Druck auf Kunden

29. Dezember 2011 12:08; Akt: 29.12.2011 12:13 Print

USA jagen Steuersünder mit neuer Taktik

Künftig drohen US-Behörden mit Gefängnis oder Busse, wenn ein US-Steuerzahler bei Verdacht auf geheime Konten in der Schweiz diese nicht offenlegt. Die Spannungen zwischen der Schweiz und den USA steigen.

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Die neue Taktik im Kampf gegen Steuersünder wurde bislang vor allem bei Drogenschmuggel und Geldwäscherei eingesetzt. (Bild: Keystone)

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Auf der Jagd nach Steuersündern greifen die US-Behörden zu einer neuen Taktik, die sonst vor allem gegen Drogenschmuggler und Geldwäscher eingesetzt wird. Bei Verdacht auf geheime Konten in der Schweiz fordern Staatsanwälte US-Steuerzahler unter Strafandrohung auf, ihre Konten offenzulegen.

Damit richtet sich der Druck nicht mehr nur gegen die Banken, sondern auch gegen die Kunden selbst. «Das ist im Moment ein sehr heisses Thema», sagte Nathan Hochman von der Kanzlei Bingham McCutchen.

Mit Geldbusse oder Gefängnis gedroht

Seit rund einem Jahr sind den Anwälten von Betroffenen zufolge mindestens ein Dutzend sogenannter Subpoenas ausgestellt worden. Die Staatsanwälte ordnen mit diesem Zwangsmittel die Herausgabe von Einzelheiten zu den Bankkonten seit 2003 an. Steuerzahler, die sich weigern, solche Beweismittel gegen sich selbst einzubringen, müssen mit Geldbussen oder sogar Gefängnis rechnen.

Bei den Steuerzahlern, die Subpoenas erhalten haben, handelt es sich um Personen, die sich zu spät gemeldet haben, um vom freiwilligen Offenlegungsprogramm der US-Steuerbehörden zu profitieren. Amerikaner, die ihre zuvor geheimen Auslandskonten offenlegten und eine Strafsteuer bezahlten, blieben dabei vor strafrechtlichen Konsequenzen verschont.

Spannungen zwischen Schweiz und USA steigen

Daneben sind offenbar auch Kunden betroffen, die von ihren Bankbetreuern im Zuge von Strafanzeigen und sogar Anklagen ans Messer geliefert wurden.

Damit steigen die Spannungen zwischen der Schweiz und den USA weiter. Die US-Behörden verdächtigen Zehntausende vermögende Amerikaner, in den vergangenen Jahren Milliarden von Dollar über Schweizer Banken am Fiskus vorbeigeschleust zu haben. Gegen elf Institute läuft bereits eine strafrechtliche Untersuchung. Dazu gehören die Credit Suisse, die Bank Julius Bär, die Privatbank Wegelin sowie die Basler Kantonalbank.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Adrian Stocker am 29.12.2011 13:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    us pass

    die USA sind so pleite, dass sie schon mit Knast drohen der omi! wenn sie 1cent vergisst an zu geben. nur mit was drohen, die nun bei den wirklich bösen buben? kein wunder stehen ex. USA Bürger schlange, um ihren amy Pass los zu werden in bern.

  • Arsène Lupin am 29.12.2011 15:32 Report Diesen Beitrag melden

    typisch US-Justiz...

    ...wenn man nicht gesteht, wird man härter bestraft als bei einem Geständnis. Was aber, wenn es gar nichts zu gestehen gibt?

  • Verärgerter Kleinsparer am 29.12.2011 12:26 Report Diesen Beitrag melden

    Weg mit dem Bankgeheimnis

    Es ist doch so einfach, diese Spannungen abzubauen. Die CH schafft sofort das völlig unnütze, überalterte Bankgeheimnis ab und alle sind zufrieden. Die Banken provitieren davon, dass kein Geld mehr versteckt werden kann und die Steuerbehörden kommen auch zu ihrem Recht. Das BG deckt nur Verbrecher und Millonäre. Wir Kleinen haben nichts davon, denn der Steuervogt weiss ganz genau wieviel Geld wir haben. Das ganze heisst einfach Verrechnungssteuer, ist aber ein staatlich erlaubter BG Verrat. Die Banken verlieren ohne BG keinen ehrlichen Kunden, im Gegenteil es werden mehr dazukommen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Nebel Spalter am 31.12.2011 06:32 Report Diesen Beitrag melden

    Egal, who cares:

    die arroganten, ignoranten und inkompetenten USA gehen sowieso "hops", nur eine Frage der Zeit.

