Eigenheim

11. Oktober 2016 10:07; Akt: 11.10.2016 11:13 Print

Und welcher Hauskauf-Typ sind Sie?

von S. Spaeth - Lassen Sie sich beim Kauf von Emotionen leiten oder zählt vor allem der Preis? Ein Haus kostet in der Schweiz im Schnitt 1,1 Millionen. Eine Analyse der Käufertypen.

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Im Detailhandel haben die Marktforscher die Menschen längst in Kategorien unterteilt. Sie unterscheiden zwischen Rabattjägern und Hochpreisaffinen oder zwischen Autopiloten (diese greifen schnell zu und eilen zum nächsten Regal) und Vielfaltsuchenden.

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Träumen Sie von Wohneigentum?

Doch welche Käufertypen gibt es auf dem Schweizer Immobilienmarkt? Und nach welchen Objekten halten sie Ausschau? Der Hypothekenvermittler Moneypark, an dem die 20-Minuten-Herausgeberin Tamedia beteiligt ist, hat anhand von 2000 Kundenfällen eine Typologie entwickelt.

• Emotionaler Käufer

Typ: Individualist, Durchschnittsalter 48 Jahre, oft kinderlos und alleinstehend.
Häufigkeit: 7 Prozent aller Liegenschaftskäufer gehören in diese Kategorie.
Ziel: Der emotionale Käufer ersteht ein Liebhaberobjekt, beispielweise ein Bauernhaus oder ein denkmalgeschütztes Gebäude. Wichtig ist für ihn zudem die aussergewöhnliche Lage. Der emotionale Käufer ist bereit, 250'000 Franken mehr als für eine Standardimmobilie zu zahlen.
Durchschnittlicher Wert des Objekts: 1,1 Millionen Franken.
Gebiet: Kauft vor allem in der Genferseeregion und dem Tessin.
Vermögen: 650'000 Franken.


• Budget-Käufer

Typ: Verheiratet, Kinder, Durchschnittsalter 43 Jahre. Der Budgetkäufer ist der in der Schweizer am meisten verbreitete Kunde.
Häufigkeit: 77 Prozent aller Liegenschaftskäufer gehören in diese Kategorie.
Ziel: Will für sich und seine Familie ein Eigenheim. Er steckt den Grossteil seines Vermögens ins Eigenheim.
Durchschnittlicher Wert des Objekts: 820'000 Franken.
Gebiet: alle Regionen.
Vermögen: Besitzt als Paar ein Vermögen von 400'000 Franken und ein Haushaltseinkommen von 160'000 Franken. Verglichen mit den anderen Käufertypen bezahlt der Budget-Käufer die höchsten Hypothekarzinsen. Grund: Der Budget-Käufer hat die schlechtesten finanziellen Voraussetzungen.



• Rendite-Maximierer

Typ: Wohlhabender Unternehmer, Durchschnittsalter 57 Jahre, oft pensioniert.
Häufigkeit: 7 Prozent aller Liegenschaftskäufer gehören in diese Kategorie.
Ziel: Der Rendite-Maximierer sucht nach Anlagemöglichkeiten für sein Vermögen. Er kauft eine Liegenschaft und vermietet sie, um so weitere Einnahmen zu generieren.
Durchschnittlicher Wert des Objekts: 2,9 Mio. Franken.
Gebiet: Interessiert sich für Regionen mit hoher Nachfrage nach Mietwohnungen.
Vermögen: 1,7 Mio. Franken.


• Luxuskäufer

Typ: Verdient gut, ist oft selbststständig, kann aufgrund seines finanziellen Polsters sowohl beruflich als auch bei der Immobilienfinanzierung höhere Risiken eingehen.
Häufigkeit: 9 Prozent aller Liegenschaftskäufer gehören in diese Kategorie.
Ziel: Ein Eigenheim der Oberklasse, nicht allzu weit weg von der Wirtschaftsmetropole Zürich. Möchte zudem in einer steuergünstigen Gemeinde wohnen.
Durchschnittlicher Wert des Objekts: 2 Millionen Franken.
Gebiet: Interessiert sich für Luxusobjekte in der Region Zürich und der Zentralschweiz. Dort zieht es den Luxuskäufer in die steuergünstigen Hotspots Schwyz und Zug.
Vermögen: Der Luxuskäufer hat ein Vermögen von 1,6 Millionen Franken und ein Haushaltseinkommen von 350'000 Franken.


Mittelschicht wird ausgeschlossen

Getrieben wird der Wunsch nach den eigenen vier Wänden nicht zuletzt von rekordtiefen Hypothekarzinsen. Fünfjährige Festhypotheken gibt es derzeit für rund 1,1 Prozent, zehnjährige für unter 1,5 Prozent Zins.

Von diesen Tiefständen können aber nur wenige profitieren. Zwei Dritteln der Schweizer Haushalte wird der Traum vom Eigenheim verwehrt, schreibt Moneypark. Hohe regulatorische Hürden machten den Immobilienkauf für beträchtlichen Teil der Schweizer unmöglich. Der kalkulatorische Zins ist laut Moneypark mit 5 Prozent so hoch, dass auch die Mittelschicht mehr und mehr von Wohneigentum ausgeschlossen ist. «Gerade für junge Durchschnittsfamilien bleibt nur die deutlich teurere Variante: mieten», sagt Moneypark-CEO Stefan Heitmann.

