Entlassungswelle

24. Oktober 2012 17:44; Akt: 25.10.2012 17:53 Print

UBS verschickte 400 blaue Briefe

von Lukas Hässig - Es ist der Auftakt zu weiteren Bad News: Heute verschickte die UBS die ersten blauen Briefe im weltweiten Investmentbanking. In den nächsten Wochen folgen wohl weitere Kündigungen.

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Betroffen sind vor allem die UBS in London und New York (Bild). (Bild: Keystone)

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Auf dem Höhepunkt ihrer Offensive beschäftigte die Grossbank UBS B”rsenkurs über 22 000 Investmentbanker. Mitte 2012 waren es noch etwas mehr als 16 000. Jetzt werden es immer weniger. 400 Stellen baut die Bank als Nächstes ab. Das sagen Quellen, die mit der Materie vertraut sind. Sie bestätigen damit Berichte in der angelsächsischen Presse vom Mittwoch. Die Kündigungen werden ab sofort ausgesprochen.

Die Schweiz soll nur am Rande betroffen sein, heisst es. Weniger als 20 Stellen würden im Heimmarkt abgebaut. Anders sieht es in London und New York aus. Dort ist die UBS immer noch eine grosse Investmentbank, und dort wird jetzt auch das Messer angesetzt.

Betroffen sind Leute aus allen drei Bereichen der UBS-Investmentbank, also Aktien, Zinsprodukte und Beratungsgeschäft. Auch in den Stäben und im Backoffice werden Jobs gestrichen.

Erst der Anfang

Bei den 400 abzubauenden Stellen könnte es sich lediglich um den Auftakt zu viel weitreichenderen Abbauübungen handeln. Dies jedenfalls vermutet die Financial Times.

Die Zeitung schreibt von einem Konzernleitungs-Meeting in New York, das derzeit im Gange sei. Quellen in der Schweiz bestätigen, dass die oberste operative Führung unter CEO Sergio Ermotti in diesen Tagen in der US-Wirtschaftsmetropole wichtige Meetings abhält.

Die Financial Times konnte das Ausmass der Restrukturierung nicht beziffern. Definitive Entscheide seien noch keine gefällt, meinte die Zeitung mit Bezug auf UBS-Insider.

Der Tages-Anzeiger schrieb vor 2 Wochen von bis zu 10 000 Jobs, die bei der UBS wegfallen könnten. Vor allem in der Informatik und den übrigen Support-Abteilungen wolle die Bank das Messer ansetzen, hiess es damals.

Verunsicherte Investoren stehen auf Bremse

Auch bei der CS B”rsenkurs sind weitere Stellenkürzungen wahrscheinlich. Die zweite Schweizer Grossbank wird am Donnerstag ihre Zahlen zum 3. Quartal präsentieren. Gut möglich, dass die CS-Spitze dabei Näheres zur laufenden Abspeckkur bekanntgibt.

Auslöser hinter dem Abbau bei den beiden global aufgestellten Grossbanken, die nach wie vor zu den grossen Investmenthäusern zählen, sind zurückhaltende Investoren und die weiterhin unsichere Lage an den Welt-Finanzmärkten.

In den guten Jahren konnten UBS und CS dank den Investmentbanken ihren Gruppengewinn auf zweistellige Milliardenbeträge hochschrauben. Möglich gemacht haben dies grosse Positionen in der Bilanz, die durch zu wenig Eigenkapital gedeckt waren.

Abschmelzen der aufgeblähten Bilanzen ist zäh und langwierig

Seit der Krise reduzieren die beiden Grossbanken ihre Risiken und verkleinern ihre Bilanzen. Doch der Abbau ist zäh, auch nach 5 Jahren Misere schlummern immer noch gigantische Positionen in den Büchern, deren Bewertung schwierig ist.

