Quartalszahlen

09. August 2019 10:10; Akt: 09.08.2019 10:10 Print

Uber macht über fünf Milliarden Dollar Verlust

Der Gang an die Börse führt bei Uber zu einem Milliardenverlust. Der Umsatz mit Fahrdiensten wuchs im letzten Quartal um lediglich zwei Prozent.

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Der Fahrdienst-Vermittler Uber hat in seinem ersten Quartal an der Börse einen Verlust von 5,2 Milliarden Dollar erlitten. Den Löwenanteil dazu trug die Start-up-Praxis bei, Mitarbeiter mit Aktien zu bezahlen. Allein auf diese mit dem Börsengang verbuchte Aktienvergütung entfielen 3,9 Milliarden Dollar der roten Zahlen. Analysten hatten mit einem Verlust in dieser Grössenordnung gerechnet.

Zugleich gab es aber auch ein Alarmsignal aus dem Kerngeschäft: Der Umsatz mit Fahrdiensten wuchs im Jahresvergleich lediglich um zwei Prozent auf 2,29 Milliarden Dollar. Das war mit ein Grund für eine ziemlich negative Reaktion an der Börse. Die Uber-Aktie verlor im nachbörslichen Handel am Donnerstag zunächst mehr als zwölf Prozent, mit der Zeit schmolzen die Verluste auf ein Minus von gut vier Prozent.

Wachstum bei der Essenszustellung

Ein Lichtblick war das Geschäft mit der Essenszustellung. Die Erlöse bei Uber Eats sprangen im Jahresvergleich um 72 Prozent auf 595 Millionen Dollar. Das half, den Konzernumsatz um 14 Prozent auf knapp 3,2 Milliarden Dollar zu steigern. Für Uber-Verhältnisse war das allerdings ein sehr langsames Wachstum. Im Vorjahresquartal lag der Uber-Verlust bei 878 Millionen Dollar – jetzt wären es selbst ohne die zusätzliche Belastung durch die Aktienvergütung rund 1,3 Milliarden Dollar gewesen.

Die Enttäuschung der Börsianer war umso grösser, da am Vortag der kleinere Uber-Konkurrent Lyft sie mit besser als erwartet ausgefallenen Zahlen überrascht hatte.

Rote Zahlen auch beim Konkurrenten Lyft

Im zweiten Quartal steigerte Lyft den Umsatz im Jahresvergleich um 72 Prozent auf 876 Millionen Dollar. Ein kräftiger Kostenanstieg – ebenfalls zum Teil wegen der Vergütung mit Aktien im Zuge des Börsengangs im März – liess den Quartalsverlust allerdings von 178,9 Millionen auf 644,2 Millionen Dollar ansteigen.

Zugleich sah Lyft aber eine deutliche Verbesserung des Geschäfts, unter anderem weil der Preiskampf mit Uber nachlasse. Deswegen rechnet Lyft nun mit einem Jahresumsatz von bis zu 3,5 Milliarden Dollar - 200 Millionen mehr als zuvor maximal anvisiert. Auch der Verlust soll geringer ausfallen als zuvor in Aussicht gestellt.

Zuwachs von sechs Millionen Nutzern

Bei Uber stieg die Zahl der Nutzer binnen drei Monaten von 93 auf 99 Millionen. Bei Lyft legte sie von 20,5 auf 21,8 Millionen zu. Lyft ist bisher nur in den USA und Kanada aktiv, während Uber frühzeitig auf eine weltweite Expansion setzte.

Beide Unternehmen waren im Frühjahr an die Börse gegangen. Ihre Aktien notieren aber unter den Ausgabepreis, weil Anleger Zweifel haben, ob das bisher mit hohen Verlusten verbundene Geschäftsmodell der Fahrdienst-Vermittler am Ende aufgehen wird. Die Lyft-Aktie legte nach dem Quartalsbericht im regulären Handel am Donnerstag zeitweise um drei Prozent zu.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Trulla am 09.08.2019 10:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Billig, billiger am billigsten

    Gut so, ist nur wieder eine Gaunerei, andere billig für sich arbeiten zu lassen und das Taxigewerbe, welches strenge Auflagen erfüllen muss, zu konkurrenzieren.

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  • Sarah am 09.08.2019 11:16 Report Diesen Beitrag melden

    Endlich Taxi Ausbildung

    Die Uber Fahrer gehören endlich als Gewerbetreibende dem Taxigesetz unterstellt und müssen einen Taxischein haben für den gewerbemässigen personentransport. Es ist mir ein Rätsel weshalb das nicht der Fall ist.

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  • Iris am 09.08.2019 10:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Meidet Uber!

    Meidet Uber! Hinter dem Namen verbirgt sich ein international agierender Mega-Konzern mit viiiiel Geld. Das Ziel ist, kleine und mittlere Firmen aus dem Verkehr zu ziehen. Weil UBER so viel Geld besitzt, können sie es sich auch leisten langzeitlich Verluste einzufahren. Mit solch tiefen Preisen sind kleinere und mittlere Unternehmen nicht imstande zu überleben. Sind dann die kleinen, vielfach heimischen Unternehmen ruiniert und vom Markt verdrängt, werden die Preise sicherlich steigen und ihr könnt nichts dagegen tun.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • besucher am 10.08.2019 23:39 Report Diesen Beitrag melden

    Realitaet

    Uber hat gezeigt was fuer grosse Abzocker unser Taxi-Gewerbe ist.

  • Tyler Durden am 10.08.2019 23:00 Report Diesen Beitrag melden

    Geniessen so lange es geht

    Ich bin auch der Meinung, das es nicht OK ist derartig viel Verlust zu machen, schlussendlich geht das gegen alle Fahrer die nicht bei Uber sind. Ich bin in Lateinamerika und Uber kostet rund 1/3 der Taxis. Mache kilometerlange Fahrten für 2-4 Fr. Service und Effiziens: 1A. Die Fahrer sind nicht schlecht bezahlt, viele Taxifahrer haben zu Uber gewechselt und reden gut darüber. Die Preisdifferenz trägt Uber selber, die Aktionäre, nicht unbedingt die Fahrer. Ich gehe nach dem Motto: geniessen so lange es geht :-) Und ich verwende auch Uber Eats 2-3 mal die Woche

  • Condorman am 10.08.2019 20:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Überschüssig

    Mag dieser Firma von Herzen gönnen hoffentlich machst sie Pleite!

  • Mickey House am 10.08.2019 18:20 Report Diesen Beitrag melden

    Toll...

    ...die stellen sogar Tesla mit den in den Schatten. Tiefer Rot geht's wohl nur in USA. Typischer Amibetrieb....aufgeblasen bis zum Geht-nicht-mehr. Substanz...Fremdwort.

  • Realist am 10.08.2019 17:25 Report Diesen Beitrag melden

    ÜBER = ÜBER DEN HAG FRESSEN

    Über ist ein Daten-Klau-Geschäft und schadet dem CH-Einheimischen-Arbeitsmarkt. Ich Frage mich wirklich, was in den Polit-Köpfen vorgeht, solche Machenschcaften in der Schweiz zu gedulden / bewilligen.