Panama Papers

05. Dezember 2018 05:13; Akt: 05.12.2018 05:34 Print

US-Justiz erhebt Anklage gegen zwei Deutsche

Sie sollen Millionen vor den US-Behörden versteckt haben, nun wurden vier Personen im Zusammenhang mit den Panama Papers von den USA angeklagt.

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Angestellte und Kunden stehen im Fokus der US-Behörden: Schweizer Niederlassung der Anwaltskanzlei Mossack Fonseca. (Archivbild) (Bild: AFP/Fabrice Coffrini)

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Die US-Justizbehörden haben im Zusammenhang mit den sogenannten Panama Papers Anklage gegen vier Verdächtige erhoben, darunter zwei deutsche Staatsbürger. Bei den Verdächtigen handle es sich um Angestellte und Kunden der Anwaltskanzlei Mossack Fonseca.

Die Kanzlei stand im Mittelpunkt des Skandals. Sie wurde in diesem Jahr geschlossen. Es ist das erste Mal, dass ein Fall in Zusammenhang mit den Panama Papers in den USA vor Gericht kommt.

In der Anklageschrift heisst es, zwei der Verdächtigen – ein 50-jähriger Mann aus Panama und ein 54-jähriger Deutscher – hätten Klienten der Kanzlei mit Briefkastenfirmen und Stiftungen dazu verholfen, ihr Vermögen und Einkommen vor den US-Behörden zu verstecken. Ihnen drohen bis zu 20 Jahren Haft.

Deutsche Bank durchsucht

Bei einem ihrer Kunden handle es sich um einen 81-jährigen Deutschen, der ebenfalls angeklagt wurde. Der vierte Verdächtige ist ein 74-jähriger US-Bürger.

Erst vergangene Woche sind Büros der Deutschen Bank durchsucht worden. Deutschlands grösstes Geldhaus ist wegen des Verdachts der Geldwäsche im Zusammenhang mit den sogenannten Panama Papers ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten.

Die Ermittler gehen dem Verdacht nach, dass Mitarbeiter der Deutschen Bank Kunden geholfen haben, Offshore-Gesellschaften in Steuerparadiesen zu gründen. Dabei soll Geld aus Straftaten auf Konten der Deutschen Bank transferiert worden sein, ohne dass das Institut Geldwäscheverdachtsanzeigen erstattet hat.

200'000 Briefkastenfirmen

Im April 2016 hatte ein internationales Netzwerk von Journalisten, darunter auch der «Süddeutschen Zeitung» und des «Tages-Anzeigers», über rund 200'000 von der Kanzlei Mossack Fonseca gegründete Briefkastenfirmen berichtet, in denen Politiker, Prominente und Sportler ihr Vermögen geparkt haben sollen.

Die Veröffentlichung führte zu Ermittlungen auf der ganzen Welt und zu einer Debatte über Steueroasen und Geldwäsche. Die Anwaltskanzlei Mossack Fonseca hatte im vergangenen März mitgeteilt, sie stelle ihren Betrieb ein.

(chk/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • MGM am 05.12.2018 06:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Scheinheilig

    Witzig. Insbesondere da Delaware in den Vereinigten Staaten liegt.

  • Dumby am 05.12.2018 07:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schon wieder

    Jetzt fängt das wieder an. Da scheint jemand Geld zu brauchen

  • Kaleidoskop am 05.12.2018 05:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bauernopfer

    Solange die Verantwortlichen nicht mit ihrem Privatvermögen haften müssen, werden Finanzinstitute weiter machen. Die Strafen sind ein Hohn für jeden ehrlichen Arbeitnehmer, der sich von der selbsternannten Elite noch als Pöbel bezeichnen lassen muss. Aber solange sie die eine Hälfte von uns noch dafür bezahlen können uns zu unterdrücken, bzw im Bedarfsfall gegen einander aufzuhetzen, wird sich auch daran, trotz der nun präsentierten Bauernopfer nichts ändern.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Marko0912 am 05.12.2018 16:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schach Spiel der Supper Reichen!

    zwei Bauern Opfer verklagt, und die Supper Reichen verschont!

  • Dumby am 05.12.2018 07:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schon wieder

    Jetzt fängt das wieder an. Da scheint jemand Geld zu brauchen

  • Josef am 05.12.2018 06:59 Report Diesen Beitrag melden

    Wahnsinniger Erfolg

    Dutzende von Journalisten die monatelang recherchieren und eine Anklage? Es bleibt wenig von illegalen Geschäften übrig. Das Problem sind wohl eher die Gesetze, die legale Steueroptimierung ermöglichen. Im kleinen sind dies zum Beispiel die Einzahlungen in die dritte Säule. Nun hat die US Steuerbehörde davon profitiert. Gottseidank ein Land, das für sein uneigennütziges wirtschaftliches Verhalten bekannt ist ;-)

  • MGM am 05.12.2018 06:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Scheinheilig

    Witzig. Insbesondere da Delaware in den Vereinigten Staaten liegt.

  • Kaleidoskop am 05.12.2018 05:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bauernopfer

    Solange die Verantwortlichen nicht mit ihrem Privatvermögen haften müssen, werden Finanzinstitute weiter machen. Die Strafen sind ein Hohn für jeden ehrlichen Arbeitnehmer, der sich von der selbsternannten Elite noch als Pöbel bezeichnen lassen muss. Aber solange sie die eine Hälfte von uns noch dafür bezahlen können uns zu unterdrücken, bzw im Bedarfsfall gegen einander aufzuhetzen, wird sich auch daran, trotz der nun präsentierten Bauernopfer nichts ändern.