Nahrungsmittel

18. Februar 2011 12:48; Akt: 18.02.2011 12:56 Print

Uneinigkeit bei «Berg» und «Alp»

Wo Alp draufsteht, soll auch Alp drin sein: Der Bauernverband und die Arbeitsgemeinschaft für Berggebiete begrüssen den besseren Schutz für die Begriffe «Berg» und «Alp». Das Konsumentenforum befürchtet hingegen die grosse Verwirrung.

storybild

«Swiss Alp Cheese» soll aus der Schweiz kommen, findet man beim Bund. (Bild: Keystone)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Käse, Milch und andere Nahrungsmittel, welche die Begriffe «Berg» und «Alp» in ihrem Namen tragen, sollen den Anforderungen der Berg- und Alpverordnung gerecht werden. Dies plant das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW), das Mitte Dezember die Revision dieser Verordnung in die Vernehmlassung schickte.

Produktebezeichnungen wie «Alp Beef» oder «Swiss Alp Cheese» wären dann nicht mehr zugelassen, wenn die Rohprodukte nicht ausschliesslich aus einem Sömmerungsgebiet stammen. Damit will der Bund die Konsumenten vor Täuschungen schützen.

Die Vernehmlassung, welche Mitte Februar zu Ende ging, zeigt, dass die Revision umstritten ist: Zu den Befürwortern zählen der Schweizerische Bauernverband und die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für Berggebiete (SAB).

Bauernverband fordert Ausweitung auf Kosmetika

Mit der Revision würden bestehende Lücken geschlossen, schreibt die SAB in einer Mitteilung. Diese hätten in der Vergangenheit für Unklarheiten gesorgt und Anreize zur missbräuchlichen Verwendung der Begriffe geboten.

Auch einem einheitlichen Logo steht die SAB positiv gegenüber, weil dieses die Vermarktung deutlich erleichtern würde. Dies würde nicht nur den Konsumenten nützen, sondern auch den Produzenten, Verarbeitern und Händlern.

Auch der Schweizerische Bauernverband ist mit den Vorschlägen des Bundes mehrheitlich zufrieden. In einer Mitteilung vom Freitag verlangt er aber, dass auch andere Produktekategorien unter die Berg- und Alpverordnung fallen sollen - beispielsweise Kosmetika aus Bergkräutern.

Konsumentenforum befürchtet mehr Bürokratie

Das Konsumentenforum (KF) lehnt die Revision der Berg- und Alpverordnung hingegen ab. Die Vorschläge würden bloss Bürokratie, Mehraufwand und Kosten generieren. Diese würden auf die Konsumenten abgewälzt, ist das Konsumentenforum überzeugt.

Zudem stifte die vorgesehene Reglementierung der Begriffe eine grosse Verwirrung, wie KF-Präsidentin Franziska Troesch auf Anfrage sagte. Während Produkte mit dem Begriff «Alp/Alpen» und «Berg» die Anforderungen der Verordnung erfüllen müssten, seien Nahrungsmittel wie «Alpenmilchschokolade», «Alpenkräuter» und «Joghurt aus Bergmilch» davon ausgenommen.

Auch einem Logo steht das KF kritisch gegenüber. Dies nütze dem Konsumenten nur etwas, wenn es leicht verständlich sei und die Grossverteiler gleichzeitig auf ihre eigenen Labels verzichteten, sagte Troesch.

Ihrer Meinung nach reichen die geltenden Bestimmungen aus, um die Konsumenten zu schützen. Es genüge, wenn die Lebensmittel gemäss Lebensmittelgesetz produziert würden, sagte Troesch weiter. Darin sei die Täuschung des Konsumenten bereits verboten.

(sda)