Turbulenzen an der Börse

10. August 2018 10:46; Akt: 10.08.2018 10:54 Print

Türkische Lira stürzt ab, Franken legt stark zu

Der Kurs der türkischen Lira ist heute auf ein Rekordtief gefallen. Dagegen gewinnt der Schweizer Franken als sicherer Hafen an Wert.

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Der Kursverfall der türkischen Währung hat sich am Freitag beschleunigt. Am Morgen kam es im Handel mit dem US-Dollar zeitweise zu einem Einbruch um 13,5 Prozent. Der Kurs fiel auf ein Rekordtief bei 6,3005 Lira für einen Dollar.

Auch im Handel mit dem Euro ging es rasant abwärts – erstmals wurden mehr als sieben Lira für einen Euro gezahlt. Am Morgen wurden zeitweise 7,2254 Lira für einen Euro gezahlt. Zum Vergleich: Zu Beginn des Jahres waren es nur 4,50 Lira.

«Abwärtsstrudel»

Als Ursache für die Zuspitzung an den türkischen Finanzmärkten gilt auch die Unsicherheit der Anleger vor der Veröffentlichung eines neuen Wirtschaftsmodells, das Finanzminister Berat Albayrak am Freitag vorstellen will.

Analysten der Landesbank-Baden-Württemberg (LBBW) sprachen von einer Vertrauenskrise, die einen «Abwärtsstrudel» bei der türkischen Lira ausgelöst habe.

Anfangs waren noch mangelnde Rechtssicherheit, eine starke Inflation und die Sorgen um die Unabhängigkeit der Zentralbank das Hauptproblem für die türkische Währung. Mittlerweile wird nach Einschätzung der LBBW an den Märkte aber auch die Möglichkeit einer Staatspleite der Türkei durchgespielt. Zuletzt sind Prämien der Kreditausfallversicherungen auf türkische Staatspapiere auf Höchststände geklettert.

Wachstumsprognose korrigiert

Einige Punkte des neuen Wirtschaftsprogramms waren am Markt schon durchgesickert. Demnach will die türkische Führung ihre Wachstumsprognose etwas zurücknehmen und die Inflation in den einstelligen Bereich drücken. Im Juli hatte die Inflationsrate 16,30 Prozent betragen.

Zeitgleich zu den starken Verlusten der Lira ging es auch mit den Kursen der in US-Dollar ausgegebenen türkischen Staatsanleihen deutlich nach unten. Am Aktienmarkt beruhigte sich dagegen die Lage.

Starker Franken

Wie fast immer in Phasen mit Finanzmarktturbulenzen gewinnt auch der Franken als sicherer Hafen deutlich an Wert zu. Gegenüber dem Euro notierte die hiesige Währung zuletzt erstmals seit fast einem Jahr wieder unter der Marke von 1,14 Franken.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Elias Truttmann am 10.08.2018 11:10 Report Diesen Beitrag melden

    News...

    Es ist nicht der Franken, der aufwertet, es ist der Euro, der (wieder einmal) abschmiert. Denn zum US Dollar ist der Franken ziemlich stabil geblieben. Gleichzeitig büsst der Euro auch zum USD ein. Soooo schwierig ist das nicht zu verstehen.

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  • Türkei am 10.08.2018 11:05 Report Diesen Beitrag melden

    Ah, Staatspleite!

    Dann sollte man sofort die EU Aufnahmegespräche wieder fortführen. Die EU steht darauf, Pleitekandidaten mit offenen Armen zu empfangen. Schliesslich hat D noch jeder Menge Geld zum Umverteilen!

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  • CHwitzer am 10.08.2018 10:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    korrektes Deutsch

    sollte das nicht Kurszerfall heissen? oder hat diese Währung ein Verfallsdatum?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Juhu am 10.08.2018 14:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weiter so

    Freu mich drauf das es bald wieder 1:1,05 ist mit dem Euro, muss wieder günstig auf mein D Konto überweisen damit ich herrlich günstig in der EU einkaufen kann.

  • Bosanac Glupi am 10.08.2018 14:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bald Bürgerkrieg

    Grosser Waffenarsenal, Misswirtschaft, Propaganda und viele Faktoren: es schmeckt mir nach Bürgerkrieg , wie damals in YU. Das wissen die Bankiers immer als Ersten.

  • Nirwana am 10.08.2018 14:25 Report Diesen Beitrag melden

    Wie ein Tanz auf dem heissen Vulkan

    da spielt wohl gerade ein ganz grosser Player mit der TRY, bleibt zu hoffen das der Vulkan nicht ausbricht.

  • z.s. am 10.08.2018 14:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nein

    kommt.. alle sind gegen erdogan.. man macht ihm die währung kaputt um zu sagen erdogan wäre schuld.

  • M.M am 10.08.2018 14:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    scherz am rande

    Özil hätte sicher noch ein par sauer verdiente Euros für seinen Presidente.