Währungsstreit

28. Dezember 2011 13:32; Akt: 28.12.2011 14:02 Print

USA verzichten auf Sanktionen gegen China

Dem Exportweltmeister China wird seit Jahren vorgeworfen, den Wechselkurs des Yuan künstlich niedrig zu halten. Die USA sehen darin aber keine gezielte Manipulation.

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Der Yuan ist gegenüber dem Dollar zu tief bewertet. (Bild: Keystone)

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Im langjährigen Währungsstreit mit China verzichten die USA auf Sanktionen gegen den aufstrebenden Konkurrenten. Eine gezielte Währungsmanipulation könne der Volksrepublik nicht vorgeworfen werden.

Das schreibt das Finanzministerium in seinem am Dienstagabend veröffentlichten Halbjahresbericht an den Kongress. Eine gezielte Manipulation wäre die Voraussetzung für gezielte Sanktionen, wie sie von Industrieverbänden gefordert werden.

24 Prozent unterbewertet

Allerdings lasse die Regierung in Peking ihren Yuan viel zu langsam und «nicht ausreichend» aufwerten, heisst es weiter. Der Industrieverband «Alliance for American Manufacturing» kritisierte die Einschätzung und verlangt ein härteres Vorgehen gegen China.

Dem Exportweltmeister China wird seit Jahren vorgeworfen, den Wechselkurs des Yuan künstlich niedrig zu halten und sich so Vorteile auf den internationalen Märkten zu verschaffen. In diesem Jahr hat der Yuan um 4 Prozent im Vergleich zum US- Dollar aufgewertet. Das «Peterson Institute for International Economics» hält die Währung aber immer noch für 24 Prozent unterbewertet.

Auch deshalb dürfte das Defizit der USA im Handel mit der Volksrepublik in diesem Jahr einen Rekordwert erreichen: Allein von Januar bis Oktober übertrafen die Importe aus China die Exporte dorthin um 245,5 Milliarden Dollar.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • A. Nalyse am 28.12.2011 16:33 Report Diesen Beitrag melden

    Die US-Firmen wollen keine Aufwertung

    Die grösste Lobby, die ein amerikanisches Vorgehen gegen den niedrigen Yuan torpediert, sind die in China produzierenden US-Firmen (Apple lässt grüssen). Deren Gewinn ergibt sich nun mal aus möglichst tiefen Herstellungskosten bei möglichst hohen Verkaufspreisen. Das Problem ist nur, dass die Kaufkraft im Westen immer mehr abnimmt und als Reaktion auf sinkende Margen die Kosten weiter gesenkt werden. Bald geht die Herstellung nur noch mit Sklavenarbeit und der Verkauf auf (faulen!) Kredit. Eine schöne Abwärtsspirale, ausgelöst durch mikroökonomische Kurzsichtigkeit. BWL ignoriert VWL.

  • Ventydue am 28.12.2011 14:17 Report Diesen Beitrag melden

    Bis es tätscht

    Ein ähnliches Problem ist im Euroraum. Die höhere Produktivität der Deutschen würde über eine Erstarkung der Währung oder höhere Löhne ausgeglichen. Letzteres funktioniert wegen der Personenfreizügigkeit nur begrenzt und der Euro ist halt in Süditalien gleich viel Wert, wie im Norden. Der Chinese behält einfach seinen Produktionsvorteil künstlich bei bis irgendwann die Blase plazt. Wohin mit seinen Devisenreserven? In Unternehmen in Europa und Amerika, welche nicht mehr konkurenzf. produzieren können? In bankrote Staaten? Irgendwann haben dem Chinesen seine ausl. Devisen keinen Wert mehr.

  • t.b. am 28.12.2011 13:43 Report Diesen Beitrag melden

    wer drückt wen oder was?

    die usa sind toll im austeilen. wie siehts aber mit ihrem dollar aus? ist ja eine private währung die der FED gehört. schon seit jahren muss die usa übrigens untersuchen, ob der silberpreis markttechnisch brutal gedruckt wird... und sie kommen und kommen einfach zu keinem schluss... schwierige sache, wie beim gold. auch hier gibts brutalste marktmanipulationen, damit der goldpreis tief bleibt und die schuldenorgie weitergehen kann. da hackt man doch lieber auf den chinesen und ihrem yuan rum.

Die neusten Leser-Kommentare

  • A. Nalyse am 28.12.2011 16:33 Report Diesen Beitrag melden

    Die US-Firmen wollen keine Aufwertung

    Die grösste Lobby, die ein amerikanisches Vorgehen gegen den niedrigen Yuan torpediert, sind die in China produzierenden US-Firmen (Apple lässt grüssen). Deren Gewinn ergibt sich nun mal aus möglichst tiefen Herstellungskosten bei möglichst hohen Verkaufspreisen. Das Problem ist nur, dass die Kaufkraft im Westen immer mehr abnimmt und als Reaktion auf sinkende Margen die Kosten weiter gesenkt werden. Bald geht die Herstellung nur noch mit Sklavenarbeit und der Verkauf auf (faulen!) Kredit. Eine schöne Abwärtsspirale, ausgelöst durch mikroökonomische Kurzsichtigkeit. BWL ignoriert VWL.

  • Benu am 28.12.2011 14:23 Report Diesen Beitrag melden

    Hundesprichwort

    Die Hand die einen füttert, beisst man nicht...

  • Realist am 28.12.2011 14:20 Report Diesen Beitrag melden

    Fakten, Fakten, Fakten

    "Währungen als Waffe", Quelle NTV 08.10.2010:"Wird die eigene Währung billiger, lassen sich die eigenen Waren preiswerter in anderen Ländern verkaufen. Das hilft vor allem, wenn die eigene Wirtschaft zu teuer produziert und eigentlich gar nicht wettbewerbsfähig ist. Beispiele sind Italien und Frankreich, die in der Zeit vor dem Euro jahrelang nur mit Abwertungen von Lira und Franc zur harten D-Mark über die Runden gekommen sind. Damit wurden ihre Produkte etwa für die deutsche Kunden günstiger, die Chance, mehr Produkte zu verkaufen, stieg also. Zurzeit hält China den Yuan künstlich niedrig".

  • Ventydue am 28.12.2011 14:17 Report Diesen Beitrag melden

    Bis es tätscht

    Ein ähnliches Problem ist im Euroraum. Die höhere Produktivität der Deutschen würde über eine Erstarkung der Währung oder höhere Löhne ausgeglichen. Letzteres funktioniert wegen der Personenfreizügigkeit nur begrenzt und der Euro ist halt in Süditalien gleich viel Wert, wie im Norden. Der Chinese behält einfach seinen Produktionsvorteil künstlich bei bis irgendwann die Blase plazt. Wohin mit seinen Devisenreserven? In Unternehmen in Europa und Amerika, welche nicht mehr konkurenzf. produzieren können? In bankrote Staaten? Irgendwann haben dem Chinesen seine ausl. Devisen keinen Wert mehr.

  • Gerhard B. am 28.12.2011 13:43 Report Diesen Beitrag melden

    Soso, die USA verzichten ...

    ... auf Sanktionen gegenüber China! Selten so gelacht :-))) Die USA kann froh sein dass sie, als grösster Schuldner, von den Chinesen (noch) keine Sanktionen zu befürchten haben!