Gleichstellung im Topmanagement

11. März 2019 21:46; Akt: 11.03.2019 21:46 Print

UBS kürzt Frauen bei Mutterschaft den Bonus

Mitarbeiterinnen aus dem Wealth Management Switzerland werfen der UBS vor, unfair behandelt worden zu sein. Die Grossbank hat keine Kenntnisse solcher Fälle.

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Die UBS soll den Mutterschaftsurlaub als Vorwand nutzen, um Mitarbeiterinnen den Bonus zu kürzen.

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Die Vorwürfe der UBS-Mitarbeiterinnen sind happig: Die Bank soll den Mutterschaftsurlaub als Vorwand gebraucht haben, um Frauen im Topmanagement langfristig die Boni zu kürzen. Die «Financial Times» zitiert mehrere betroffene Mitarbeiterinnen aus dem Wealth Management Schweiz.

Einer von ihnen soll der Bonus viermal unwiderruflich gekürzt worden sein – nach jedem ihrer vier Kinder. Eine andere Frau sagt: «Ist man erst mal schwanger, hat man keine Chance mehr, mit der Karriere der männlichen Kollegen Schritt zu halten.» Insgesamt sollen über ein Dutzend Frauen im Swiss Wealth Management eine Beschwerde betreffend unfairer Behandlung aufgrund des Mutterschaftsurlaubs eingereicht haben. In vielen Fällen sei der Bonus um 30 Prozent und mehr gekürzt worden.

«Nichts hat sich geändert»

Obwohl die Bank vor einem Jahr versprochen habe, das Problem anzupacken, habe sich seither nichts getan. «Nichts hat sich geändert in Zeiten, in denen sich die UBS stolz als Bank präsentiert, in der Frauen gerne arbeiten möchten», zitiert die «Financial Times» eine weitere anonyme Zeugin.

In der Schweiz erhalten Mütter bei der UBS für 180 Tage nach der Geburt den vollen Lohn, ab dem elften Dienstjahr sind es 210 Tage. Danach ist eine Verlängerung durch unbezahlten Urlaub möglich. Frischgebackene Väter erhalten mindestens zehn Tage bezahlten Urlaub, mit der Option, weitere vier Wochen unbezahlt zu nehmen. Ohne eine entsprechende Zurückstufung des Lohnes, wie Angestellte berichten.

UBS will jeden Fall prüfen

Zu 20 Minuten sagt die UBS, ihr seien diese Fälle nicht bekannt. Es sei extrem wichtig, dass Mitarbeitende in vergleichbaren Rollen mit vergleichbarer Leistung und Erfahrung gleich und fair entlöhnt würden. «Wir gehen das Thema Mutterschaftsurlaub während des Vergütungsprozesses proaktiv und systematisch an, um festzustellen, ob es Unterschiede gibt, und – sollten wir solche finden – sie zu schliessen», sagt UBS-Sprecherin Tatiana Togni.

Die Bank ermutige ihre Mitarbeitenden, die Human-Resources-Abteilung bis hin zur Leitung zu kontaktieren, sollten sie sich aufgrund ihrer Vergütung bei Mutterschaft benachteiligt fühlen. «Wir prüfen jeden Fall und werden handeln, wenn wir Diskrepanzen finden.»

(dv)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Finanzier am 11.03.2019 21:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Völlig korrekt

    Wer nicht bei der Arbeit ist, soll weniger Boni bekommen. Die Gier ist all gegenwärtig.

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  • Anthony am 11.03.2019 21:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    unfair, mentoo

    Wieso für jemanden Extra bezahlen, der nicht mehr leistet, als jemand anderes? Wäre eine Diskriminierung gegenüber den männlichen Kollegen, die mehr leisten..

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  • Joana am 11.03.2019 21:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Auch Frau

    Ist richtig so! Sie leistet ja in dieser Zeit auch nichts für das Unternehmen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Gregi Werder am 17.03.2019 11:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gier ist alles

    Mich würde interessieren von welchem Lohn- und Boninivo man hier spricht. Vermutlich können 90 aller Arbeitnehmenden nur davon träumen.

  • Redsnapper am 16.03.2019 08:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kriminelle Energien?

    14 Millionen garniert Eremotti. Unglaublich, wenn man bedenkt, die Bank wird es nicht mehr so lange geben. Millionen- und Milliardenzahlungen gehen an Hongkong, Frankreich. Viele Länder werden noch folgen mit Klagen.

  • A. Belenz am 13.03.2019 20:36 Report Diesen Beitrag melden

    Bonus

    Sollte dies nicht normal sein, dass bei Nichtarbeit der Bonus (nicht das Grundgehalt) gestrichen wird? Im Prinzip sollte ein Bonus gar nur bei einer Zusatzleistung entrichtet werden, oder? Aber eben: Es wird kritisiert, wenn die UBS Boni ausschüttet und ebenso, wenn sie es nicht tut!

    • Art. am 15.03.2019 00:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @A. Belenz

      Nein, dort wo EIN Team, EIN Jahr lang, zusammen funktionniert hat, dürfte es das nicht.

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  • Anna Meier am 13.03.2019 10:44 Report Diesen Beitrag melden

    Militärdienst

    Diejenigen, welche jetzt wieder mit den Militärdienst kommen, sind die ersten, welche sich gegen eine Berufsarmee oder allgemeine Dienstpflicht wehren. Überlegt doch mal weiter: Wie würde eine Armee mit plötzlich 50% mehr Dienstpflichtigen aussehen? Es sind weniger die Feministinnen als konservative Männer, welche sich gegen eine Reform der Armee wehren. Gleiches gilt übrigens für den Vaterschaftsurlaub.

    • Renato Blumer am 13.03.2019 11:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Anna Meier

      Es geht hier um Bonuskürzungen. Ein Bonus begründet sich in der Leistung für die Firma und nicht am Fortbestand der Menschheit oder der Weiterführung von Kriegshandlungen oder Übungen hierzu. Wer nicht da ist - aus welchem Grund auch immer - leistet weniger für die Firma. Lohn erhalten sie trotzdem. Bonus fände ich dann schon etwas übertrieben.

    • Anna Meier am 15.03.2019 15:27 Report Diesen Beitrag melden

      Ihrer Meinung

      Ich bin ganz ihrer Meinung! Aber es ging um eine langfristige und unwiderrufliche Kürzung nach dem Mutterschaftsurlaub (nicht während) und das ist nicht ok. Und der Vergleich mit dem Militärdienst stammt nicht von mir. Die Dienstpflicht ist ungerecht, rechtfertigt aber die Kürzung eines Bonus trotz gleicher Leistung eben nicht. Eine Ungerechtigkeit hebt die andere nicht automatisch auf und muss separat betrachtet werden. Die meisten wollen da aber nicht weiterdenken, sondern nehmen die Dienstpflicht als Vorwand für weitere Diskriminierungen

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  • WaleLi am 13.03.2019 10:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verzicht

    Frauen, denen dies nicht passt, verzichten sie eben darauf, Mutter zu werden und leisten damit erst noch einen kleinen Beitrag gegen die Überbevölkerung.

    • Art. am 15.03.2019 00:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @WaleLi

      Es ist komisch, die Erde so sehr zu lieben und deshalb das Ende der Menschheit zu fordern, UND in der Schweiz zu leben, wo EXIT geistigen Zustand prüfen und Erlaubnis 'zur Besserung der Welt' erteilen kann, nicht in Anspruch nehmen wollen.

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