Geldwäscherei?

23. Juli 2014 22:44; Akt: 24.07.2014 16:10 Print

UBS muss 1,3 Mia Franken in Paris hinterlegen

Gegen die Schweizer Grossbank UBS ist in Frankreich Klage eingereicht worden. Der Vorwurf: Die UBS soll reichen Kunden angeboten haben, Steuergelder vor dem Fiskus zu verstecken.

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Sergio Ermotti, CEO der UBS. (Bild: Keystone/Steffen Schmidt)

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Die französische Justiz hat gegen die Schweizer Grossbank UBS ein Anklageverfahren wegen Geldwäscherei in Zusammenhang mit Steuerhinterziehung eingeleitet. Die Behörden verdächtigten die Bank, reichen Kunden dabei geholfen zu haben, Gelder vor dem französischen Fiskus zu verstecken, wie die französische UBS-Tochter am Mittwoch mitteilte.

Um Geldflüsse zwischen Frankreich und der Schweiz zu verschleiern, soll unter anderem ein spezielles Buchführungssystem aufgebaut worden sein.

Nach Angaben von Ermittlern wurde angeordnet, dass die Schweizer Grossbank eine Sicherheit von 1,1 Milliarden Euro (etwa 1,3 Milliarden Franken) hinterlegen müsse. Bisher war diese auf 2,875 Millionen Euro festgelegt. Die Summe von mehr als einer Milliarde Euro müsse die Bank vor dem 30. September überweisen, hiess es aus Justizkreisen.

«Beispiellos und ungerechtfertigt»

Die UBS bestätigte am Mittwochabend gegenüber der Nachrichtenagentur SDA, dass gegen die Bank ermittelt werde. «Wir wurden heute bei einer Anhörung in Paris darüber informiert, dass in der laufenden gerichtlichen Untersuchung zum grenzüberschreitenden Geschäft der UBS AG mit Frankreich eine beispiellose und ungerechtfertigte Sicherheitsleistung von 1,1 Milliarden Euro verlangt wird», heisst es in einer Stellungnahme.

Die UBS erachte sowohl die rechtliche Grundlage für diesen Betrag als auch die Berechnungsmethode für grundlegend mangelhaft. «Wir werden Berufung einlegen», teilte die UBS mit.

Schon mal Ermittlungsverfahren in Frankreich

Die UBS werde ihren Standpunkt weiterhin mit Vehemenz verteidigen. «In den letzten Jahren haben wir alles getan, um diese Sache beizulegen. Wir haben zudem massgebliche und weitreichende Schritte unternommen, um die Steuerkonformität unserer Kunden sicherzustellen und werden dies auch weiterhin tun», heisst es weiter. Es sei inakzeptabel, dass diese Angelegenheit derart politisiert werde.

Gegen die UBS lief in Frankreich bereits ein Ermittlungsverfahren wegen möglicher Rechtsverstösse in der grenzüberschreitenden Vermögensverwaltung. Daher hat die Bank im Mai offenbar einigen ihrer Angestellten aus dem Bereich Vermögensverwaltung Reisen nach Frankreich untersagt, wie das Westschweizer Radio RTS damals berichtete.

(sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ali Selvic am 23.07.2014 22:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mehr Kontrollen...

    Wann wacht Bern mal auf und kontrolliert auch Ausländische Banken in der Schweiz?

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  • Susanne Moser am 23.07.2014 19:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    der andere

    Haben die Franzosen es auch schon gemerkt, wie die alte Fasnacht hintendrein. Ach ja, man kann Geld immer gut gebrauchen und dafür eignen sich die Schweizer super gut.Die anderen sind alle fehlerfrei.

  • Bergli am 23.07.2014 20:10 Report Diesen Beitrag melden

    Ja und?

    Dank unseren weichen Politikern meinen so oder so alle Staaten die ihre Finanzen nicht im Griff haben es in der Schweiz zu holen. Und kriminelle müssen bestraft werden.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Kurt Meier am 25.07.2014 16:11 Report Diesen Beitrag melden

    Swissness!

    An Schweizer Bänkler der CS und UBS: sucht euch einfach eine kleinere, schweizerischere Bank und lebt dort wieder die Schweizer Tugenden der Exzellenz. Überlasst einfach die übermässig internationalisierte UBS und CS ihrem Schicksal (billige überlegene ausländische "Fachkräfte"/"Topmanager" und Erpressung durch marode EU-Staaten und USA) und sucht und lebt New Clean Swissness! Back to the roots...

  • Sini am 24.07.2014 16:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lustig

    Als bekannt wurde das unsere Grossbanken das selbe in der CH machen wollten alle köpfe rollen sehen. Jetzt macht das Ausland das wozu unser unfähiger Führungsstab in Bern nicht im stande ist. Jetzt jammern alle rum "Die wollen nur unser Geld buhuuu"! Ja was den jetzt? Entscheidet euch mal. So eine Meinung kann man auch nur haben wenn man schon garnicht mehr weis wie gut es einem geht. Die arme Schweiz. Die ärmste Nation der Welt wird vom Ausland nur geschröpft und abgezogen. Skandal! Das darf man doch den besten und ehrlichsten menschen der Welt nicht antuen! Glauben das wirklich so viele?

  • t.g. am 24.07.2014 13:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    keine steuern mehr für banken

    die banken dürfen einfach kein geld mehr von unserem staat erhalten. die haben sich dies selbst eingebrockt und sollen es selbst auslöffeln. mitarbeiter der banken die mit einbezogen sind was steuerhinterziehung angeht auch grosszügig strafen (bussen von jahreslöhnen, berufsverbot etc.)

  • Rapple am 24.07.2014 11:53 Report Diesen Beitrag melden

    Konkurs

    Wie viele Milliarden wurden vor Jahren in die UBS Bank gepumt. Diese Bank ist im prinzip schon lange Konkurs.

    • Sini am 24.07.2014 16:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Ach ja?

      Immer wieder das gleiche. Wieso informiert man sich nicht einfach oder will man nicht? Die UBS hat jeden einzelnen franken an den Bund zurück gezahlt. Ob du das jetzt glauben willst oder nicht. Ändern tut es trotzdem nichts an den Tatsachen!

    • Bänker am 24.07.2014 16:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Nichts schuldig geblieben

      Die Bank ist niemandem etwas schuldig geblieben, und die Eidgenossenschaft hat noch sauber verdient an diesem Geschäft. Diese Erkenntnis ist wohl spurlos an Dir vorbeigegangen.

    • kurt Korrupt am 29.07.2014 15:05 Report Diesen Beitrag melden

      Lizenz entziehen - Ende aus...

      Trotzdem ist ein solches Verhalten nicht tolerierbar! Lizenz entziehen und einstampfen! Zuviels Gerichtsprozesse und Bussen!

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  • Mike am 24.07.2014 07:51 Report Diesen Beitrag melden

    "Schweiz = Milchkuh"

    Wenn zwei Staaten kein Abkommen bezüglich Datenaustausch haben, dann tun sie genau das gleiche, auch die Deutschen, Franzosen und Amerikaner, aber nur immer so schön scheinheilig tun. Die Schweiz, die Milchkuh.