Schwarze Zahlen

08. Februar 2011 06:47; Akt: 08.02.2011 18:15 Print

UBS mit 7,2 Mrd. Franken Jahresgewinn

Endlich wieder schwarze Zahlen bei der UBS: Die grösste Schweizer Bank verzeichnete 2010 einen Milliardengewinn. Im 4. Quartal konnte die Bank erneut mehr Geld verwalten.

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Die Grossbank UBS hat nach drei Jahresabschlüssen mit tiefroten Zahlen fürs Jahr 2010 erstmals wieder einen Reingewinn verkünden können. Er belief sich auf 7,16 Mrd. Franken. wie es am Dienstag in einem Communiqué hiess. Damit liegt das Ergebnis im Rahmen der Erwartungen: Bank-Vontobel-Analyst Tobias Brütsch erwartete bei der UBS einen Gewinn von 7,3 Mrd. Franken, Andreas Venditti von der Zürcher Kantonalbank (ZKB) 7,5 Mrd. Franken.

Zudem nahm die Bank in der zweiten Jahreshälfte unter dem Strich wieder mehr Kundengelder entgegen, als sie verlor. Nachdem die Bank im dritten Quartal 1,2 Mrd. Kundenvermögen dazugewinnen konnte, flossen ihr im vierten Quartal netto 7,1 Mrd. Franken zu. Damit ergibt sich für das Gesamtjahr ein Netto-Geldabfluss von 14,3 Mrd. Franken.

Kundenvermögen sank wegen Währungsschwächen

2009 waren es noch 147,3 Mrd. Fr. gewesen. Die Höhe der verwalteten Kundenvermögen ging zwischen Ende September und Ende Dezember von 2,18 Bio. Franken auf 2,15 Bio. Franken zurück, was laut UBS an der Schwäche von Euro und Dollar gegenüber dem Franken liegt.

Die Investmentbank erzielte im vierten Quartal einen Vorsteuergewinn von 75 Mio. Franken, nachdem im Quartal davor ein Verlust von 406 Mio. Franken in den Büchern gestanden hatte. Die Sparte konnte ihren Ertrag steigern, sieht sich aber aufgrund der weltwirtschaftlichen Lage schwankungsanfälligen Märkten ausgesetzt.

Ihre Kapitalbasis stärkte die UBS weiter: Die Kernkapitalquote nach Tier-1 hob sie im Verlauf des vierten Quartals von 16,7 Prozent auf 17,7 Prozent.

Einige hundert Stellen abgebaut

Weiter gab die Bank bekannt, dass der Pool für leistungsabhängige Boni um 10 Prozent auf 4,3 Mrd. Franken reduziert worden sei. Der Personalbestand der Bank war Ende 2010 mit weltweit 64 617 Vollzeitstellen einige hundert Stellen tiefer als Ende 2009.

CEO Oswald Grübel zeigt sich ob der Zahlen kritisch: «Zwar haben wir im vergangenen Jahr klare Fortschritte erzielt, doch wir sind uns bewusst, dass wir unsere Ergebnisse weiter verbessern müssen», lässt er sich im Communiqué der UBS zitieren.

Aktienkurs der UBS im Plus

Nachdem die UBS fürs 2010 einen Jahresgewinn von 7,16 Mrd. Fr. vermeldet hat, hat der Aktienkurs der Grossbank am Dienstagmorgen deutlich zugelegt. Bei Börsenstart wurden die UBS-Aktien 0,5 Prozent teurer als am Vorabend gehandelt, zwanzig Minuten später fast 2,5 Prozent.

Die Aktie legte zum Schluss sogar um 4,3 Prozent auf 18,25 Fr. zu. Der Gesamtmarkt SMI zeigte sich gleichzeitig nur 0,42 Prozent höher, aber mit zumeist stärker tendierenden Finanzwerten.

Die Aufschläge auf die UBS-Papiere kamen zustande, obwohl die Grossbank mit ihren Zahlen zum vierten Quartal die Erwartungen der Analysten verfehlt hat. Enttäuscht zeigen sich viele Marktbeobachter insbesondere von der Neugeldentwicklung in der Vermögensverwaltung (Wealth Management). Besser als erwartet präsentiert sich für viele Beobachter hingegen die Kernkapitalquote.

In den Kommentaren zu den UBS-Ergebnissen streiten sich die Analysten darüber, ob der grössten Schweizer Bank die Trendwende bereits nachhaltig gelungen ist. Für die meisten Kommentatoren bewegt sich das Institut aber in die richtige Richtung.

(mlu/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hans am 08.02.2011 10:44 Report Diesen Beitrag melden

    UBS und Co !

