Corona-Krise

21. März 2020 20:50; Akt: 21.03.2020 20:50 Print

Was bringen Trumps 1000-Dollar-Geschenke?

von Dominic Benz - Das Coronavirus legt die Wirtschaft lahm. In den USA sollen die Menschen nun Bargeld vom Staat erhalten. Experten kritisieren das.

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US-Präsident Donald Trump will jedem erwachsenen Bürger 1000 Dollar verteilen, um die heimische WIrtschaft anzukurbeln. Weltweit stecken Unternehmen wegen des Corona-Virus in der Krise. Auch in der Schweiz schürt der Bund ein Notpaket. Laut Bundesrat Ueli Maurer kommen Schweizer Firmen in der Corona-Krise nun schnell an Geld. Das ist auch wichtig. Denn viele Unternehmen sind wegen des Virus in Schieflage geraten. Beim Schaffhauser Maler- und Gipsergeschäft von Daniel Scheffmacher kommen fast keine Aufträge mehr rein. «Ich rechne mit monatelangen negativen Auswirkungen und einem beträchtlichen finanziellen Schaden», sagt Inhaber Daniel Scheffmacher weiter. Hart trifft es Stefanie Schaub, die Inhaberin des Amriswiler Coiffeurgeschäfts Haarscharf: «Für selbstständige Berufstätige ist die Lage verwirrend, weil es noch keine Lösung für uns gibt.» Das Winterthurer Blumengeschäft Müller hat zwar geschlossen. Über den Hauslieferdienst kann das Geschäft aber weiterhin Blumen an die Kunden verschicken. Sollte der Gasthof Eisenbahn in Weinfelden keine Unterstützung vom Bund bekommen, sei er in der Existenz bedroht. Ein entsprechender Antrag sei gestellt. An der Grenze zu Frankreich werden alle scharf kontrolliert, die in die Schweiz einreisen wollen. In Genf schliesst ein Buchhändler sein Geschäft. In der Altstadt in Genf sind die Strassen leergefegt. Gähnende Leere auch am Flughafen Zürich Alles ist zu am Flughafen. Der Bundesrat hat den den nationalen Notstand erklärt. Eine Verkäuferin informiert die Kunden am Montag an der Bahnhofstrasse in Zürich über die Schliessung. Auch die Grenze zwischen Italien und der Schweiz wird dichtgemacht. Per sofort sind öffentliche und private Veranstaltungen verboten. Auch im Niederdorf in Zürich wird es ruhig. Kleiderläden müssen geschlossen bleiben. Ausgehfreudige geniessen den letzten Abend vor der Schliessung der Restaurants durch den Bundesrat wegen des Coronavirus, aufgenommen am Montag, 16. März, in Zürich. Alle Läden, Märkte, Restaurants, Bars sowie Unterhaltungs- und Freizeitbetriebe werden geschlossen. Stühle stehen auf den Tischen anlässlich der Schliessung der Restaurants durch den Bundesrat. Ein geschlossener Grenzübergang zu Weil am Rhein, Deutschland, in Riehen am Montag. Auch im Shoppingcenter Tivoli in Spreitenbach bleiben die Geschäfte zu. Diese Blumen wurden gratis abgegeben, weil sie nicht mehr verkauft werden können.

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Die Weltwirschaft leidet unter dem Coronavirus. Auch in der Schweiz brechen die Einnahmen der Unternehmen wegen des Lockdowns weg. Bereits gab es erste Entlassungen, bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) schnellen die Anmeldungen hoch. Tausende Firmen haben bereits Kurzarbeit angemeldet.

Wie auch in der Schweiz schnüren Staaten rund um den Globus milliardenschwere Hilfspakete, um die Wirtschaft zu unterstützen. Die USA planen gar, Bargeld direkt an jeden erwachsenen Bürger zu verteilen. Wie hoch die Summe ausfällt, ist noch unklar. Im Gespräch ist die Ausgabe von Checks in der Höhe von mindestens 1000 Dollar (rund 1000 Franken).

«Nicht das richtige Instrument»

Insgesamt will die US-Regierung direkte Zahlungen mit einem Volumen von insgesamt einer halben Billion Dollar bewilligen lassen. Wie viel Bares jeder erhält, soll laut Berichten vom Einkommen und der Familiengrösse abhängig gemacht werden. Die Auszahlungen sollen in zwei Runden erfolgen – die erste Runde am 6. April, die zweite am 18. Mai. Unter dem Strich soll das Paket zur Bewältigung der Corona-Krise eine Billion Dollar schwer sein.