  • Reflektion am 29.12.2011 21:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Selten solchen Unsinn gelesen

    @Mensch 1. Die Bedeutung eines Landes richtet sich nicht nach der Größe sondern nach der Wirtschaftskraft. 2. Arroganz hat in der Vergangenheit zu den meisten Kriegen geführt. 3. Es wurden seitens USA auch etliche Banken in Deutschland in die Zange genommen. 4. Druck erzeugt nur eines....... Gegendruck. Meine Empfehlung an Sie Herr "Mensch": Denken Sie bitte nach bevor Sie schreiben!

  • Tinu am 29.12.2011 20:35 Report Diesen Beitrag melden

    Die Schuld bei anderen suchen.

    Die Amerikaner sind selber schuld. Jetzt ist Wirtschaftskrise und sie suchen bei jemand anderem die Schuld, aber ihre Geldpolitik würden sie kein bischen ändern. Jetzt greifen sie einfach die Schweiz an, weil es bei uns funktioniert und wollen hier Unruhe stiften. Eine alte Masche: Such dir einen gemeinsamen Feind und du hast Einigkeit! Die Amerikaner mit ihren Steuerflüchtlingen! Pf. Sie haben die Wirtschaftskrise verursacht, aber niemand würde sie zurechtweisen. Warum?

  • Wilhelm Stichler am 29.12.2011 19:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wurde auch Zeit

    Scheint mir doch nahe liegend, dass die USA zuerst ihre eigenen Bürger in die Knute nimmt, bevor sie die Schweiz und deren Banken belagern. Hat lange gedauert, bis die das realisiert habe. Kommt wohl davon, weil sie immer vor des anderen Türen wischen...

  • Mensch am 29.12.2011 16:17 Report Diesen Beitrag melden

    Macht was Ihr wollt aber zu Hause

    In der Schweiz, der kleinen unbedeutenden Insel in Europa, könnt Ihr ja machen was Ihr wollt. Das interessiert nämlich niemanden. Aber wenn sich Schweizer Unternehmen im Ausland niederlassen um die dortigen Staaten zu betrügen, dann kann ich schon verstehen, dass sich wiederstand bildet. Es zeigt niemand mit dem Finger auf die Schweiz, lediglich auf die Banken. Aber die Schweizer, die zeigen mit dem Finger auf die anderen Staaten und fordern, dass diese Ihre System ändern... Warum? Damit die Schweizer Banken weiter Geschäfte machen können? Besinnt Euch und denkt nach bevor Ihr schimpft!

    • miso am 29.12.2011 16:49 Report Diesen Beitrag melden

      wir sind zu hause

      ach was du für einen unsinn schreibst...da treffen unterschiedliche rechtssysteme und verständnisse aufeinander - die usa und europa wollen bestehende grundgesetzte resp. verfassungsgesetzte in der schweiz angreifen! dazu kommt dass die in der schweizer früher gehaltenen praktiken GENAU gleich auf der ganzen welt vollzogen werden - in den steuerparadiesen der usa, england und frankreich lagern jeweils 10x soviel wie zu besten zeiten in der schweiz - das hat nichts mit rechtsstaatlichkeit zu tun sondern mit wir brauchen geld wo kriegen wirs...

    • Mensch am 29.12.2011 17:47 Report Diesen Beitrag melden

      In der Schweiz schon!

      Die Filialen in Amerika unterstützen die Amerikanischen Steuerhinterzieher doch. Und das ist eben nicht zu Hause, oder? Die EU und die USA wollen, dass die Schweizer Banken die Gesetzte in diesen Ländern akzeptieren und Steuerhinterziehung ist nicht lustig. Und klar, wenn ich Geld bräuchte, würde ich schon erst schauen wo meine fehlenden Steuereinnahmen sind. Und, dass die anderen angeblich schlimmer sind macht doch die Tatsache nicht besser oder schlechter. Das ewige EU und USA bashing führt auch nicht zu grosser Beliebtheit. Wem steht denn das hinterzogene Geld zu?

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