Börse reagiert

15. September 2011 14:28; Akt: 17.09.2011 16:32 Print

UBS-Aktie sackt unter die 10-Franken-Marke

Die Nachricht des Milliarden-Verzockers lässt die UBS-Aktie absacken. Doch der finanzielle Schaden ist das kleinere Problem – schwerwiegender ist der Vertrauensverlust.

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Ein einzelner UBS-Mitarbeiter verzockte 2 Milliarden Dollar. Die heutige Mitteilung der UBS wirft grosse Wellen – in der internationalen Presse (siehe Bildstrecke oben) und vor allem an der Börse: Die UBS-Aktie eröffnete gut 8 Prozent tiefer. Kurz vor Börsenschluss standen die Papiere unter der wichtigen Marke von 10 Franken bei 9.78 Franken – 10,48 Prozent im Minus.

Der finanzielle Schaden der UBS wird von den Händlern indes nicht als dramatisch eingestuft. Die Marktexperten fürchten hingegen, dass der Ruf der UBS durch von einem Händler mit illegalen Geschäften verursachten Verlust erneut Schaden nimmt.

«Schlechtes Licht auf die Risikokontrolle»

Die Meldung sei «katastrophal» für die Bank, sagten Händler. Nachdem sich die UBS von ihrem Imageschaden aus der Finanzkrise erholt habe, werde das Institut nun wohl wieder unter einen neuen Vertrauensverlust zu leiden haben, erklärte ein Börsianer.

Sofern es sich nicht um eine kriminelle Tat handle, werfe der Verlust «ein schlechtes Licht auf die Risikokontrolle der Bank und stellt deren Führung in Frage», sagte ein anderer Händler. Man frage sich, ob die UBS die Risiken in der Investment Bank nicht im Griff habe.

Auch Händler rechnen mit einem Verlust

Nachdem die Analysten im Konsens für das dritte Quartal bisher mit einem Gewinn von rund 1,3 Milliarden Franken gerechnet hatten, werde nun wohl ein Verlust anfallen, lautet die Meinung im Markt.

Die UBS selbst schweigt eisern: Informationen, ob der Verlust aufgrund einer kriminellen Tat oder aufgrund schlechter Risikokontrolle zu Stande kam oder ob sich der Verlust auf Devisenspekulationen im Zusammenhang mit dem starken Franken zurückführen lässt, wollte die UBS auf Anfrage der Nachrichtenagenturen sda und AWP nicht sagen.

(whr/mlu/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jerome W. am 15.09.2011 15:07 Report Diesen Beitrag melden

    ... und jetzt nur noch ein Zehner-Nötli

    Vertrauen ist schön - Kontrolle ist besser; aber beides fehlt der UBS - R.I.P. UBS !!!

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  • Post-it am 15.09.2011 11:45 Report Diesen Beitrag melden

    Schande

    Ich würde mich zu tiefst schämen, wenn ich bei der UBS arbeiten würde. Ich staune, dass Menschen so käuflich sind und das nur wegen des Geldes machen. Steuerbetrug in den USA, spekulative Anlagen und durch Staat - dem man immer wieder droht - gerettet, hemmungsloses Spekulieren, teure Gebühren,...

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  • Lukas Müller am 15.09.2011 12:43 Report Diesen Beitrag melden

    Nichts verloren

    Eigentlich ist ja nichts verloren, das Geld hat nur jemand anders!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Ooho Darksen am 19.09.2011 12:03 Report Diesen Beitrag melden

    Für das Volk

    Es ist eine frechheit das der Schweizersteuerzahler dieser unkompetenten Bank Geld gib das diese überleben kann und dann nach einiger zeit einer auffliegt der soviel verzockt. Es kann nicht sein das er alleine das entschieden hat denn mit einem Jahresgehalt von 300'000 hätte er sicherlich nicht aleine die Befugniss mit soviel Geld zu hantieren.Der Gipfel des ganzen.. man sagt er habe gegen den Franken investiert wenn das so ist.. naja denkt euch meine Meinung... ein Penner der verschlafen hat das der Franken an den Euro gekoppelt wird obwohl das schon 1 week vorher im Gespräch war....

  • Thomas Mehler am 16.09.2011 13:43 Report Diesen Beitrag melden

    Trennbankensystem - sofort!

    Es gibt nur ein Mittel: Trenbankensystem wie beispielsweise in Kanada. So müssen Geschäfte mit risikogewichteten Zinsen refinanziert werden - und nicht via billige Spargelder. Dies führt von allein dazu, dass die Risiken der Geschäfte mindern. Zudem würdes es ein Kollaps einzelner Geschäfsbereiche ermöglichen. Anders als bei der heutigen Holdinghaftung!

  • objektiv bleiben am 16.09.2011 11:38 Report Diesen Beitrag melden

    Bitte denken!!!

    Kann mir jemand sagen, was ein Konzernverlust mit den Steuerzahlern zu tun hat? Für den aktuellen Fall habe ich noch nirgends mitbekommen, dass der Staat wieder einspringt. Ihr habt wohl vergessen, dass der Staat mit der Finanzspritze damals viel Geld verdient hat. Diejenigen die den Steuerzahler Geld kosten, beziehen in irgend einer Form Sozialhilfe oder das Militär, und das Geld wird weder zurückbezahlt noch verzinst. Zudem glaube ich kaum, dass die aufgebrachte Meute hier sich wirklich Gedanken über wohin die Steuergelder wirklich fliessen (neue Kampfjets?).

  • Nathali K. am 16.09.2011 09:36 Report Diesen Beitrag melden

    Weiterbildung

    Hier aus slembeck.ch "Dem Bund sind durch das Engagement im UBS-Rettungspaket keine Kosten, sondern ein Gewinn von CHF 1.2 Mrd. ". und Blick.ch "Unter dem Strich resultiert für die Eidgenossenschaft ein Gewinn von 1,2 Mrd. Franken, wie das Eidg. Finanzdepartement mitteilte. " und woz.ch "Als der Bund am 16. Oktober 2008 die UBS rettete, gewährte er der Bank eine Anleihe von sechs Milliarden Franken. Im Sommer 2009 konnte er diese Anleihe mit einem Gewinn von 1,2 Milliarden verkaufen".

  • Ruppert Haas am 16.09.2011 09:27 Report Diesen Beitrag melden

    info an alle

    Hier aus slembeck.ch "Dem Bund sind durch das Engagement im UBS-Rettungspaket keine Kosten, sondern ein Gewinn von CHF 1.2 Mrd. ". und Blick.ch "Unter dem Strich resultiert für die Eidgenossenschaft ein Gewinn von 1,2 Mrd. Franken, wie das Eidg. Finanzdepartement mitteilte. " und woz.ch "Als der Bund am 16. Oktober 2008 die UBS rettete, gewährte er der Bank eine Anleihe von sechs Milliarden Franken. Im Sommer 2009 konnte er diese Anleihe mit einem Gewinn von 1,2 Milliarden verkaufen". Soviel zu der Meinung der Steuerzahler musste bluten.