Viele Gesuche scheitern

Gemäss Moneypark-Kundendaten kostet ein Einfamilienhaus in der Schweiz im Schnitt 1,16 Millionen Franken, Stockwerkeigentum gibt es für durchschnittlich 890'000 Franken. Das nötige Eigenkapital von 20 Prozent wäre dank Geldern aus der 2. und 3. Säule grundsätzlich vorhanden.

Dennoch scheitern die Gesuche aufgrund der Tragbarkeit. «Konkret müssen wir heute knapp jedem zwanzigsten Hypo-Interessenten aus Tragbarkeitsgründen eine Absage erteilen», sagte Heitmann bereits Mitte August zu 20 Minuten. Bei einem kalkulatorischen Zinssatz von 3 Prozent würde dieser Traum auch für die Mittelschicht mit einem Haushaltseinkommen ab knapp 80'000 bzw. 110'000 Franken je nach Eigenkapitaleinsatz wieder finanzierbar.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • bruno am 11.10.2016 10:52 Report Diesen Beitrag melden

    kaufen in der Schweiz? Nie mehr....

    das nächste haus wird in DE gekauft. da muss ich keinen pseudo eigenmietwert bezahlen und kann das haus vollständig abbezahlen. den Eigenmietwert können sich die meisten nicht mehr leisten wenn sie ins AHV alter kommen......ist tragisch IST aber so....!

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  • Thomas am 11.10.2016 10:43 Report Diesen Beitrag melden

    Mit Gewinn verkaufen

    Ich habe mir vor 10-Jahren eine Eigentumswohnung an bester Lage mit Seesicht gekauft, werde sie nun mit Gewinn verkaufen und definitiv ins Ausland ziehen um dort mein Leben zu geniessen.

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  • Thomas am 11.10.2016 10:39 Report Diesen Beitrag melden

    unmöglich!

    Schön und gut aber wer sich heute noch ein Haus leisten kann muss schon Milionär sein oder monatlich mind. CHF 10'000.-- verdienen, für den normalen Bürger völlig unmöglich! Und die Mieten sind auch nicht billiger sondern völlig überrissen!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • rosmarie schneider am 15.10.2016 17:55 Report Diesen Beitrag melden

    eigentumswohnung

    also ich habe jetzt sooo viele Kommentare gelesen wegen haus oder eigetums Wohnung kaufen und ich staune über die Horror preise und viele beklagen sich das sie sich das nicht leisten können ich habe eine Eigentumswohnung die will ich seit langem verkaufen die würde 250.000 tausend kosten da man das Wohnzimmer und die küche neu machen muss nach 24 jahren ist das normal aber jetzt kommt das gejammer von den käufer was kein lieft. und renovieren was für arbeit .usw. dabei hat man eine eigene Waschküche und eine einstellhale sind 3.5 zimmer bin auf 225.oo runter keiner wollte sie alsonichtjamern

    • Ratgeber am 08.11.2016 21:03 Report Diesen Beitrag melden

      Eigentumswohnung Schneider

      Wenn der Durchschnittspreis einer EW Fr. 900.000 beträgt und niemand nicht einmal einen Viertel dieses Preises zahlen will, dann leben Sie in einer Abbruchvilla oder an schlechter Lage oder an einem Ort, wo eine Existenz nur sehr schwer aufzubauen ist. Die Nachfrage macht den Preis nicht umgekehrt.

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  • Lars&Gabriel&Tobias am 11.10.2016 22:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    WG

    Wir sind ganz klar die WG Jungs. Wir Leben ja auch in einer WG mit einem Bett und einer Kleiner Stube aber ein grosses Bad mit einer grossen Badewanne für 3-6 Jungs.

  • Armer Schlucker am 11.10.2016 17:36 Report Diesen Beitrag melden

    Nix Häuser, nur Hotels

    Mit Häusern kannst du bei Monopoly ja nicht gewinnen!

    • Spiel. Er am 11.10.2016 21:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Armer Schlucker

      Falsch! Wenn du alle Häuser rechtzeitig blockierst, kann kein Botel gebaut werden ;-) Ist einebekannte Spielstrategie!

    • Rafael am 12.10.2016 12:43 Report Diesen Beitrag melden

      @Spiel. Er

      Jup. Ist eine von 2 elementaren Gewinnstrategien in Monopoly. Nie Hotels bauen.

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  • Erl Euchtung am 11.10.2016 17:33 Report Diesen Beitrag melden

    Schwarzwald

    Ich habe mir nun eines im Schwarzwald gekauft. Schöne Landschaft und dort erhalte ich wenigstens noch was für meine sauer verdienten Moneten. Gibt einen tollen Alterssitz.

    • Nationless am 11.10.2016 23:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Erl Euchtung

      Findest dort in dieser Gegend denn ein Auskommen oder musst du mehr als Hundert Kilometer nach Zürich zur Arbeit pendeln? Ausser du ziehst dorthin als Pensionär. Und Schwarzwald? Da gibt's für mich viel schönere Gegenden wie am Bodensee oder im Breisgau zwischen Basel und Freiburg.

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  • Mate am 11.10.2016 13:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bei diesen Landpreisen?!

    Der Schweizer der noch in der Schweiz kauft gehört erst noch erfunden!