Open Air Saison 2011

08. Juni 2011 14:17; Akt: 09.06.2011 14:50 Print

Trotz höherer Preise boomt der Ticketverkauf

von Gérard Moinat - Noch bevor diese Woche das erste Festival beginnt, jubeln die Organisatoren bereits: Die Tickets finden reissenden Absatz – obwohl der Spass teuer ist.

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Veranstalter rechtfertigen die höheren Ticketpreise mit gestiegenen Gagen der Stars: Iggy Pop am Paléo Festival 2010. (Bild: Keystone/Dominic Favre)

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Das Open Air Greenfield wird am Donnerstag den Festivalsommer 2011 einläuten. Das Musikfestival ist eines der sechs grossen Schweizer Open Airs, die Musikfans heuer auf dem Radar haben sollten.

Wie auch die anderen Grossveranstalter sind die Eventmanager des Megaspektakels in Interlaken mit den Vorverkäufen überaus zufrieden. Bis kurz vor Türöffnung schafft es das Greenfield Festival auf gut 20 000 verkaufte Dreitagespässe und liegt damit «auf Augenhöhe mit dem Vorjahr». Wie 2010 dürften also wieder 26 000Besucher nach Interlaken pilgern.

Auch das nächste grosse Festival, das OpenAir St. Gallen, brachte knapp einen Monat vor seinem Start schon über die Hälfte seiner Tickets an die Musikfans. Damit laufe der Vorverkauf besser als letztes Jahr, so Sprecherin Sabine Bianchi.

Happige Preise

Doch während sich die Veranstalter die Hände reiben, müssen die Festivalbesucher immer tiefer in die Tasche greifen (siehe Tabelle). Zwei Open Airs sind 2011 deutlich teurer als 2010: Das Paléo schlägt beim Tagesticket um 5 Franken auf, das OpenAir St. Gallen um satte 20 Franken.

Sprecherin Bianchi macht die gestiegenen Band-Kosten für den Aufpreis verantwortlich: «Headliner kosten!» Mit dem Aufschlag führt das Musikfestival im Sittertobel die unrühmliche Tabelle der höchsten Preissteigerungen seit 2007 an.

Eine gute Nachricht immerhin gibt es heuer für Open-Air-Fans: Frauenfeld verbilligt seinen Drei-Tages-Pass um 10 Franken. Bodmer: «Wir hatten letztes Jahr höhere Gagenforderungen der Künstler, die sich letztlich auf den Ticketpreis ausgewirkt haben.» Dieses Jahr hätten die guten Verhandlungen mit den Managements tiefere Ticketpreise ermöglicht.

Branche zeigt sich selbstbewusst

In einer Medienmitteilung nennt das OpenAir St. Gallen die drei Gründe, weshalb die Saison 2011 ein guter Sommer für die Branche werden könnte: Ein sommerlicher Frühling, der wirtschaftliche Aufschwung und Bands, die überzeugten.

Von der guten Ausgangslage profitiert auch das Open Air Frauenfeld, das in der ersten Juliwoche beginnt. «Wir sind genau auf dem Niveau von 2009», sagt Open-Air-Sprecher Joachim Bodmer. Damals endete das Open Air mit 141 000 Tageseintritten über drei Tage (2010: 148 000) — mit 150 000 Gästen wäre das Open Air ausverkauft.

Beim Gurtenfestival, das Mitte Juli auf dem Berner Hausberg beginnt, läuft der Vorverkauf gar «so gut wie noch nie zuvor», so Sprecher Michael Guenter. Bereits jetzt habe man eineinhalb Mal so viele Tickets verkauft wie 2010, welches auch schon sehr gut gelaufen sei. Die Ein-Tages-Pässe für Samstag seien sogar bereits ausverkauft.

Wie jedes Jahr rissen Musikbegeisterte den Paléo-Veranstaltern die 200 000 Tickets innert 48 Stunden aus der Hand. Und auch das Open Air Gampel, das im August den Open Air Sommer abschliesst, «marschiert munter auf 80 000 Besucher zu», so der Sprecher. Damit sei man nach den heutigen Kapazitätsgrenzen fast ausverkauft.


Kosten Open-Air-Pässe 2011

Festival20112007Preisanstieg
Open Air St. Gallen (3d)18314427%
Open Air Frauenfeld (3d)17914920%
Greenfield Festival (3d)198*175*13%
Paléo (1d von 5)65608%
Gurtenfestival (4d)200**195**3%
Gampel (4d)1991962%

* inkl. 10.- Mülldepot und Bahnticket
**Zelten kostet separat 20.- pro Zelt

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Marco Pfister am 08.06.2011 15:16 Report Diesen Beitrag melden

    nenene

    Das Openair St.Gallen wird jedes Jahr teurer und wartet jedes Jahr mit neuen "Headlinern" auf....welche aber KEINE sind! schwach!

  • Rocker Sepp am 08.06.2011 14:42 Report Diesen Beitrag melden

    An die Redaktion

    Das Greenfield sollte laut dem Glossar die zwei Sterne haben **. Dort ist Mülldepot und Bahnfahrt bzw. Parkplatz dabei.

  • alkaselzer am 08.06.2011 14:34 Report Diesen Beitrag melden

    Zusatzkosten

    Beim Greenfield muss man dann auch noch CHF 2.- bezahlen pro Gang aufs WC. Oder man löst einen 3-Tages-Pinkel-Pass für CHF 10.- Versteckte kosten ahoi!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Samuel Cahannes am 21.06.2011 08:52 Report Diesen Beitrag melden

    Etwas an der Wahrheit vorbei!

    Gampel war einfach immer schon teuer die anderen sind einfach auch auf diesem Preisniveau gestiegen! St. Gallen hatte zwar den grössten Anstieg aber ist ja immer noch billiger als Gampel! Das Greenfield ist für mich das günstigste Festival!

    • Ivan am 07.07.2011 11:28 Report Diesen Beitrag melden

      Gampel teuer?

      Gampel ist vier Tage und Greenfield nur drei und das zum gleichen Preis...

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  • Bintan am 08.06.2011 16:43 Report Diesen Beitrag melden

    Und wo bleibt Moon & Stars?

    200 CHF für 3/4 Tagen geht noch. Der Wahnsinn finde ich ca. 100 CHF für 2 Std Konzert!!!

  • Saimen am 08.06.2011 15:48 Report Diesen Beitrag melden

    Greenfield Ticket

    Beim Greenfield Festival sollten aber auch zwei Sternchen dahinter stehen. Das Bahnticket und 10 Mülldepot ist in den CHF 198.00 inbegriffen

  • missthe90`s am 08.06.2011 15:40 Report Diesen Beitrag melden

    Mann, bin ich froh

    Das ich noch zu einer Zeit dabei war als es den Organisatoren nicht nur um grösstmöglichen Profit gegangen ist. Jedes Openair hatte damals einen eigenen Charme, heute sieht bis auf die Farbe der Armbänder jedes Festival gleich aus.

  • Teflon am 08.06.2011 15:21 Report Diesen Beitrag melden

    Openairmaschine

    Nicht zu vergessen das zudem noch völlig überrissene Preise für verdünnte Getränke dazukommen. 3 Tage Openair kosten inzwischen fast gleichviel wie eine Woche Ferien.