«Steuergutschriften»

23. März 2012 09:24; Akt: 23.03.2012 11:23 Print

UBS und CS zahlen seit Jahren keine Steuern

von Lukas Hässig - Herr und Frau Schweizer flattern derzeit die Steuerrechnungen ins Haus. Nur die reichsten Firmen sind quasi steuerbefreit: Die Grossbanken profitieren von Verlustvorträgen.

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(Bild: Keystone)

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Der Mittelstand blecht. Zuerst als Garant für die UBS-Staatsrettung, jetzt als Steuerzahler für die Ausfälle bei den Grossbanken. Einmal mehr zeigt sich: Der Kleine zahlt die Rechnung fürs Casino-Banking. Die Zahlen bringen ans Licht: Die UBS befriedigte den Fiskus 2006 und 2007 mit 3 respektive 1,4 Milliarden Franken. Dann kam die Beinah-Pleite, und mit ihr die Steuergutschriften für die Bank.

2008 waren es 6,8 Milliarden Franken, welche die UBS als Verlustvortrag von den Steuern absetzen konnte, 2009 fast 450 Millionen, 2010 rund 380 Millionen. Im letzten Jahr zahlte die UBS wieder gut 900 Millionen. Die Bilanz aus sechs Steuerjahren: ein Minus von 2,3 Milliarden für den Staat.

CS zahlte netto null und nichts

Etwas besser sieht das Bild aus Sicht des Durchschnitts-Steuerzahlers bei der Credit Suisse aus. Aber auch die CS kann Verluste rund um die Subprime-Krise von 2008 und die nachfolgenden Gewinneinbrüche durch ausfallende oder niedrigere Steuern kompensieren.

In den drei letzten Geschäftsjahren 2009 bis 2011 zahlte die CS insgesamt rund vier Milliarden Franken Steuern. 2007 waren es gut 800 Millionen, macht zusammen 4,8 Milliarden für den Fiskus. Dazwischen liegt das Jahr 2008: Eine horrende Steuergutschrift von 4,9 Milliarden verbessert optisch das Resultat der Bank. Für den Fiskus heisst das: Wie gewonnen, so zerronnen. Zwischen 2007 und 2011 sah der Staat netto null und nichts von der CS.

Nur die ZKB bezahlt

Normalen Lohnabhängigen kommen die Gutschriften wie aus «Aladin und die Wunderlampe» vor. Reiben genügt, schon zaubert ein Geist die Steuerschuld der Grossbanken weg. Bei der UBS könnte das Wunder andauern. Die Bank hat per 2012 70 Milliarden Altlasten nach Zürich verschoben. Fallen darauf Verluste an, könnten weitere Steuergutschriften folgen.

Anders die ZKB, sie lieferte 2011 und 2010 je 330 Millionen an Kanton und Gemeinden, ähnlich viel waren es jeweils in den drei Jahren zuvor. Somit erhielt der Staat seit Ausbruch der Krise im Jahr 2007 über 1,5 Milliarden von seiner Kantonalbank.

Viele Arbeitslose wegen Hüst und Hott

Alle drei Banken profitieren stark von den Schweizer Standortvorteilen wie gut ausgebildeten Mitarbeitern, erstklassiger Verkehrsinfrastruktur, politischer Stabilität und hoher Lebensqualität. Doch nur die ZKB hat in den letzten Jahren ihre Scherflein zum Allgemeinwohl beigetragen.

Bei den Grossbanken fällt die Bilanz bei einer Gesamtbetrachtung sogar noch schlechter aus. Weil UBS und CS eine Hüst-und-Hott-Strategie betreiben, landen immer wieder viele Mitarbeiter beim Arbeitsamt.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Harold Shand am 23.03.2012 09:52 Report Diesen Beitrag melden

    Äpfel und Birnen

    Im Endergebnis hat Herr Hässig zwar recht, aber.......aufgrund des Status einer öffentlich rechtlichen Anstalt ist die ZKB steuerbefreit, ihr Dotationskapital Startkapital- besteht mindestens zur Hälfte aus Steuergeldern, die nicht etwa zu marktüblichen Preisen verzinst werden müssen, sondern ihr vom Kanton Zürich zum Selbstkostenpreis überlassen werden. Das Gewinnausschüttung der ZKB an die Gemeinden entspricht nichts anderem als den dem Geschäftsverlauf entsprechend zu entrichtenden Steuern, wie dies andere juristische und nichtjuristische Personen entrichten müssen.

  • Andi S. am 23.03.2012 10:17 Report Diesen Beitrag melden

    Realitätsverlust?

    Ich denke solange eine Bank tortz schlechter Geschäftsergebnisse, Boni in milliardenhöhe auszahlen kann, kann sie auch Steuern zahlen! Vor den kleinen Bürgern macht ja auch keiner Halt wenn sie mal knapp bei Kasse sind. Übrigens bekomme ich keinen Bonus von meinem Chef, wenn ich zu wenig produziere, wiso soll also Geld ans Kader bezahlt werden, wenn sie ein schlechtes Geschäftsergebnis erzielen? Mit diesen Boni könnte man einen Grossen Teil der Steuerschulden decken.

  • Adrian am 23.03.2012 11:23 Report Diesen Beitrag melden

    Absolut verständlich

    Ich verstehe die meisten Schreiber hier nicht, dies hat nichts mit CS und UBS zu tun, sondern ganz einfach mit dem Schweizer Steuersystem. Wenn eine Unternehmung Verlust schreibt, kann dieser Verlust in den kommenden 7 Jahre mit allfälligen Gewinnen verrechnet werden. Somit machen CS & UBS nur das was jedem Unternehmen zusteht. Finde die Empörung hier drin nicht verständlich. Auch viele KMU haben in den letzten drei Jahren Verlust gemacht und die können genau das gleiche tun! Also hier nicht gegen Banken wettern sondern wenn dann schon gegen das Steuersystem der Schweiz...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Nico Meier am 26.03.2012 11:05 Report Diesen Beitrag melden

    Offshore

    Wird endlich Zeit, sein Geld in Sicherheit zu bringen und Offshore zu gehen. Ich kenne da gute Möglichkeiten

  • Mickey_Mouse am 24.03.2012 13:37 Report Diesen Beitrag melden

    Hallo...

    Na und? Was Neues? Wir wissen das seit Jahren.

  • borisch am 24.03.2012 10:16 Report Diesen Beitrag melden

    Schurkenstaat

    es hat zu viele Banken in CH und es wird gewissenlos mit Betrüger aus dem In +Ausland "Schwarzgeld" gewaschen. Fast alle CH Banken sind Kriminell, so verwundert auch nicht das Sie sich wieder Bonuse ausschütten (Dividendenfrei) und "Abschreibungen" geltend machen... Die Banken regieren eben seit Jahren den CH Staat + nicht umgekehrt. Ein Trauerspiel mehr + einen weiteren Grund weg zu ziehen aus diesem "Gangster Paradise" - echt!

  • Mehltau am 24.03.2012 09:43 Report Diesen Beitrag melden

    Schlafschafe

    Wie lange muss das noch so weitergehen bis wir alle erwachen? Gehts noch deutlicher?

  • Stephan am 23.03.2012 20:30 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Steuern aber Boni abzocken

    Die FINMA schützt die Banken noch, weil sie selbst Profiteure sind - die FINMA sollte man abschaffen, es ging früher besser ohne die FINMA.