Arbeitsmarkt

22. Oktober 2019 12:50; Akt: 22.10.2019 14:08 Print

Unter 24-Jährige wollen Karriere machen

von Dominic Benz - Junge Arbeitnehmende wollen hoch hinaus, wie eine Studie zeigt. Beim Lohn gehen die Ansprüche aber zurück.

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Vor allem die jüngeren Arbeitnehmenden in der Schweiz sind ehrgeizig. So ist für sie eine berufliche Karriere und der Erfolg im Job wichtiger als den älteren Arbeitnehmenden, wie die aktuelle Arbeitsmarkt-Studie 2019 von Jobcloud zeigt. Knapp drei von vier der 16- bis 24-Jähren gaben bei der Befragung an, dass ihnen der Erfolg im Berufsleben wichtig ist. Bei den 24- bis 34-Jährigen sowie den Personen zwischen 35 und 44- Jahren sind es je noch rund zwei Drittel. Von den den 45- bis 60-Jährigen sagen noch knapp mehr als die Hälfte, dass ihnen der berufliche Erfolg wichtig ist. Für Jörg Buckmann ist das keine Überraschung. «Mit zunehmendem Alter muss man sich immer weniger beweisen», sagt der Personalexperte zu 20 Minuten. Daher würden sich die jüngeren Arbeitnehmer noch viel ehrgeiziger zeigen. Beim Thema Lohn scheinen die Ansprüche hingegen nicht mehr ganz so gross zu sein. Lediglich die Hälfte der jüngsten Arbeitnehmenden sagt, dass das Salär bei der Stellensuche wichtig ist. Dass die jüngere Generation ehrgeiziger ist, zeigt sich auch bei der Work-Life-Balance. Lediglich rund zwei Drittel der unter 24-Jährigen sagen, dass ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Freizeit und Arbeit wichtiger als eine Karriere ist. Bei den anderen Generationen sind es hingegen jeweils mehr als drei Viertel. Mit anderen Worten: Der jüngsten Generation ist die Karriere wichtiger als dem Durchschnitt und die Work-Life-Balance hat für sie weniger Bedeutung, wie die Studie schreibt.

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Wenn es um den Job geht, zeigt sich die jüngste Generation auf dem Arbeitsmarkt sehr ambitioniert. So ist für sie eine berufliche Karriere und der Erfolg im Job wichtiger als den älteren Arbeitnehmenden, wie die aktuelle Arbeitsmarkt-Studie 2019 von Jobcloud zeigt.

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Knapp drei von vier der 16- bis 24-Jährigen gaben bei der Befragung an, dass ihnen der Erfolg im Berufsleben wichtig sei. Je älter die Arbeitnehmenden aber werden, desto weniger Wert wird offenbar auf den eigenen Erfolg gelegt: Bei den 24- bis 34-Jährigen sowie den Personen zwischen 35 und 44 Jahren sind es je noch rund zwei Drittel. Von den den 45- bis 60-Jährigen sagen noch knapp mehr als die Hälfte, dass ihnen der berufliche Erfolg wichtig ist.

Lohn ist nicht so wichtig

Für Jörg Buckmann ist das keine Überraschung. «Mit zunehmendem Alter muss man sich immer weniger beweisen», sagt der Personalexperte zu 20 Minuten. Daher würden sich die jüngeren Arbeitnehmer noch viel ehrgeiziger zeigen. Das gleiche Bild ergibt sich beim Thema Karriere. Drei Fünftel der unter 24-Jährigen wollen im Job hoch hinaus. Bei den ab 45-Jährigen sagen laut Studie noch rund 30 Prozent, dass ihnen die eigene Karriere wichtig ist.

Beim Thema Lohn scheinen die Ansprüche hingegen nicht mehr ganz so hoch zu sein. Lediglich die Hälfte der jüngsten Arbeitnehmenden sagt, dass das Salär bei der Stellensuche wichtig sei. Das ist auch bei den beiden darauf folgenden Generationen so. Nur für die Personen zwischen 45 und 60 scheint der Lohn noch weniger Wert zu haben: Hier sind es noch rund zwei Fünftel.

Schweizer sprechen nicht übers Geld

Doch ist es nicht ein Widerspruch, wenn einem zwar der Erfolg und die Karriere wichtig ist, der Lohn aber vergleichsweise weniger? Experte Buckmann ist skeptisch. Für ihn dürfte der Lohn in Wirklichkeit einen viel höheren Stellenwert einnehmen. «Vor allem die Schweizer sind darauf konditioniert, dass man über Geld nicht spricht.»

