Ungleiche Behandlung

23. Januar 2020 04:44; Akt: 24.01.2020 10:44 Print

Trump sorgt für 3-Klassen-Gesellschaft am WEF

von Dominic Benz, Davos - Erste, zweite oder dritte Klasse: Am WEF stellte US-Präsident Donald Trump ausnahmslos jeden in den Schatten. Hier die Einteilung.

Hier geht US-Präsident Donald Trump am Mittwochmorgen zum Manager-Zmorge (Video: D. Benz).
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Am World Economic Forum (WEF) in Davos haben alle Teilnehmer etwas gemeinsam: Sie haben einen Badge um den Hals. Damit kommen sie bis ins Herz des WEF – das Kongresszentrum. Dort treffen die Teilnehmer aufeinander: Businessleute, Konzernchefs, Regierungschefs – und US-Präsident Donald Trump. Doch dann ist fertig mit Gemeinsamkeiten. Die Masse der Teilnehmer wird in 3 Klassen geteilt:

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Das Theater um Trump ...

1. Klasse
Trump

Alles am WEF dreht sich um Donald Trump. Wo er hingeht, sind Absperrungen und Zuschauer. Sicherheitsleute mit Funk im Ohr und dunklen Anzügen positionieren sich und ebnen Trump den Weg durch die Halle und Gänge im Kongresszentrum. Wer im Weg steht, wird weggeschickt. Dieses Prozedere kann Stunden dauern. Geduldig stehen auch Geschäftsleute und Schweizer Politiker hinter den Kordeln der Absperrungen. Sie alle zücken ihre Handys und wollen ein Bild des US-Präsidenten schiessen. Am WEF, so scheint es, werden plötzlich alle zu Groupies von Trump. Und dann geht es schnell: Trump taucht auf, macht sein Daumen-hoch-Zeichen und schlendert an den Wartenden vorbei. Meist eine Minute später ist der Spuk vorbei: Trump ist wieder um die Ecke oder hinter einer Tür verschwunden, geht zu einer Sitzung, einem fürstlichen Lunch oder Dinner. Absperrungen werden aufgehoben, alle anderen WEF-Teilnehmer sind sich wieder selbst überlassen.

2. Klasse
Regierungs- und Konzernchefs

Im Vergleich zum WEF-Star Donald Trump sind selbst ranghohe Teilnehmer kleine Fische. So etwa die Bundesräte. In der Halle bewegen sich EDA-Chef Ignazio Cassis (FDP) oder Justizministerin Karin Keller-Sutter (FDP) frei. Ihnen folgen höchstens ein oder zwei Sicherheitsbeamte. Ist Trump in der Nähe, schenkt den Bundesräten kaum jemand Beachtung. Für sie gibt es keine Absperrungen, Kameras blitzen nur selten. Gleich geht es Thomas Jordan, Chef der Schweizerischen Nationalbank (SNB), oder Credit-Suisse-CEO Tidjane Thiam. Sie halten ein Schwätzchen inmitten des Kongresshauses, ungestört und unbemerkt. Sogar für Apple-CEO Tim Cook und Siemens-Chef Joe Kaeser dreht sich kaum jemand um. Sie alle verschwinden im übergrossen Schatten von Trump.

3. Klasse
Geschäftsleute

Die restlichen WEF-Teilnehmer gehören zum gewöhnlichen Fussvolk. Es sind Geschäftsleute, die höchstens in Insiderkreisen einen Namen haben. Sie müssen sich an den diversen Bars im Kongresszentrum den Kaffee oder das Gipfeli selber holen. Zum Mittagessen gibt es vielleicht ein Süppchen. Das Dinner findet dann vielleicht am Abend in einer Pizzeria oder sonst in einem Restaurant in Davos statt. Diese erinnern während des WEF aber eher an eine überfüllte und ungemütliche Skihütte. Die Teilnehmer müssen sich ihren Weg durch das Kongresshaus allein bahnen. Wer sich für Events, Diskussionsrunden oder Workshops nicht früh genug registriert hat, bleibt draussen. So warteten dann auch viele vergeblich auf Einlass zu den Auftritten der Klimaaktivistin Greta Thunberg.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Miguel am 23.01.2020 05:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nonsense

    Was soll der Unterschied zwischen Businessleuten und einem Konzernchef sein? Könnt ja darüber auch noch einen nonsense Artikel schreiben, denn das ist eure Stärke!

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  • Vertigo am 23.01.2020 06:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Genug

    Und ich habe das Ganze satt vor allem die gestrige Demonstration in Zürich. Hallo was soll dass? Nach einem strengen Arbeitstag will ich nach Hause und nicht auf irgendwelche ÖV warten müssen bis die Demonstration fertig ist! Und auch durch meine Beiträge am Steueramt können die Demonstranten ein schönes Leben in Zürich führen! Hört mit dem Mist am Feierabend auf! Danke!

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  • Walter Meier am 23.01.2020 05:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Auslandferien

    Was soll hier speziell sein. Wie im täglichen Leben. Wie in den Auslandferien!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • danny am 24.01.2020 22:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    USA

    Trump yeah, ich mag den Mann. Genau das braucht die Welt momentan in diesem kasperle Theater.

  • Nick am 24.01.2020 20:40 Report Diesen Beitrag melden

    Eigentlich selber schuld

    Wenn sich die zweit-, dritt- und viertklassigen "AkteurInnen" nicht auf das Spiel einlassen und nicht mehr als Staffage dienen, wird aus dem "Erstklassigen" blitzartig ein Nichts. Jeder "Star" ist nur Star, wenn er/sie bewundert wird. Ich habe noch nie verstanden, warum sich so viele Menschen freiwillig selbst derart herabwürdigen und das Spiel mitspielen.

  • Melchior am 24.01.2020 19:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Montana

    Man könnte das WEF auch mal nach Montana im Wallis verschieben. Zwar keine Hörner aber dafür harte Grinde mit weichen Fingern.

  • Strubeli1 am 24.01.2020 19:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Cool Mr. President

    So cool war er hier.Wünsche ihm eine gute wieder Wahl.Bin oft in den USA und die meisten Leute wo mann anspricht sind für Mr. Trump.. Ich bin ein grosser fan....Weiter so USA

  • Dan Eben am 24.01.2020 19:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Prügelknabe

    Gibt es sonst noch etwas, dass man ihm anhängen könnte ?