24. Dezember

31. Oktober 2017 17:42; Akt: 31.10.2017 17:42 Print

Unia will Sonntagsverkauf an Heiligabend stoppen

von Isabel Strassheim - Heiligabend fällt dieses Jahr auf einen Sonntag. Trotz teilweiser Bewilligung zum Sonntagsverkauf sollen die Läden geschlossen bleiben, fordert die Gewerkschaft Unia.

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Wer Geschenke oder Lebensmittel in letzter Minute besorgen will, für den könnte es dieses Jahr eng werden. Heiligabend ist ein Sonntag. Je nach Kanton und Gemeinde ist der Verkauf zwar an diesem Tag erlaubt, doch einige Läden halten ihre Läden freiwillig geschlossen.

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Einen generellen Verkaufsverzicht fordert die Gewerkschaft Unia. «Das wäre ein echtes Weihnachtsgeschenk für alle», sagt Unia-Sprecherin Leena Schmitter zu 20 Minuten. «In der Schweiz gibt es einen Trend zu zunehmender Sonntagsarbeit», sagt Schmitter. Laut einer Umfrage unter Unia-Mitgliedern ist die Mehrheit der Angestellten nicht zu Sonntagsarbeit bereit respektive leidet darunter.

Besonders familienfeindlich für die Angestellten sei die Sonntagsarbeit am Heiligabend. «Selbst dann sehen einige Läden und Shopping-Center nicht davon ab und hoffen auf den letzten grossen Weihnachtsumsatz.» Unia fordert: «Händler sollen am diesjährigen Heiligabend-Sonntag ihre Geschäfte geschlossen halten – auch dort, wo dies möglich wäre.»

Umsätze an Heiligabend gehen zurück

Im Zürcher Glattzentrum darf an Heiligabend – wie auch am Silvestersonntag – noch eingekauft werden. Der Gemeinderat Wallisellen hatte dazu eine Ausnahmegenehmigung erteilt, obwohl die 400 Angstellten des Einkaufszentrums zusammen mit der Unia gefordert hatten, das Gesuch abzulehnen. Allerdings seien die Geschäfte nicht bis 18 Uhr wie sonst beim Sonntagsverkauf offen, sagt ein Sprecher des Glattzentrums – sie schliessen um 16 Uhr.

Ebenso geöffnet haben die über 80 Läden der neuen Mall of Switzerland bei Luzern. Das Berner Westside bleibt dagegen ganz geschlossen. «Wir haben gar nicht erst um eine Ausnahmebewilligung ersucht», sagt die Sprecherin der Betreiberin Migros Aare zu 20 Minuten.

Der Heiligabend-Umsatz ist in den vergangenen Jahren allgemein zurückkgegangen, jedenfalls was den Nicht-Lebensmittelbereich betrifft. Frische Milch oder Brot werden zwar noch verkauft, Geschenke sind jedoch meist schon besorgt. Für einige Händler ist es deswegen kaum noch lukrativ, an diesem Tag überhaupt zu öffnen. «Aus Sicht des Vorstandes der City-Vereinigung würde ein Sonntagsverkauf am 24.12. keinen Sinn ergeben», sagt Andreas Zürcher von der City-Vereinigung Zürich. Als Gründe nennt er die geringere Frequenzen im Nonfood-Bereich sowie die Belastung des Verkaufspersonals. In Zürichs Innenstadt ist der Sonntagsverkauf an Heiligabend ohnehin verboten.

Lidl gibt Angestellten nur am Sonntags-Heiligabend frei

Ob Geschäfte überhaupt am Sonntag, 24.12.2017, offen haben dürfen, ist je nach Kanton verschieden geregelt. In einigen Kantonen bleibt dies sogar den Gemeinden überlassen.

Der Discounter Lidl will auch Filialen in Kantonen und Gemeinden, wo dies erlaubt wäre, diesmal am Heiligabend geschlossen halten. Als Grund gibt der Detailhändler an, dass die Mitarbeiter Weihnachten mit ihren Familien verbringen können sollen. Lildl sei bestrebt, dass Beruf, Freizeit und Familie im Einklang stehen. «Gerade am Fest der Liebe und der Familie ist das besonders schwierig, aber umso wichtiger.» Aber: Verkaufsfrei gibt es bei Lidl nur, wenn Heiligabend auf einen Sonntag fällt, wie ein Sprecher zu 20 Minuten sagt. Auf ein Öffnen an Heiligabend verzichtet auch Aldi, wie die Firma auf Anfrage sagt.