Martin Eichler hält von solchen Bargeld-Verteilungen in den USA nicht viel. «Das ist momentan nicht das richtige Instrument», sagt der Chefökonom des unabhängigen Wirtschaftsforschungsinstituts BAK Economics zu 20 Minuten. Zwar handle es sich um eine mögliche Konjunkturmassnahme, die den Konsum ankurbeln könne ähnlich wie etwa eine Steuererleichterung. «Doch wenn die Läden zu sind, kann man das Geld auch nicht ausgeben.» Daher würden es die Menschen erst einmal sparen.

Sparen statt ausgeben

Zudem sei die Wirkung einer solchen Bargeld-Verteilung viel zu breit angelegt. Es würden auch viele Menschen Geld erhalten, die es gar nicht nötig hätten, so der Ökonom. «Daher sind gezielte soziale Massnahmen sinnvoll, die dort greifen, wo Einkommen weggefallen ist.»

Auch Tobias Straumann sagt zu den Bargeld-Plänen der USA: «Das bringt nichts.» Laut dem Wirtschaftshistoriker an der Universität Zürich würden die Leute derzeit ohnehin nicht konsumieren. Das Geld hätte nur auf das untere Drittel der Amerikaner einen Effekt. «Die brauchen das Geld, der Rest spart es.»

In der Schweiz nicht vorstellbar

Wäre eine solche Bargeld-Verteilung auch in der Schweiz möglich? «Das ist nicht notwendig. Mit den Massnahmen des Bundes ist sichergestellt, dass jeder seinen Lohn erhält. Einfach Geld zu verteilen, macht keinen Sinn», sagte Maurer anlässliche der Pressekonferenz vom Freitagnachmittag.

Ähnlich tönt es bei Staumann: «Das ist nicht vorstellbar.» Laut dem Ökonomen könnte die Bargeld-Verteilung an die Steuerzahler aber durchaus in hochverschuldeten Ländern wie Griechenland oder Italien ankommen. «Und zwar aus purer Verzweiflung.»

Straumann betont, dass es sich bei den Bargeld-Plänen in den USA nicht um sogenanntes Helikopter-Geld handle. Von diesem spricht man gewöhnlich, wenn die Notenbank zusätzliches Geld druckt und es der Bevölkerung verteilt. Das Geld für die Steuerzahler in den USA würde hingegen vom Staat kommen. Das wäre auch in der Schweiz der Fall. «Wir haben genug Geld, um es nicht extra drucken zu müssen», so Straumann.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ulrich Walter am 21.03.2020 21:14 Report Diesen Beitrag melden

    Kreditkarte

    In den USA wird eben das Geld mittels Kreditkarte bereits ausgegeben, bevor es vorhanden ist. Wenn nun plötzlich nichts mehr reinkommt, so muss halt jemand anders den bereits aufgelaufenen Betrag 'hinblättern'. In diesem Fall eben der 1000 USD-Check. In den USA seien 40% der Bürger nicht in der Lage, eine ungeplante Ausgabe von USD 400.- zu bewätigen.

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  • Tell's Lady am 21.03.2020 21:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wahlkampf

    Das ist PR für seinen Wahlkampf.

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  • Jens M. am 21.03.2020 21:34 Report Diesen Beitrag melden

    Wahlkampf

    Das nennt man Wahlkampf aber es wird nichts bringen. Er hat die Corona-Krise nicht im Griff und beleidigte selbst einen Journalisten, der aber eine gute und berechtigte Frage an ihn hatte. Das spricht nicht unbedingt für seine Intelligenz.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Nick am 22.03.2020 19:36 Report Diesen Beitrag melden

    Brot und Spiele

    Das haben schon die alten Römer gewusst und gemacht. Heute gibt es halt Geld und Football oder E-Sport statt Brot und Gladiatorenkämpfe.

  • vAl am 22.03.2020 17:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hypokriten

    Die meisten Kritiker würden diese 1000 $ einstecken und weiter Kritisieren

    • Laferi am 22.03.2020 19:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @vAl

      Nur wenn es Schweizer sind.

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  • pistols am 22.03.2020 17:21 Report Diesen Beitrag melden

    guns

    die empfänger freuen sich sicherlich. das gibt ein paar waffen mehr pro haushalt

  • B. Kerzenmacher am 22.03.2020 16:35 Report Diesen Beitrag melden

    Virus

    Wenn ein Virus keinen Wirt mehr findet, dann stirbt es aus. Entweder nach Impfung des Grossteils potentieller Wirte oder wenn diese sicher, das heisst drastisch überwacht, in Quarantäne feststecken. In Anbertracht der Inkubationszeit sollten 5 Wochen strikte Quarantäne für alle ausreichen. China hat es auch geschafft und Südkorea ist dicht davor.

  • olo bauert am 22.03.2020 16:18 Report Diesen Beitrag melden

    Wahlbestechung

    Trumps 1000$-Geschenk bringt gar nichts, ausser dass es billigste Wahlwerbung und Stimmenkauf ist, und eigentlich verboten werden müsste.