkend ist. Vorallem haben die Mitarbeiter bei Schweizer Unternehmer noch einen hohen Stellenwert. Wer in einem Amerikanischgeführten Unternehmen gearbeitet hat weiss wovon ich spreche! Die Amerikaner sind Geldgeil, haben kein Rückgrat und die Mitarbeiter haben null Stellenwert! Ich hoffe die Schweizer werden wieder das Ruder übernehmen und Ihre Unternehmen selber führen. Und sich nicht von solchen "Harwardfritzen" vorschreiben lassen;)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Rodolfo am 24.07.2014 06:40 Report Diesen Beitrag melden

    Wer's glaubt, wid selig....

    Wer's glaubt, wird selig. Ich habe mein Depot und meine Kontos bei der CS gekündigt.

  • Marco am 23.07.2014 03:47 Report Diesen Beitrag melden

    Die Kunden stört das nicht...

    Tja, genau das ist doch das Problem: Konzerne können sich fast alles erlauben, denn Kunden sind überhaupt nicht motiviert, sie dafür zu bestrafen. So lange man nicht direkt den Schaden spürt, gibt man ihnen munter weiter Geld.

  • Poodel am 23.07.2014 01:46 Report Diesen Beitrag melden

    Immer noch die beste CH Bank!

    Und hat im Gegensatz zu UBS noch NIE Steuergelder beansprucht...

    • Hans Meier am 24.07.2014 22:34 Report Diesen Beitrag melden

      falsche Ansicht

      Schade dass es solche Ansichten gibt. Eine Firma muss sich Ihre Kunden verdienen, dies ist hier nicht der Fall.

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  • Mario Luigi am 23.07.2014 00:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Neugeld

    Der Grund, ich nehme es mal an, dass der CS soviel Neugeld zufloss ist vor allem sicherlich mit Ihrer Bonviva Premiumzins-Aktion zu erklären. Man erhält bis Ende Jahr, wenn man sein Geld von einer Fremdbank zur CS bringt, einen Zinssatz von 1.5%. Das ist der Grund, denke ich, warum es so stark anstieg. Man versucht durch diese Methode die Kunden zu sich zu locken. Klar ist das nicht der einzige Grund, ich schliesse mich auch den Aussagen der Professoren an, doch bin ich sicher, dass diese Aktion eine sehr starke Wichtung hatte. RS

    • Bankerin am 23.07.2014 01:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      BONVIVA

      Falsch informiert! Die Bonviva-PremiumZins Aktion hat NULLL einfluss auf das ganze! Ich arbeite bei der CS an der front. Vor 2 jahren war ebenfalls eine Zins Aktion, damals hatten wir pro tag 5-7 eröffnungen für neukunden. Dieses Jahr ist dies ÜBERHAUPT NICHT der Fall.. und der CS geht es gut, trotz der Busse, eine Weltbank kann das verkraften..

    • Mario Luigi am 23.07.2014 09:10 Report Diesen Beitrag melden

      BONVIVA

      Wenn das eine CS-Mitarbeiterin sagt, muss ich das nun mal glauben. Mit meiner Aussage wollte ich jedoch nicht meinen, dass die CS das nicht verkraften kann - "too big to fail"

    • Mario Luigi am 23.07.2014 14:28 Report Diesen Beitrag melden

      BONVIVA

      Doch muss ich noch sagen, dass Sie in einer Filiale arbeiten und das nicht für alle gilt ;)

    • Cs Ma am 24.07.2014 12:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Hoffnungen

      Hoffnugen waren da, dass diese Zinsaktion viele Neugelder einholen wird, leider verlief es nicht wie geplant. Am Schalter ca 1 Eröffnung PRO WOCHE...

    • Hans Meier am 24.07.2014 22:38 Report Diesen Beitrag melden

      Bonviva ist nur Marketing

      @ Bankerin. Sie wissen schon dass das Bonviva extrem überteuert ist? Ich bin leider Kunde und wurde abgezockt. Erklärung für die Kostenexplosion habe ich nicht erhalten. Keine Mail kein Tel auf mein Request... traurig aber ist so

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  • Walter Meier am 22.07.2014 19:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ruecktritt

    Treten Sie endlich zurück Herr Dougan!!!