Trotz Handelsverlusten

04. Oktober 2011 07:10; Akt: 04.10.2011 10:02 Print

UBS erwartet Gewinn im dritten Quartal

Trotz des Verlustes von 2,3 Milliarden Dollar, den der Londoner Händler Kweku Adoboli verursacht hat, schreibt die Grossbank UBS im dritten Quartal voraussichtlich einen «moderaten» Reingewinn.

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Die UBS erstrahlt schon fast wieder in altem Glanz: Trotz der «Affäre Adoboli» schreibt die Bank einen Reingewinn. (Bild: Keystone)

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Die Affäre um den Handelsverlust, verursacht durch den Londoner Händler Kweku Adoboli, scheint der Grossbank UBS doch nicht einen so grossen Schaden zugefügt zu haben zu haben, wie bisher angenommen wurde. Gemäss einer Medienmitteilung erwartet die Bank im dritten Quartal 2011 einen «moderaten» Reingewinn. Nach Bekanntwerden des Falles vor etwas mehr als zwei Wochen hatte die UBS vor einem Quartalsverlust gewarnt.

Die UBS hatte Mitte September bekanntgeben müssen, dass ein Händler in London durch unautorisierte Handelsgeschäfte einen Schaden von 2,3 Mrd. Dollar verursacht hatte. Dass sich die UBS dennoch in den schwarzen Zahlen halten konnte, ist massgeblich auf die Neubewertung eigener Schuldtitel zurückzuführen, die den Gewinn um rund 1,5 Mrd. Fr. erhöhte. Dieser rein buchhalterische Effekt wurde durch die Ausweitung des so genannten Kreditspreads der Bank hervorgerufen.

Ein höherer Kreditspread weist auf eine gesunkene Bonität hin. Der Anstieg des Kreditspreads entspreche einem Trend über die gesamte Finanzbranche hinweg, erklärte UBS-Sprecherin Tatiana Togni auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Der Handelsverlust habe höchstens einen geringfügigen Effekt gehabt.

Einen positiven Einfluss hatte darüber hinaus ein Gewinn von etwa 700 Mio. Fr. aus dem Verkauf von US-amerikanischen und britischen Staatsanleihen. Diese waren laut Togni ursprünglich zur Absicherung gegen das tiefe Zinsniveau aufgenommen worden. Diese so genannt Treasury-bezogenen Anlagen seien vom Eigenhandel unabhängig.

400 Mio. Fr. für Sparmassnahmen aufgewendet

Neben dem Handelsverlust schmälern auch Kosten im Zusammenhang mit den Restrukturierungsmassnahmen, welche die Bank im Juli angekündigt hat, das Ergebnis. Diese dürften sich auf rund 400 Mio. Fr. belaufen. Das Sparprogramm verläuft gemäss Angaben der UBS planmässig. Der Grossteil der vom Stellenabbau betroffenen Mitarbeiter sei inzwischen informiert worden, hiess es im Communiqué.

Für das dritte Quartal rechnet die UBS mit einem Nettoneugeldzufluss in der Vermögensverwaltung in der Grössenordnung des zweiten Quartals, wie es in der Mitteilung weiter hiess. Hingegen sei im Asset Management mit «geringfügigen» Nettoneugeldabflüssen zu rechnen.

Wie die UBS weiter mitteilte, dürfte sich die Kapitalbasis der Bank Ende September auf ungefähr dem gleichen Niveau wie Ende Juni bewegen. Die Kernkapitalquote (Tier 1) gemäss Basel II dürfte gegenüber dem zweiten Quartal infolge des durch einen Londoner Händler verursachten Verlusts allerdings leicht zurückgegangen sein.

Die genauen Zahlen für das dritte Quartal wird die UBS am 25. Oktober bekanntgeben.

(jam/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Erik Schiegg am 04.10.2011 09:06 Report Diesen Beitrag melden

    Kann mir jemand verraten,

    wieso eine Bank, die einen Verlust von mehr als 2000 Millionen pro Jahr verkraften kann, Unterstützung vom Staat braucht? Die gleichen Banken, welche als Dank für die staatliche Bankensozialhilfe etliche Arbeitslose in der Schweiz verursachen?