Dass die jüngere Generation ehrgeiziger ist, zeigt sich auch bei der Work-Life-Balance. Rund zwei Drittel der unter 24-Jährigen sagen, dass ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Freizeit und Arbeit wichtiger als eine Karriere ist. Bei den anderen Generationen sind es hingegen jeweils mehr als drei Viertel. Mit anderen Worten: Der jüngsten Generation ist die Karriere wichtiger als dem Durchschnitt und die Work-Life-Balance hat für sie weniger Bedeutung, wie die Studie schreibt.

Sichere Jobs gefragt

Auch geben sich die unter 24-Jährigen sehr treu, wenn es um ihren Arbeitgeber geht. Drei von vier der Befragten geben an, dass sich gut vorstellen könnten, länger als fünf Jahre im gleichen Betrieb zu bleiben. Bei den anderen Generationen sagen das jeweils sogar rund neun von zehn Befragten.

Laut Buckmann hat das damit zu tun, dass viele junge Menschen einen sicheren Job haben wollten. «Das galt vor ein paar Jahren noch als konservativ.» Diese Entwicklung findet der Experte erstaunlich. Denn gut ausgebildete Fachkräfte könnten heute fast auswählen, wo sie arbeiten möchten. «Schliesslich hat sich der Arbeitsmarkt von einem Arbeitgeber- hin zu einem Arbeitnehmermarkt entwickelt.»

Für die Studie wurden über 2500 Schweizer zwischen 16 und 60 Jahren befragt. Jobcloud betreibt Portale wie Jobs.ch und Jobup.ch. Das Medienhaus Tamedia, zu dem auch 20 Minuten gehört, ist an Jobcloud beteiligt.


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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Lars am 22.10.2019 13:01 Report Diesen Beitrag melden

    Passt

    Unter 24-Jährige wollen Karriere machen und ab 25 kapieren sie, dass das nichts wird....

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  • Debüezi am 22.10.2019 13:07 Report Diesen Beitrag melden

    Ansichtssache

    Es stellt sich immer die Frage was heisst Erfolg im Berufsleben? Für gewisse ist es eine Kaderstelle für andere ist es einfach auf dem bevorzugten Fachgebiet zu Arbeiten. Oder auch stellt sich die Frage; arbeite ich um zu leben oder lebe ich um zu arbeiten.

  • Lachsack am 22.10.2019 12:56 Report Diesen Beitrag melden

    Passt ja so überhaupt gar nicht

    Freitags Schule schwänzen und Grün wählen, aber dann Karriere machen wollen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Reality am 23.10.2019 15:14 Report Diesen Beitrag melden

    Politik

    Darum gehen wohl auch immer häufiger Junge in die Politik. Solange man Plappern kann, ist das Gehalt gesichert.

  • Kontrollfreak am 23.10.2019 14:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    so nicht

    Karriere in der Selbstverwirklichung. Zwischenzeitlich belegen ausländische Führungskräfte die Spitzenpositionen oder Gründen Unternehmen in der Schweiz.

  • King Bob am 23.10.2019 12:40 Report Diesen Beitrag melden

    Vermögender Jugendlicher

    Ich bin 24 Jahre alt und verdiene mit einem kleinere Job und Side-Business bereits knappe 9'000.- CHF. Jeder wie er es will. Möglich ist dies für ca. 95% der Bevölkerung aber Jammern ist halt gratis.

    • King J am 23.10.2019 16:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @King Bob

      Geht mir ganz ähnlich, aber wie man sieht kriegen wir zumindest Neid geschenkt.

    • Stenzel am 23.10.2019 17:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @King Bob

      Cool, darf ich fragen was für ein Side-Business du betreibst? Und was heisst ein kleinerer Job, 60% Pensum oder ein No Brainer Job, damit man genug Energie ins Side Business investieren kann? Thx

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  • Babaa am 23.10.2019 11:43 Report Diesen Beitrag melden

    Faul

    Ich kenne 'studierte' 25 Jährige die Karriere machen wollten. Nun arbeiten sie im alten Beruf 50% auf 4 Tage verteilt und das Mami übernimmt die Miete. Hauptsache immer schön sonnengebrannt an die Treffen erscheinen und uns Arbeitstiere bemitleiden

    • Timmeh am 23.10.2019 14:29 Report Diesen Beitrag melden

      Relevanz?

      Und ich kenne Studierte, die jede Woche 60+ Stunden arbeiten und selbsternannte Arbeitstiere, die absichtlich gerne mal 3-4 Monate RAV-Pause pro Jahr einlegen (nein, es liegt nicht an saisonal bedingter Arbeitslosigkeit). Faule und Fleissige gibt es in jeder Schicht.

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  • TheEngineer am 23.10.2019 10:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wahre Arbeit macht glücklich!

    Ich warte auf den Tag, an dem die Handwerker mehr verdienen als ein CEO. Keiner will sich mehr die Hände schmutzig machen oder früh aufstehen. Eine Lehre ist out weil da muss man sich was sagen lassen und die 700.-/mt reichen für das Autoleasing nicht.