«Es ist uns wichtig, dass unsere Mitarbeitenden den 24. Dezember möglichst mit ihren Familien verbringen können, deshalb bleiben die meisten Verkaufsstellen geschlossen», sagt Coop-Sprecher Ramón Gander. Es gebe allerdings Ausnahmen wie einzelne Filialen an Bahnhöfen. Die Einkaufspassagen der SBB werben schliesslich nicht nur mit längeren Öffnungszeiten. Sondern auch mit offenen Läden an 365 Tagen im Jahr.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dennis am 31.10.2017 17:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Diesmal hat die Unia Recht

    Bin ja sonst kein Fan von der Unia. Und habe auch nichts gegen die Sonntagsverkäufe zur Adventszeit. Aber am 24. Dezember sollte man zu Hause bei seiner Familie sein. Und nicht arbeiten müssen. Punkt.

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  • Y.H. am 31.10.2017 17:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Am 24. geschlossen bleiben.

    Lasst den armen Leuten doch wenigstens den 24igsten. Kein Mensch muss am 24igsten einkaufen. Man kann alles vorhergehen organisieren. Dieser Tag sollte den Familien gehören.

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  • Jacqueline Nobs am 31.10.2017 17:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sonntagsverkauf stoppen

    Unbedingt stoppen! Das geht zu weit!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Maxi lehman am 04.11.2017 21:27 Report Diesen Beitrag melden

    Gleichheit fuer alle

    Polizei , Feuerwehr , Spital Emergency u.s.w. sollten natuerlich auch nicht chrampfen muessen am 24. und 25.

    • märie Jam am 05.11.2017 12:48 Report Diesen Beitrag melden

      Intensivstation geschlossen ?

      max das ist käse , was du da schreibst. Die Intensivsatation für dich muss offen bleiben , da muss kemand arbeiten. Sind wir doch froh.

    • Verkäuferin am 26.11.2017 16:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Maxi lehman

      Sehen wir das mal so: euch aus der Sozialbranche braucht man eher als uns Verkäufer an Sonntagen. Die Bewohner unserer lieben Schweiz können sich auch die Geschenke und Lebensmittel vorher schon kaufen! Das wäre zumutbar!

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  • Maria Steger am 03.11.2017 14:05 Report Diesen Beitrag melden

    Frau

    Soso, Coop hält die meisten seiner Läden geschlossen? Die wissen scheinbar in der Zentrale nicht, was ihre Entscheider in den Regionen machen, oder lügen schlicht. Wie vor zwei Jahren am Stephanstag, ist bei uns hier Coop voll mit dabei beim sinnlosen Personalzermürben.

  • Nunja am 03.11.2017 12:39 Report Diesen Beitrag melden

    Welch ein Zufall

    Wow, Lidl hat ja nagekündigt, dass sie die Läden am 24.12.2017 geschlossen haben werden, damit alle Mitarbeitenden mit den Familien feiern können. Genau einen Woche später kommt die Unia und will das Öffnen der Läden am 24.12.2017 bekämpfen. Welch ein Zufall oder hatte Lidl einen Informationsvorsprung?

  • Moni Landwehr am 02.11.2017 13:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    UNIA nie wider

    Unia ist nicht für Arbeiter da. Die Arbeitslosen Kasse der Unia arbeitet gegen den Arbeiter. Daher ist diese Aktion nur eine Scheindebatte um sich ins Medienlucht zu rücken.

  • Gretzky am 02.11.2017 09:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Na ja...

    Schafft alle Feiertage ab dann haben wir erstens was alle wollen - konsumieren - und zweitens - ALLE gehen arbeiten. Das wäre doch fair und all die Büromenschen lernen auch unsere Seite kennen. Auch Samstag und Sonntag könnten am Dienstag und Mittwoch sein, je nach Schichtplan. Vielleicht will man dann ja fünf Generationen später wieder etwas anderes oder zurück wo wir gestern waren.