Generalversammlung

02. Mai 2019 14:10; Akt: 02.05.2019 18:38 Print

UBS-Aktionäre verweigern Managern Entlastung

Weitere Ohrfeige für das Topmanagement der Grossbank. Bereits im Vorfeld der Generalversammlung gab die Busse in Frankreich zu reden.

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Die Aktionäre der Grossbank UBS verweigern dem Top-Management die Décharge. Die Inhaber der grössten Schweizer Bank haben dem Verwaltungsrat und der Geschäftsleitung die Entlastung für das Geschäftsjahr 2018 nicht erteilt. Zwar gab es mit knapp 41,7 Prozent ‹JA› marginal mehr Stimmen für die Entlastung als dagegen, aber die absolute Mehrheit von 50 Prozent wurde wegen den vielen Enthaltungen (16,7%) nicht erreicht.

Die Konsultativ-Abstimmung über den Vergütungsbericht fiel zwar mit einem JA-Stimmenanteil von 79,4 Prozent für die UBS deutlich besser aus. VR-Präsident Axel Weber konnte sich allerdings nicht zufrieden geben, denn vor einem Jahr war der JA-Anteil mit 81 Prozent etwas höher.

Noch nicht fortgeschritten genug

Ohne Probleme bzw. mit hohen JA-Stimmenanteilen von rund 99 Prozent gingen dagegen der Dividendenvorschlag sowie die Genehmigung des Lageberichtes sowie der Konzernrechnung 2018 durch. Die Busse in Frankreich, die Vergütungen oder auch das Thema Nachhaltigkeit hatten an der Generalversammlung der grössten Schweizer Bank zuvor zu reden gegeben.

Ansonsten war im ersten Teil der GV vor allem die Nachhaltigkeit der Bank ein Thema. Die Anlagestiftung Actares, die das nachhaltige Wirtschaften in den Fokus stellt, bedankte sich bei der UBS-Spitze zwar für die Dialogbereitschaft, bezweifelte aber, dass die UBS in Sachen Nachhaltigkeit, Klimaschutz oder auch Menschenrechten schon genug fortgeschritten sei.

VR-Präsident Weber wies dabei darauf hin, dass die Bank die «Balance» immer mehr in Richtung Nachhaltigkeit verschiebe, was aber ein langwieriger Weg sei. Überhaupt würden die Standards in Bezug etwa auf Terrorfinanzierung oder Korruption angezogen.

Aussergerichtliche Einigung «nicht möglich»

Weber ging in seiner Rede auch auf den Frankreich-Fall ein. Die UBS war dort vor gut zwei Monaten erstinstanzlich von einem Pariser Gericht wegen Geldwäscherei und Beihilfe zu Steuerhinterziehung verurteilt worden. Der Bank wurden eine Rekordbusse und Schadenersatzzahlungen in Höhe von 4,5 Milliarden Euro aufgebrummt.

«In der Vergangenheit konnten wir juristische Fälle auch mittels Vergleichen schnell und zu akzeptablen Konditionen lösen», sagte der VR-Präsident. Im Fall Frankreich sei ein «akzeptabler Weg» zur aussergerichtlichen Einigung «leider nicht möglich» gewesen. «Uns blieb deshalb - auch im Interesse der Aktionärinnen und Aktionäre - nur der Gerichtsweg.» Die Bank gibt sich auch weiter überzeugt, «dass unsere Argumente in der nächsten Instanz überzeugen».

Anwesend waren zu Beginn der Generalversammlung gemäss den Angaben 1254 Aktionäre. Mit den Aktienstimmen, die vom unabhängigen Stimmrechtsberater vertreten werden, sind 76 Prozent der stimmberechtigten Aktienstimmen anwesend.

(sda)

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