    «Zwar ....., doch wir sind uns bewusst, dass wir "unsere" Ergebnisse weiter verbessern müssen» ! Mit diesem Satz meint er wohl die Boni der unersetztlichen Mitarbeiter. Schauen Sie das kleine Bild mit Grübel, am Anfang des Artikels genau an, es zeigt die Überheblichkeit und Arroganz in aller Deutlichkeit. Hochmut kommt vor dem Fall. Oder hat er etwas von den kleinen Kunden gesagt.

  • Maccaroni am 08.02.2011 12:52 Report Diesen Beitrag melden

    Ohni Boni

    Yo, sofort Schulden beim Staat zurückzahlen!

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  • Jobsearcher am 08.02.2011 08:49 Report Diesen Beitrag melden

    Gewinn UBS

    sschöner Gewinn, Gratulation. Wie viel MitarbeiterInnen wurden von der UBS im Jahr 2008-2010 entlassen? Und wie viele haben wieder einen Job? Und die Jobs, welche in anderen Firmen auf Grund der Finanzkrise abgebaut wurden nicht vergessen. Jedenfalls ist wieder genug Geld bei UBS da um mit fahrlässigen Spekulationen die nächste Krise einzuleiten.

Die neusten Leser-Kommentare

  • musicant am 08.02.2011 17:05 Report Diesen Beitrag melden

    Steuergelder zurückzahlen

    Ja, finde ich auch bevor wieder Millionen ausbezahlt werden, zuerst mal die Steuergelder zurückzahlen die wir aufgebracht haben. Aber da können wir wahrscheinlich lange darauf warten.

  • Maccaroni am 08.02.2011 12:52 Report Diesen Beitrag melden

    Ohni Boni

    Yo, sofort Schulden beim Staat zurückzahlen!

    • megge am 08.02.2011 14:04 Report Diesen Beitrag melden

      Schulden beim Staat

      1. Die UBS hat beim Staat KEINE Schulden 2. Es ist ein Wertschriften-Paket mit schlechten Titeln ausgelagert worden, welches die UBS aber sehr gerne retour nehmen möchte, was aber der "Staat" (Parlament) NICHT will!

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  • Hans am 08.02.2011 10:44 Report Diesen Beitrag melden

    UBS und Co !

    «Zwar ....., doch wir sind uns bewusst, dass wir "unsere" Ergebnisse weiter verbessern müssen» ! Mit diesem Satz meint er wohl die Boni der unersetztlichen Mitarbeiter. Schauen Sie das kleine Bild mit Grübel, am Anfang des Artikels genau an, es zeigt die Überheblichkeit und Arroganz in aller Deutlichkeit. Hochmut kommt vor dem Fall. Oder hat er etwas von den kleinen Kunden gesagt.

  • Buchhalter am 08.02.2011 10:23 Report Diesen Beitrag melden

    Cashflow

    Ich Idiot gehe in die Schule und lerne, dass man Gewinn zu seinen eigenen Gunsten manipulieren kann. Cashflow jedoch nicht wirklich. Wieso gibt's nicht Bonus auf den Cashflow? In meinen Firmen, wo ich bis jetzt gearbeitet habe, wurden die Mitarbeiter am Cashflow gemessen und nicht am Gewinn.

    • megge am 08.02.2011 14:05 Report Diesen Beitrag melden

      Cashflow

      Da bin ich allerding Ihrer Meinung

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  • Mike am 08.02.2011 09:58 Report Diesen Beitrag melden

    Dividende statt Bonus

    Wieso wird nicht das Geld von den Boni genommen um Rückstellungen zu tätigen? So könnte den Aktionären wieder einmal eine Dividende ausbezahlt werden... Ich würde sowieso erst einen Bonus auszahlen wenn alles andere gezahlt ist. Zuerst der Kunde, dann die Angestellten! Bei UBS läuft es irgendwie immer umgekehrt....

    • megge am 08.02.2011 14:16 Report Diesen Beitrag melden

      Aktionär/Kunde/Angestellte

      1. Gerne hätte auch ich wieder eine Dividende. Allerdings wurde das vom Parlament mit der neuen Eigenmittelvorschrift verunmöglicht. Diese ist in der Schweiz weltweit am restriktivsten. 2. Aktionäre sind keine Kunden, sondern Mitbesitzer. 3. Leider kann man nur gute Mitarbeiter halten und rekrutieren, wenn man auch gut entlöhnt. Die Banken müssen also weltweit umdenken, um die Bankersaläre auf ein vernünftigeres Mass reduzieren zu können.

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