Die Altlasten aus den fetten Jahren machen eine Abkoppelung der Investmentbanken oder gar einen Verkauf dieser Bereiche schwierig bis unmöglich. Als Alternative bleibt nur das Abschmelzen.

Parallel dazu wird das Personal Schritt für Schritt abgebaut. Es ist ein langwieriges, verlustreiches Abspecken, das der UBS und der CS noch für geraume Zeit das Leben schwermachen wird.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • realist am 24.10.2012 18:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    na und?

    jeder mit hirn weiss dass sies der anfang ist. es rennen nicht mehr alle die bank ein und bringen geld. jetzt müssen die langsam für ihr geld arbeiten. aber erst noch.leute kündigen und dann schauen. ja es werden sehr viele verlumpen. teure autos auf leasing loft wohnung kredite der eigenen bank. oje hoffe die leute haben geld gespart und jammern nicht gleich. in der chemie wirds weiter gehen. vor 20 jahren sagten alle gehe zur post die braucht es immer.........

  • Hans Muster am 25.10.2012 09:33 Report Diesen Beitrag melden

    tZZZZZ

    So eine frechheit. Sobald Sunrise 140 MA entlässt, werden über 200 Kommentare eingetragen mit Unwahrheiten und Spekulationen. Aber UBS entlässt 400 Ma und keiner meldet sich. FRECHHEIT.

  • Arbeiter am 25.10.2012 00:02 Report Diesen Beitrag melden

    Kündigen, einstellen, kündigen etc

    Irgendwie müssen sie ja die Investitionen der neugestalteten Bankfilialen finanzieren! Dort wurden zum Teil neue ( ok so neu auch nicht ca. 3 jährig) Türen rausgerissen um dem einheitlichen Aussehen zu dienen! Sowas ist doch nur noch krank. Da fühlt sich doch jeder vera..... der ein blauer Brief erhält!

Die neusten Leser-Kommentare

  • D.E.G. am 25.10.2012 21:21 Report Diesen Beitrag melden

    Schaltet doch mal Euer Hirn ein!

    Seit Jahren schon wird die UBS immer wieder durch den medialen Dreck gezogen. Sogar wenn mal nicht die UBS als Bank angegriffen wird, blenden die Medien eines ihrer Gebäude / Logo ein. Anlässlich der ersten Krise habt ihr alle nach Konsequenzen für die fehlbaren Banker (Investment- und "normale" Banker müssten man schon auch noch unterscheiden können!!), und jetzt, da die Bank sich dieses Problems auch mal annimmt und solche Entlassungen ausspricht, ist es auch wieder falsch!? ja, was soll sie denn??

  • Hans Muster am 25.10.2012 09:33 Report Diesen Beitrag melden

    tZZZZZ

    So eine frechheit. Sobald Sunrise 140 MA entlässt, werden über 200 Kommentare eingetragen mit Unwahrheiten und Spekulationen. Aber UBS entlässt 400 Ma und keiner meldet sich. FRECHHEIT.

  • Mike am 25.10.2012 08:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    loyalität

    wer bei einem arbeitgeber arbeitet, wo eine kündigungswelle zuerst bei den medien landet, sollte - wenn die nötigen eier vorhanden - selbst künden. wie will so ein arbeitgeber loyalität erwarten? eine schande, die UBS...

  • Klaus Renner am 25.10.2012 06:52 Report Diesen Beitrag melden

    Hochmut kommt vor dem Fall

    Sie haben viele fette Jahre gehabt, wurden bequem, alles automatisiert, viel zu gross, gierig eben. Jetzt heisst es konsollidieren, vielleicht gelingts. Proaktiv werden, wieder Qualität zeigen, überdimensioniertes Topkadar sofort ab- baen - das gibt Geld !

  • H. R. am 25.10.2012 00:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Immer noch zuviel

    Wo bitte schön liegt das Problem. Es gibt immer noch viel zu viele Investmentbanker. Die sollen sich eine andere Stelle suchen und mal was ordentliches arbeiten!