Geplante Übernahme

14. Oktober 2019 08:10; Akt: 14.10.2019 08:10 Print

UPC-Besitzerin gibt Sunrise halbe Milliarde

Die Fusion von Sunrise und UPC steht bevor. Dies hat deutliche Konsequenzen auf die Eigentümerstruktur von Sunrise.

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Hat den Kaufvertrag mit der UPC-Mutter Liberty Global gekündigt: Sunrise. (Bild: Andrea Zahler) Eine deutliche Mehrheit der Aktionäre unterstützt den Kauf von UPC durch Sunrise nicht. Eine ausserordentliche Generalversammlung wurde deshalb in letzter Minute abgesagt. Wortführerin des Widerstands war die deutsche Grossaktionärin Freenet, die 24,5 Prozent an Sunrise besitzt. Verwaltungsratspräsident Peter Kurer erklärte: «Wir bedauern die Annullation der GV. Wir haben viel Zeit in die Gespräche mit unseren Aktionären investiert und sind weiterhin von den strategischen und finanziellen Gründen der Übernahme überzeugt». Im Februar 2019 die Ankündigung: Sunrise-CEO Olaf Swantee reisst sich UPC unter den Nagel. Obwohl es sich bei der Übernahme um einen milliardenschweren Deal handelt, bleibt erst mal alles so, wie es ist, wie Telecomexperte Ralf Beyeler von Moneyland zu 20 Minuten sagt. Da UPC vor allem im Bereich Sport-TV stark ist, wird Sunrise mit dem Kauf der Firma künftig mehr Inhalte anbieten – zum Beispiel Liveübertragungen von Eishockeyspielen. «Dank der Transaktion wird das neue Unternehmen unter dem Namen Sunrise auftreten», sagt Sunrise-Sprecher Rolf Ziebold zu 20 Minuten. Der Name UPC dürfte demnach verschwinden. Durch diesen Zusammenschluss erhält die Swisscom erstmals einen mächtigen Konkurrenten. Eine Fusion wird es UPC ermöglichen, über das Sunrise-Netz günstig 5G-Dienste anzubieten, was auch den Kunden in Form von niedrigen Preisen zugutekommen könnte.

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Nun erhält Sunrise auch von Seiten der UPC-Besitzerin Liberty Global Unterstützung für die geplante Übernahme des Kabelnetzbetreibers. So habe der Konzern mit Sitz in London sich bereit erklärt, die Kapitalerhöhung mit einem Betrag von bis zu 500 Millionen Franken zu unterstützen, teilte Liberty Global am Montag mit.

Geschehen soll dies durch den Kauf von handelbaren Bezugsrechten sowie den anschliessenden Kauf von neu ausgegebenen Aktien. Eine vollständige Nutzung der Bezugsrechte hätte deutliche Konsequenzen auf die Eigentümerstruktur von Sunrise. Zu aktuellen Marktpreisen würde Liberty Global dann nämlich einen Anteil von 7,8 Prozent am Schweizer Telekomkonzern halten.

Sitz im Verwaltungsrat

Man habe sich aus diesem Grund darauf geeinigt, dass der britische Breitbandkonzern bei Sunrise einen Sitz im Verwaltungsrat erhalten werde, falls der Liberty-Anteil an Sunrise 5 Prozent übersteigen sollte, heisst es in dem Communiqué.

Ansonsten gebe es keine Änderungen an der Struktur der geplanten Kapitalerhöhung von 2,8 Milliarden Franken zu vermelden. Durch den Schritt sowie durch eine höhere Verschuldung will Sunrise den Kaufpreis von insgesamt 6,3 Milliarden Franken für UPC stemmen. Ursprünglich wollte Sunrise eine Kapitalerhöhung von 4,1 Milliarden Franken durchführen. Diese Pläne hat das Telekomunternehmen inzwischen revidiert.

Marktanteile gewinnen

Eine Beteiligung von UPC am Deal – wie nun angekündigt – war von verschiedener Seite her schon länger gefordert worden. Mit der Übernahme von UPC vom Kabelriesen Liberty Global will Sunrise Marktanteile gewinnen und damit dem Marktführer Swisscom zu Leibe rücken.

Man begrüsse die Beteiligung von Liberty Global an der Kapitalerhöhung, da dies die «überzeugende strategische und finanzielle Begründung» der Übernahme unterstreiche, wurde nun Sunrise-VRP Peter Kurer in einer separaten Meldung vom Montagmorgen zitiert. Dadurch werde letztlich auch das für den Zukauf notwendige finanzielle Engagement der bisherigen Sunrise-Aktionäre verringert.

