Offline-Banking

08. März 2012 08:44; Akt: 08.03.2012 09:44 Print

UBS & Co. brauchen Social-Media-Strategien

Für UBS, Bank Sarasin und Julius Bär sind Facebook und Twitter kein Thema. Dabei könnten die Schweizer Institute von mehr Kommunikation mit ihren Kunden profitieren.

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Die Studie untersuchte die wichtigsten Social-Media-Kanäle. Insgesamt konnten maximal 100 Punkte erreicht werden: Facebook (Maximalpunktzahl 35 Punkte), Twitter (15 Punkte), YouTube (10 Punkte), LinkedIn (10 Punkte) sowie die Social-Media-Integration in die Website-Auftritte (30 Punkte) inklusive Mobile-Auftritte und Google+.

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Facebook war am frühen Mittwochmorgen für zwei Stunden nicht erreichbar. Was für viele User ein Problem war, dürfte bei den Schweizer Banken kaum bemerkt worden sein. Laut einer Analyse des Schweizer Anlegerportals Assetinum interessieren sich die Schweizer Banken nämlich kaum für die Social-Media-Kanäle wie Facebook, Twitter und Co.

Umfrage
Sollen die Schweizer Banken mehr für Social Media tun?
44 %
56 %
Insgesamt 344 Teilnehmer

Zuoberst auf der Rangliste der am besten vernetzten Banken steht - es erstaunt kaum - eine US-amerikanische Bank, nämlich die Citibank. Auf Platz zwei liegt Société Générale aus Frankreich, auf dem dritten Rang ABN AMRO aus Holland. Die Credit Suisse B”rsenkurs (CS) belegt als führende Schweizer Bank den 22. Platz.

Die neun untersuchten Schweizer Institute – Credit Suisse, Pictet & Cie, UBS B”rsenkurs, UBP, Zürcher Kantonalbank, Lombard Odier Darier Hentsch, Julius Bär B”rsenkurs, Vontobel und Bank Sarasin – liegen mit durchschnittlich 20 von 100 möglichen Punkten abgeschlagen hinter ihrer internationalen Konkurrenz. Pictet (26) schneidet nach der CS B”rsenkurs am besten ab, die UBS liegt auf dem 33. Rang (siehe Liste am Ende).

Verschwiegene Schweizer Banken

Dabei wäre eine fortschrittliche Social-Media-Strategie auch bei den Schweizer Banken «dringend nötig», gerade auch angesichts der weltweit kritischen Presse, schreiben die Autoren der Studie. Einen Widerspruch zum Bankgeheimnis sehen sie nicht - im Gegenteil: Mit der Diskussion ums Bankgeheimnis werde eine offensivere Kommunikationsstrategie nötig. «Es ist höchste Zeit, dass die Schweizer Banken über den eigenen Schatten springen und ihre Zurückhaltung gegenüber Social Media in ihrem eigenen Interesse ablegen», sagt Assetinum-Geschäftsführer Benjamin Manz.

In der Studie wurde die Kommunikation der Banken auf Facebook, Twitter, YouTube, LinkedIn sowie die Social-Media-Integration in die Websites der Banken untersucht. Dabei stehen bei den Social-Media-Strategien der 50 führenden Banken nicht nur Finanzthemen im Vordergrund. «Auch Sponsoring-Kampagnen in den Bereichen Sport, Kunst, Wissenschaft, Kultur, Entwicklungshilfe oder Nachhaltigkeit sorgen auf Facebook & Co. für Aufmerksamkeit», heisst es. Die bestplatzierten Banken interagieren mit den Nutzern auf ihren Social-Media-Kanälen.

Besser auf «Shit Storms» reagieren

Doch warum sind die Sozialen Medien für Banken so wichtig? Auch das Medienverhalten von vermögenden Bankkunden habe sich nachhaltig verändert, und auch viele Anleger kommunizieren über die digitalen Medien. Diese Kanäle können die Banken vermehrt auch für den Reputationsaufbau und -erhalt sowie für die Kundenakquise nutzen.

Zudem können rufschädigende «Shit Storms» am besten verhindert werden, indem eine Bank selbst prominent in den wichtigen Social-Media-Kanälen präsent ist und so rechtzeitig auf die erhobenen Vorwürfe reagieren kann, schreibt Assentinum. Allzu lange sollten die Schweizer Banken mit ihren Social-Media-Aktivitäten nicht warten, rät die Studie. «Sie müssen sich beeilen, solange sie noch auf den Zug aufspringen können. Denn der Aufbau einer aktiven Internet-Community braucht Zeit», sagt Manz.

Nur zwei haben aktives Facebook-Profil

Bis anhin haben nur zwei Schweizer Banken ein aktives Facebook-Profil. Auch mit dem sozialen Nachrichtendienst Twitter kommunizieren die untersuchten Schweizer Banken nicht viel gekonnter: Zwar verfügen sieben der neun Institute über einen Twitter-Account, allerdings gehen nur zwei (Pictet und ZKB) aktiv auf die Tweets der Nutzer ein. Auch verfügen nur die UBS, die Credit Suisse und Pictet über mehr oder weniger aktive YouTube-Kanäle. Immerhin verfügen alle Schweizer Banken über ein LinkedIn-Profil, das aber vor allem den Human-Resources-Abteilungen zudienen soll.

