Geldwäscherei

26. Juli 2018 15:03; Akt: 26.07.2018 15:15 Print

US-Behörden verhaften Ex-Star-Banker von Julius Bär

Ein Deutscher ist in Miami verhaftet worden. Der Vorwurf: Geldwäscherei.

storybild

Bei einem der Verhafteten handelt es sich um offenbar um einen ehemaligen Julius Bär-Banker, der in diesem Sommer zur Gonet Bank&Trust auf den Bahamas gewechselt ist, wie verschiedene Medien am Donnerstag schrieben. (Bild: Keystone/Ennio Leanza)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die US-Behörden haben am Mittwoch mehrere Personen im Zusammenhang wegen Vorwürfen der Geldwäscherei für ein venezolanisches Staatsunternehmen verhaftet. Bei einem der Verhafteten handelt es sich um offenbar um einen ehemaligen Julius Bär-Banker. Wie der «Tages-Anzeiger» schreibt, war der Mann von 2007 bis Mai 2018 «Managing Director» von Julius Bär Panama. Dann habe er zur Gonet Bank&Trust auf den Bahamas gewechselt ist.

Julius Bär habe die Vorwürfe gegen den Mann «zur Kenntnis genommen» und kooperiere vollumfänglich mit den Behörden, teilte die Bank am Donnerstag auf Anfrage mit. Sie betont gleichzeitig, dass der Verhaftete nicht mehr für das Institut arbeiten würde. Laufende Verfahren könne sie aber nicht weiter kommentieren.

Der 44-jährige Deutsche ist gemäss einer Mitteilung des US-Justizministeriums (DoJ) am Dienstagabend in Miami verhaftet worden. Ihm wird vorgeworfen, an einem milliardenschweren Geldwäschereiplan teilgenommen zu haben, um veruntreute Gelder der staatlichen venezolanischen Ölgesellschaft PDVSA zu waschen. Neben dem Deutschen wurde in Sizilien auch ein kolumbianischer Staatsbürger verhaftet, der nun ausgeliefert werden soll.

1,2 Milliarden Dollar

Laut der Mitteilung des DoJ sollen die Geldwäschereiaktivitäten bereits im Dezember 2014 ihren Anfang genommen haben. Damals sollen über Geldwäsche-Aktivitäten rund 600 Millionen US-Dollar der PDVSA veruntreut worden sein. Bis im Mai 2015 seien die Beträge bereits auf 1,2 Milliarden Dollar angestiegen.

Auch die Schweizer Finanzmarktbehörde Finma führt verschiedene Enforcement-Verfahren gegen Schweizer Banken wegen möglicher Verstösse gegen Geldwäschereibestimmungen in Südamerika durch, darunter offenbar auch solche mit Bezug zur PDVSA.

(sda)