Nach Kritik

29. September 2011 19:31; Akt: 29.09.2011 20:47 Print

UBS-Chef Ermotti gibt private Mandate ab

Der Nachfolger von Oswald Grübel auf dem Chefsessel der grössten Schweizer Bank UBS, Sergio Ermotti, trennt sich von seinen nebenberuflichen Tätigkeiten.

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Der neue UBS-Chef Sergio Ermotti gibt seine privaten Mandate ab. (Bild: Reuters)

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Der am Wochenende überraschend zum Interim- Konzernchef der UBS gewählte Sergio Ermotti will das Investmentbanking verkleinern und kundenorientierter machen. Das geht aus einer internen Mitteilung an die Mitarbeitenden hervor.

Die Investmentbank sei in vielen Bereichen ein führender Anbieter und wichtig für private wie auch institutionelle Kunden, schrieb Ermotti in einem Brief an die Mitarbeiter, welcher der Nachrichtenagentur sda vorliegt.

Die UBS werde weiterhin in ihre Kernkompetenzen investieren. Die Investmentbank werde aber insgesamt weniger komplex sein und weniger Risiken eingehen sowie weniger Kapital beanspruchen, schrieb er weiter. Ermotti war am Samstag zum Konzernchef ad interim ernannt worden, nachdem sein Vorgänger Oswald Grübel wegen des Handelsskandals in London zurückgetreten war.

Analysten fordern von der Bank, das kapitalintensive Handelsgeschäft mit Festzinsanlagen, Devisen und Rohstoffen (FICC) zurückzufahren und sich aus dem Handel auf eigene Rechnung zu verabschieden.

Ethos verlangt Abtrennung

Der einflussreiche Schweizer Aktionärsvertreter Ethos verlangt eine Abtrennung des Investmentbankings. Die UBS werde an dem Modell der integrierten Bank festhalten, bei dem sich Vermögensverwaltung, Investmentbank und Asset Management sowie das Schweizer Geschäft gegenseitig ergänzen, erklärte Ermotti.

Neben den strategischen Plänen, deren Einzelheiten Mitte November vorgelegt werden sollen, gehe es nun auch darum, die Untersuchung des Londoner Vorfalls zum Abschluss zu bringen. Sowie Klarheit bestehe, würden die notwendigen Korrekturen umgesetzt, schrieb der UBS-Chef weiter. Ein inzwischen festgenommener Händler hatte UBS einen Verlust von 2,3 Mrd. Dollar eingebrockt und damit Zweifel am Risiko-Management der Bank aufkommen lassen.

Dass er lediglich für die nächsten Monate als Interims-Chef eingesetzt wurde, werde ihn nicht bremsen, schrieb der 51-jährige Banker ausserdem. Der Verwaltungsrat habe ihm die volle Verantwortung als CEO der Gruppe übertragen. «Und ich habe vor, meine Befugnisse vollumfänglich zu nutzen.»

Umstrittene Mandate

Wie am Donnerstagabend bekannt wurde, wird Ermotti zudem seine privaten Verwaltungsratsmandate abgeben. Die Übergabe der Mandate in neue Hände wird rasch, aber geordnet stattfinden, wie aus einer Medienmitteilung der UBS hervorgeht.

Nach dem Wechsel auf dem Chefsessel der UBS wurde Ermotti in Medienberichten wegen Mandaten bei anderen Gesellschaften kritisiert - namentlich bei solchen mit Sitz im Steuerparadies Panama. Für die UBS haben die Medienberichte der vergangenen Tage «rufschädigende Unwahrheiten» enthalten.

Die Bank betonte zudem, dass sie seit dem Eintritt Ermottis in die Konzernleitung im Frühling über dessen nebenberufliche Engagements informiert gewesen sei und diese ausdrücklich bewilligt habe. Bezug nehmend auf einen Bericht in der «Handelszeitung» wies eine UBS-Sprecherin am Donnerstagmorgen zudem darauf hin, dass Ermotti besagte Mandate nur unter der Bedingung angenommen habe, dass der Sitz der Firmen in die Schweiz überführt werde.

(sda)