Hypothekengeschäfte

08. November 2018 04:40; Akt: 08.11.2018 05:14 Print

UBS erwartet Klage durch US-Justiz

Wegen angeblich fauler Hypothekengeschäfte werde das US-Justizministerium Klage gegen die Schweizer Grossbank einreichen. Die UBS will die Beschwerde anfechten.

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Vorwürfe seien nicht durch Fakten gestützt: UBS in New York. (Archivbild) (Bild: Keystone/Martin Ruetschi)

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Die Schweizer Grossbank UBS rechnet mit einer Klage durch das US-Justizministerium wegen angeblich fauler Hypothekengeschäfte vor der US-Immobilienkrise vor einem Jahrzehnt. Die CS hatte für die Beilegung des Streits über fünf Milliarden Dollar gezahlt.

Die UBS teilte am Mittwoch mit, sie sei über die geplante Zivilklage informiert worden und erwarte deren Einreichung frühestens am Donnerstag. Diese soll sich auf den Verkauf hypothekenbesicherter Wertpapiere im Vorfeld der Finanzkrise 2008-09 beziehen.

Die Bank erklärte, dass die Vorwürfe nicht durch Fakten oder das Gesetz gestützt würden. Sie werde eine solche Beschwerde «energisch» anfechten, heisst es in der Mitteilung weiter. Das US-Justizministerium gab zunächst keine Stellungnahme ab.

Die UBS geht davon aus, dass das Justizministerium nicht näher bezifferte finanzielle Strafen in Bezug auf Transaktionen mit Residential Mortgage-Backed Securities (RMBS) aus den Jahren 2006 und 2007 anstrebt.

Vergleiche mit einer Reihe von Banken

Im Hypothekenstreit hatte die Credit Suisse für die Beilegung des Falls Ende 2016 tief in die Tasche greifen müssen: Sie musste eine Busse von 2,48 Milliarden Dollar zahlen und 2,8 Milliarden Dollar Entschädigung an die Hypothekarkunden in Form von Schuldenerlassen und Finanzierung von erschwinglichem Wohnraum.

Die Klage gegen die UBS wäre die jüngste Massnahmen wegen mutmasslichen Fehlverhaltens rund um Hypothekenpapiere, die dazu beigetragen haben, die letzte grosse Finanzkrise zu verursachen.

Neben der Credit Suisse einigte sich das US-Justizministerium in ähnlichen Fällen auch mit einer Reihe von anderen Banken auf Vergleiche. Die Royal Bank of Scotland (RBS) etwa zahlt mit 4,9 Milliarden Dollar die höchste Strafe, die je ein Geldhaus für Fehlverhalten während der jüngsten Finanzkrise leisten musste.

UBS mit Milliarden-Rückstellungen

Die US-Regierung hatte dem britischen Geldhaus vorgeworfen, Kunden in die Irre geführt zu haben. Die RBS verkaufte wie viele Konkurrenten damals auch toxische Wertpapiere, die bei Investoren zu hohen Verlusten führten und mit die jüngste Finanzkrise auslösten. Die UBS hat immer noch milliardenhohe Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten in ihren Büchern. Die Rückstellungen «für Rechtsfälle sowie regulatorische und ähnliche Angelegenheiten» lagen Ende September bei 2,31 Milliarden Franken, wie aus dem Geschäftsbericht zum dritten Quartal hervorgeht.

(chk/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Franz B am 08.11.2018 11:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ami Banken

    Wieviel haben eigentlich amerikanische Banken an Strafen bezahlt? Wäre mal ein interessanter Vergleich. Immerhin sind diese die Urheber der Krise

    einklappen einklappen
  • Kevin Knapp am 08.11.2018 10:57 Report Diesen Beitrag melden

    traurige Wahrheit

    Wann wird die USA endlich einmal für all die zerstörten Länder und Regierungen aufkommen? Niemals, denn nur die USA darf Geld einfordern!

    einklappen einklappen
  • Stavi am 08.11.2018 06:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    die heutige und bisherige Angeklagte

    Was für eine Schande. Die Bank wird seit Jahren von allen Seiten verklagt und Milliarden wurden bezahlt. Ist wohl erst zuende, wenn kein Geld mehr da ist.

Die neusten Leser-Kommentare

  • D.G. am 08.11.2018 15:19 Report Diesen Beitrag melden

    Habe Verständnis dafür

    Wir sollten alle mehr Verständnis für die USA aufbringen. Amerika ist pleite und niemand will für die Mauer zu Mexiko klagen. Somit müssen neue Geldquellen angezapft werden und das Pleite gegangene Land zu retten.

  • Saulus am 08.11.2018 14:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zukunft

    Ich bin auch der Meinung, dass die alten Fälle abgeschlossen sein müssten. Nur frage ich mich, weshalb UBS und CS auch heute noch in fremden Ländern wieder und wieder gegen das Gesetz verstossen.Wenn sie nicht anders können, sollen sie nur in der Schweiz geschäften. Da wird die Finma wegen Betrügereien weiterhin nicht meckern!

  • Festfriedel am 08.11.2018 13:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sind die UBS "Starjuristen" ihr Pulver wert?

    In Frankreich den Vergleich von 1,1 Mia abgelehnt, auf Empfehlung der von der UBS mit Mio Fr angeheuerten "Starjuristen", mit der Begründung wir sind nur ein bischen schuldig, denn das Ganze sei sowieso nur politisch aufgegleist. Jetzt droht eine 1,6 Mia Busse - wo sind die UBS angeheuerten "Starjuristen" mit Ihrem unbezahlbaren Wissen??? Ich wage die Prophezeiung in USA kommt's gleich.

  • nw1m am 08.11.2018 12:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    umgekehrt auch ok ?

    nochmal zahlen ? wann bezahlt mal wer von den amis an den rest der welt die unter der finanzkrise gelitten haben oder immer noch leiden ?

  • Peter am 08.11.2018 11:42 Report Diesen Beitrag melden

    Buchempfehlung

    Schurkenstaat Schweiz?: Wie sich der grösste Bankenstaat der Welt korrumpiert und andere Länder destabilisiert. Ein neutrales Land ist etwas anderes. Das wir solche Gebilde akzeptieren, zeigt wie wenig wir über unser Land eigentlich wissen.