Internetadresse

20. April 2015 16:16; Akt: 20.04.2015 16:16 Print

Unternehmen und Stars fürchten .sucks-Domain

Im Internet gibt es bald .sucks-Adressen. Für Kritiker ist klar: Die Registrierungsstelle will mit der Angst vor Beleidigungen Geld verdienen.

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Kritik auf Bewertungsportalen wie Tripadvisor, negative Rückmeldungen auf Twitter oder unangenehme Facebook-Posts: Firmen müssen heute ständig aufpassen, nicht Ziel eines Internet-Shitstorms zu werden. Bald kommt ein weiteres Digital-Ärgernis auf die Unternehmen zu: die .sucks-Top-Level-Domain. Im Juni gehen erste entsprechende Websites online.

Wo liegt das Problem? «This sucks» heisst frei übersetzt etwa: «Das ist scheisse.» Stellt man also .sucks hinter den Namen einer Marke, so ergibt sich hieraus eine Beleidigung. Für Kritiker ist nun klar: Die Registrierungsstelle der .sucks-Domains will mit der Angst vor Beleidigungen Geld verdienen.

Nur zum Selbstschutz

Es zeigte sich nämlich, dass verschiedenste Firmen ihre eigenen Markennamen registrieren liessen – nicht etwa um selbst eine entsprechende Website zu betreiben, sondern um sich vor Online-Erpressern zu schützen. Das ist nicht gerade billig. Pro Registration bezahlen die Unternehmen zwischen 299 und 2499 Dollar pro Jahr. Grosse Konzerne können solche Beträge zwar leicht wegstecken, trotzdem stören sie sich daran.

Die Software-Firma Adobe beispielsweise sprach gegenüber dem amerikanischen Radiosender NPR von einer Erpressung, der man nicht nachgeben wolle. «Adobe.sucks wird nicht von uns registriert werden», sagte ein Unternehmenssprecher.

Auch Stars schützen sich

Andere Firmen zeigten sich weniger standhaft. Wie der «Standard» berichtet, meldete beispielsweise Google die Adresse glass.sucks an, um die Verunglimpfung der Augmented-Reality-Brille Google Glass zu verhindern. Aus dem gleichen Grund habe Microsoft Xbox360.sucks registriert. Und auch einige Filmstars haben sich bereits schützen lassen. Ein Beispiel ist Schauspieler Kevin Spacey, bekannt aus der HBO-Serie «House of Cards».

Verantwortlich für die Vergabe der neuen Domains ist das Unternehmen Vox Populi. Es hat von der Regulierungsbehörde ICANN die Lizenz zu deren Vergabe erhalten. Auf einer Website rechtfertigt Vox Populi die neuen Domains. Man wolle Konsumenten eine Stimme geben, um sich gegen Firmen zur Wehr setzen zu können In einem Youtube-Video werden sogar Bilder von US-Bürgerrechtler Martin Luther King gezeigt, der sich für eine gerechtere Welt ins Zeug legt.

Nicht das erste Mal

Vor .sucks hatten bereits andere neue Endungen für Ärger gesorgt – zum Beispiel .porn. Diese hatte Microsoft dazu veranlasst, Office.porn zu registrieren. Sängerin Taylor Swift wiederum liess sich taylorswift.xxx registrieren. Dies sollte verhindern, dass ihr Name mit Pornografie in Verbindung gebracht wird.

(kwo)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Claudio am 20.04.2015 16:37 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn ich ein Star wär

    Wenn ich ein Star wär würde ich mir die Domain mit meinem Namen sichern und diese Website nutzen, um mich über mich selbst ein wenig lustig zu machen. Kommt bei allen bestimmt gut an. Ein bisschen Selbstironie hat noch keinem/keiner geschadet.

  • Der Würfler am 20.04.2015 16:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geldmacherei

    ehm...warum dürfen die das? oder anders, wenns nur drum geht den Leuten eine Stimme zu geben, warum koaten Domains dann 300-3000 Dollar? Normale Domains kosten ca 20 CHF... Geldmacherei und nichts anderes!

    einklappen einklappen
  • Thomas P. am 20.04.2015 17:11 Report Diesen Beitrag melden

    Und wozu?

    Und wozu? Wie viele Leute surfen überhaupt noch direkt über Eingabe der Domain eine Seite an? Und solche Exoten Endungen haben noch niemanden Geld gebracht ausser den Registrierungsstellen. Kein Mensch braucht fernab der normalen Domain Länderendungen und .org .net etc. wirklich noch weitere Endungen. Man müsste sich eher fragen ob es die Domain Endung überhaupt noch braucht oder das ganze System veraltet ist.

Die neusten Leser-Kommentare

  • gstar am 21.04.2015 12:29 Report Diesen Beitrag melden

    stimmt nicht

    House of Cards ist keine HBO Serie sondern eine Netflix Serie.

  • Früher war alles anders... am 21.04.2015 11:24 Report Diesen Beitrag melden

    Als das Internet den Techies gehörte

    hätte es einen solchen Unfug nicht gegeben. Die ganzen neuen TLDs sind reine Geldmacherei, und es beginnt bei der ICANN. Bewerbungsgebühr von 125'000$ war schon ein derber schlag. Und dann diese Domaingrabber resp. Sicherer machen auch Geschäft. Und nicht zuletzt die Registry, welche sich an den Domains (die eigentlich keiner will) bereichern. Anwälte und BWL-er werden diese Welt zu Grunde richten. Dies hier ist wiedermal ein BWL Fail

  • Maik am 21.04.2015 10:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Beste Idee

    Warum hatte nicht ich diese Idee?

    • Themsen-Bob am 21.04.2015 11:44 Report Diesen Beitrag melden

      Umsetzung

      Was nützt dir die Idee, wenn du sie nicht umsetzen kannst?

    einklappen einklappen
  • genial am 20.04.2015 22:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gemacht

    und wider einmal sind alle neidisch weil jemand eine geniale idee hatte und jetzt damit geld verdient. ich würde auch lieber 2 domains verkaufen pro monat als 166 stunden arbeiten zu gehen für den selben lohn sometimes-live.sucks

  • Thomas P. am 20.04.2015 17:11 Report Diesen Beitrag melden

    Und wozu?

    Und wozu? Wie viele Leute surfen überhaupt noch direkt über Eingabe der Domain eine Seite an? Und solche Exoten Endungen haben noch niemanden Geld gebracht ausser den Registrierungsstellen. Kein Mensch braucht fernab der normalen Domain Länderendungen und .org .net etc. wirklich noch weitere Endungen. Man müsste sich eher fragen ob es die Domain Endung überhaupt noch braucht oder das ganze System veraltet ist.