Jagd auf Steuersünder

02. März 2011 08:05; Akt: 02.03.2011 14:53 Print

USA kassieren Ex-UBS-Banker ein

Als UBS-Banker hatte er reichen Amerikanern geholfen, 400 bis 500 Millionen Dollar am Fiskus vorbeizuschleusen. Bei der Einreise in die USA wurde der Grieche nun verhaftet.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Ein früherer UBS-Angestellter ist am Dienstag im US-Bundesstaat Florida der Beihilfe zur Steuerhinterziehung angeklagt worden. Er soll reichen Amerikanern geholfen haben, den Fiskus zu umgehen und die USA um Einnahmen betrogen haben.

Der heutige Credit-Suisse-Angestellte war am 26. Januar in New York bei der Einreise in die USA verhaftet worden. Er wurde später nach Fort Lauderdale (Floria) überstellt, wo er am Dienstag in Handschellen und Gefangenenkleidung erstmals vor dem Richter erschien.

Der 45-jährige Grieche soll laut Anklage zwischen 1999 und 2005 für die Schweizer Grossbank UBS 150 US-Kunden betreut und dabei Vermögen in Höhe von 400 bis 500 Millionen Dollar angenommen haben.

Er und andere Banker bei der UBS hätten reiche Amerikaner zur Steuerflucht ermuntert, indem sie ihnen «undeklarierte Schweizer Konten und den Schutz des Schweizer Bankgeheimnisses» angeboten hätten, heisst es in der Anklage weiter.

Berater reicher Bankkunden

Der Angeklagte ist laut der Webseite der Credit Suisse Chef einer Private-Banking-Abteilung, die sich um vermögende Kunden kümmert. Der detaillierte Eintrag zu seiner Person wurde unterdessen gelöscht.

Die Anwälte des Bankers plädierten auf Einstellung des Verfahrens und die Freilassung ihres Mandaten, da die Anklage die Fristen nicht eingehalten habe. Ein Bundesrichter ordnete für den heutigen Mittwochmorgen eine weitere Anhörung in dem Fall an.

Die Anklage stützt sich zum grossen Teil auf Aussagen eines anderen Ex-UBS-Bankers, der in Miami vor Gericht steht. Auch ihm wird vorgeworfen, Amerikaner bei der Steuerflucht geholfen zu haben. Sein Urteil soll am 10. März verkündet werden. Ihm drohen bis zu fünf Jahre Gefängnis.

Auch CS-Banker unter Anklage

Nachdem die US-Behörden die UBS wegen Beihilfe zu Steuerflucht in die Mangel genommen hatten, geraten auch andere Banken ins Visier der Steuerfahnder.

Vor einer Woche war bekannt geworden, dass drei ehemalige Mitarbeiter und ein Angestellter der Credit Suisse im östlichen Distrikt des US-Bundesstaates Virginia angeklagt werden. Sie sollen zusammen mit anderen Bankern ebenfalls Kunden geholfen haben, Steuern zu hinterziehen.

(sda)