Glass Lewis für den Deal

Erst am Sonntagabend verschickte Sunrise ein Communiqué, gemäss dem der Stimmrechtsberater Glass Lewis sich nach «zRating» und Ethos hinter die Kapitalerhöhung für die Übernahme von UPC Schweiz stellt. Man begrüsse die Unterstützung der Stimmrechtsberater zur Kapitalerhöhung, hatte das Unternehmen mitgeteilt.

Das Management von Sunrise empfehle den Aktionären daher weiterhin «dringend», der vorgeschlagenen Kapitalerhöhung von 2,8 Milliarden Franken zuzustimmen. Dennoch gibt es weiter Widerstand gegen den UPC-Deal. So will insbesondere der grösste Sunrise-Aktionär Freenet mit einem Anteil von 24,5 Prozent dagegen stimmen.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peter am 14.10.2019 10:15 Report Diesen Beitrag melden

    Technik

    Was soll das eigentlich mit diesen Kommentaren von wegen: Oh, da muss ich sofort den Anbieter wechseln? Habt ihr das Gefühl es sei anderswo besser mit der Technik? Alle haben so ihre eigenen Probleme. Ich bin bei Swisscom und habe auch immer wieder Probleme mit Swisscom TV. Soll ich jetzt zum nächsten rennen um wieder andere Probleme haben? Nehmt es einfach hin denn es wird nicht besser.

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  • Sikorico am 14.10.2019 09:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Neue UPC Hardware ist Top

    Lasst es so wie es ist und Pflegt eure Kundendienste wie Administration dann geht es auch ohne Fusion das der Swisscom Leute abspringen mit ihrem Störungsanfälligen Lausigen TV Angebot.

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  • Mr. Technology am 14.10.2019 08:39 Report Diesen Beitrag melden

    Wird es jetzt besser?

    Das einzig Gute daran ist dass der Name UPC verschwindet. Dieser war in der Vergangenheit doch mehrheitlich mit negativen Vorkommnissen aufgetreten!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Rolf Lehner am 15.10.2019 20:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ausgerechnet Cable COM Abfall

    UPC um Himmels Willen, dann ist Sunrise auch bald eine nichtfähige Firma. Eine Schrottfirma sollte niemanden übernehmen dürfen.

  • Sämi am 15.10.2019 13:14 Report Diesen Beitrag melden

    blöde Zwängerei

    UPC bekommt nicht mal E-SIM gebacken, resp. man will das Thema aussitzen und einem Käufer überlassen.

  • Edi Kämpf am 15.10.2019 11:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    UPC

    Sunrise nein danke...würde wieder zurück zu Swisscom gehen. Sunrise wird man abgezockt und man hat in den Bergen keinen Empfang darum weg von Sunrise

    • stachri am 15.10.2019 13:51 Report Diesen Beitrag melden

      Swisscom ist nicht besser...

      ...aber teurer. Ich habe zu Sunrise gewechselt und wohne in den Bergen. Tschüss Edi, wir werden dich nicht vermissen.

    • Walter Hechtler am 15.10.2019 18:29 Report Diesen Beitrag melden

      Auswandern

      Ich bin Ausgewandert nach Kalifornien. Mein Empfang ist jetzt viel besser in Kalifornien Silicon Valley.

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  • Karin am 14.10.2019 22:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Billiger Jakob

    Dann unterstützt doch die Sunrise Arbeitsplätze in der Türkei weiter. Swisscom betreibt alles in der Schweiz.

    • TheRealSchnauz am 15.10.2019 05:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Karin

      OMG. Glaubste ja selber nicht. Swisscom hat bereits sehr viel ins Ausland verlagert.

    • Karin am 15.10.2019 07:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @TheRealSchnauz

      Nein ist zu 100 Prozent in der Schweiz. Das ist gar nicht erlaubt.

    • René am 15.10.2019 13:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Karin

      Ihre hochgelobte Swisscom holt einfach Deutsche und Össis zu tausenden rein. Dafür stellt sie die Langjährigen mit 57 mit Stillschweigeverträgen auf die Strasse. Was ist nun besser?

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  • Gündüz J. am 14.10.2019 22:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Machtgedanke

    Die Fusion gibt wenig Sinn. Es gibt schlicht zu wenig Synergien. Ich denke das Hauptmotiv der Sunrise-Aktienbesitzern ist Macht, wie bei fast allen Übernahmen.