Knapp die Hälfte der Institute integrieren Social Media nur ungenügend in ihren Internet-Auftritt. In der Schweiz bindet sogar nur die CS Social Media einigermassen prominent in die eigene Website ein. Von den 50 Banken verfügen 19 über einen eigenen Blog, darunter ist aber keine einzige Schweizer Bank. Nur UBS, UBP, Pictet und Lombard Odier verfügen über eine fokussierte Subsite zu Wealth-Management- oder Private-Banking-Themen.

Hier sehen Sie die Rangliste der Banken (für Vergrösserung klicken): Download PDF

(egg)

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Ausgewählte Leser-Kommentare

Mir ist es lieber, wenn sich die Schweizer Banken auf ihr Business konzentrieren, statt auf facebook, twitter usw. Was bringt's mir, wenn unsere Banken diese Kanäle optimal nutzen, das Bankgeschäft jedoch nicht mehr verstehen? Konzentration auf das Wesentliche! Facebook gehört definitiv nicht dazu. – Der Kritiker

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Lothar Fehlmann am 08.03.2012 09:35 Report Diesen Beitrag melden

    Chance vergeben

    Die UBS hat nicht gecheckt, dass bei der heutigen Jugend und morgigen Kundschaft (next Generation) der gesamte Informationsaustausch (information exchange) und das Networking über Social Media (FB, Twitter & Co.) läuft. Sie vergibt sich die Chance, dieses Kundensegment in ihrer Sprache anzusprechen und für sich zu gewinnen! Ein schlimmer Managementfehler, der in naher Zukunft eklatante negative Auswirkungen haben wird. Die meisten anderen Firmen, siehe z.B. Apple, BMW, Omega etc. haben schon lange erkannt, dass Social Media ein wichtiger Bestandteil ihres Markenauftritts ist.

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  • Informatiker am 08.03.2012 10:11 Report Diesen Beitrag melden

    So ein Unsinn!

    Sowas braucht es nun wirklich nicht, und das sag ich als Informatiker! Was soll man mit einer Bank auf Facebook? Den aktuellen Kontoauszug mit seinen Freunden teilen? ;)

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  • W.Keller am 08.03.2012 10:39 Report Diesen Beitrag melden

    Zeichen der Zeit

    Viva la Posta. Die Postfinance ist schon lange auf FB. Zwar ist es meist Reklame in eigener Sache, aber sie sind present. Man beachte auch die Social Media SOS Albula, einfach genial.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Sebastian "sebiturbo" Lentz am 10.03.2012 08:23 Report Diesen Beitrag melden

    facebook = digitale Grundversorgung

    Liebe Freunde, es wird Zeit zu verstehen, dass facebook&Co zu unserer Basis-Kommunikation gehören. Bis zu einem gewissen Grad ist der Dialog auf facebook auch ein Schutz für den Konsumenten. Meine Freunde informieren mich über Recht und Unrecht oder aktuelle Trends. Wer als Unternehmen, auch als Bank, nicht mitmacht wird das in Zukunft schwer bereuen. Denn spätestens die nächste Generation wird fragen, warum sie Ihren Banker nicht auf facebook trifft. Ergänzend muss ich sagen, dass Raiffeissen CH eine vorbildliche Social Media Arbeit leistet. Sie taucht nicht in der Statistik auf.

  • Brumm B am 09.03.2012 00:07 Report Diesen Beitrag melden

    So ein Käse

    Was es braucht sind anständige Berufsleute mit Ehre und Charakter. Der Rubel läuft und der Kunde ist zufrieden.

  • Peter Mayer am 08.03.2012 22:49 Report Diesen Beitrag melden

    Social Media für Firmen unwichtig

    Zum Thema Social Media und Firmen gibt es div. Studien, die beweisen, dass sich die Sache für Firmen nicht lohnt. Es gibt genügend Negativbeispiele: Firmen Twitter Accounts, die täglich irgendwelche "Sonderangebote" twittern, gleich nervend wie dauernde Werbeemails, Kunden die via Twitter anfragen zu Bestellstatus oder dergleichen stellen, dafür gibt es Email oder ein Servicebereich, woher soll die Firma wissen, welcher Kunde es ist. In den USA ist das Thema Social Media und Firmen schon wieder am abklingen, bei uns ist es nur eine Frage der Zeit.

  • Mart am 08.03.2012 22:16 Report Diesen Beitrag melden

    Nun mein Quark

    Web 2.0 lässt sich hervorragend dafür nutzen um die weniger denkenden Menschen unter uns einfach zu beeinflussen, bzw. um Marketing zu betreiben und schlussentlich ein Business (u.a. Geld) zu machen. Hat 'ne Bank 7 Likes mehr mache ich dort ein Konto auf, oder was im Blick steht muss stimmen, bzw. was in Wikipedia steht! Ich sehe immer mehr wie sich die Menschen nicht mehr objektiv & qualitativ informieren, sich vom "Sog der Gesellschaft" mitziehen lassen - Leute, wacht auf und macht euch eure EIGENEN Gedanken!

  • Der Kritiker am 08.03.2012 16:15 Report Diesen Beitrag melden

    QUALITÄTSMERKMAL

    Mir ist es lieber, wenn sich die Schweizer Banken auf ihr Business konzentrieren, statt auf facebook, twitter usw. Was bringt's mir, wenn unsere Banken diese Kanäle optimal nutzen, das Bankgeschäft jedoch nicht mehr verstehen? Konzentration auf das Wesentliche! Facebook gehört definitiv nicht dazu.