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  • Boniboni am 04.10.2011 09:06 Report Diesen Beitrag melden

    Boni for ever

    Schön, dann reicht's wenigstens für Boni.

  • Bernard am 04.10.2011 08:37 Report Diesen Beitrag melden

    immer negativ denken, bravo

    Egal was die UBS erreicht, linksgerichtete beurteilen alles negativ. Zudem beurteilen viele Unwissende das Bankwesen, obwohl ein Apfel mehr davon versteht als diese Kritiker. Wenn die UBS wieder viel Steuern abliefert in paar Jahren sind auch auf einmal die armen Steuerzahler zufrieden und stolz Grossbanken im Lande zu haben.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Peter S. am 04.10.2011 22:14 Report Diesen Beitrag melden

    dass ich nicht lache

    Was ich nicht mehr hören kann ist: wo bleiben denn die rechte der aktionäre und wieso sehen die nie geld. 1. wenns euch nicht passt dann verkauft doch eure aktien. wieso seit ihr denn da noch investiert und 2. wenn ihr für 50'000 aktien de UBS habt seit ihr ein "kleiner fisch" mit NICHT sehr vielen rechten meine lieben "linken" leute

  • Markus Wegmann am 04.10.2011 12:43 Report Diesen Beitrag melden

    Wenns nid passt

    wirds passend gemacht. Neubewertung von eigenen Verbindlichkeiten, also wenn da die Bilanz nicht geschönt wurde ....

  • Steuerzahler am 04.10.2011 11:07 Report Diesen Beitrag melden

    Steuern zahlen

    Gewinne können doch bis 7 Jahre zurück mit den Schulden verrechnet werden gemäss Steuergesetz. Somit macht die UBS in den nächsten Jahren fette Gewinne und zahlt CHF 0.00 Steuern. Gibt dann ein bisschen mehr für Bonuszahlungen. Leider kann ich das privat nicht machen, da ich keine AG bin. Und meine Initialen A.G. helfen da auch nicht weiter.

  • Pius Frick am 04.10.2011 09:53 Report Diesen Beitrag melden

    endlich

    meine Lieblingsbank wieder im Gewinn... hopp UBS

    • Fritz am 04.10.2011 11:54 Report Diesen Beitrag melden

      Danke!

      Für solche Kunden arbeitet jeder UBSler. Danke Pius das gibt Mut ;)

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  • Fabienne am 04.10.2011 09:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Pro UBS

    Tja, trotz Dauerbashing von (links-)populistischer Seite und Milliardenverlust scheint die Bank einen Gewinn zu verzeichnen. Sobald dann die Steuern bezahlt sind, wird es hoffentlich ruhig. Ich frage mich inständig wie verblendet gewisse Leute sind. Da werden Szenarien beschrieben, alle Boni an den Pranger gestellt und der Bürger sieht bereits seine Steuergelder in der UBS schwimmen. Nur zur Info: Bankangestellte erhalten keinen 13. Monatslohn wie jeder andere Mitarbeiter eines Konzerns, des Staates etc. Der Bonus ist bis zu einem gewissen Grad für die Mühe mehr als gerechtfertigt. Aber der Linke neidet auch das noch...

    • Harald am 04.10.2011 10:51 Report Diesen Beitrag melden

      Jahreslohn

      Dann ist man selber blöd, wenn man bei der Bank zum gleichen Monatslohn arbeitet, wie in der Industrie wo es einen 13. Monatslohn gibt. Beim Vorstellungsgespräch und beim unterzeichnen des Arbeitsvertrages sollte man eben den Jahreslohn berechnen...... wenn ich nur 12 x Lohn kriege, dann will ich monatlich eben auch ein bisschen mehr ist doch logisch. Was hat der 13. Monatslohn mit Bonus zu tun????????

    • Mitleser am 04.10.2011 11:17 Report Diesen Beitrag melden

      13. - na und?

      Einem Arbeitgeber ist es sowas von egal obe er dein Jahresgehalt in 12 oder 13 teilen auszahlt.

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