CEO-Salär

24. Mai 2015 09:24; Akt: 24.05.2015 09:24 Print

VBL-Chef legt freiwillig seinen Lohn offen

Weil es ihn nervte, ständig auf sein Einkommen angesprochen zu werden, gibt Norbert Schmassmann nun öffentlich Auskunft darüber. Sein Gehalt sei marktüblich und angemessen.

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Norbert Schmassmann, Direktor VBL, im April 2015 in der neuen Leitstelle der Verkehrsbetriebe. (Bild: Keystone/Anthony Anex)

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Der Direktor der Verkehrsbetriebe Luzern (VBL) ist genervt von der öffentlichen Diskussion über CEO-Saläre städtischer Betriebe. Er hat darum in einem Zeitungsinterview freiwillig seinen Lohn offengelegt. Er verdiene 250'000 Franken im Jahr plus 10'000 Franken Spesen.

Am Donnerstag überwies das Luzerner Stadtparlament gegen den Willen der Regierung einen Vorstoss der SP zu mehr Lohntransparenz. Demnach sollen Betriebe, die ganz im Besitz der Stadt Luzern sind, die Löhne der Geschäftsleitung und die Entschädigungen der Verwaltungsräte offenlegen.

Dauernd auf Lohn angesprochen

In einem Interview mit der «Zentralschweiz am Sonntag» preschte VBL-Direktor Norbert Schmassmann nun vor. Er verdiene ziemlich genau 250'000 Franken im Jahr. Hinzu kämen Spesen von rund 10'000 Franken jährlich.

Er könne kaum noch durch die Stadt gehen, ohne dass er auf seinen Lohn angesprochen werde, sagte Schmassmann. Seit Tagen werde über die CEO-Saläre der ausgelagerten städtischen Betriebe geredet. Das sei nervig, sagte der CVP-Kantonsrat. Er hoffe nun, dass sich das Thema erledige.

Schmassmann: «Lohn marktüblich und angemessen»

Seit zwei Jahren veröffentlicht das städtische Unternehmen jährlich im Geschäftsbericht die Gesamtlohnsumme der fünf Geschäftsleitungsmitglieder. Diese lag 2014 bei rund 990'000 Franken.

Der VBL-Chef hält seinen Lohn für marktüblich und angemessen. 75 Prozent der Chefs ähnlich grosser Betriebe würden wohl mehr verdienen, sagte Schmassmann. Die VBL zählen rund 460 Angestellte und generieren 84 Millionen Franken Jahresumsatz.

Die Diskussionen um Cheflöhne in der Stadt Luzern waren im Frühling entbrannt. Die Stimmberechtigten befürworteten im März eine SVP-Initiative, wonach der Stadtpräsident nicht mehr als 220'000 Franken und die vier anderen Stadträte nicht mehr als je 200'000 Franken im Jahr verdienen sollen. Dies bedeutet eine Lohnkürzung von über 40'000 Franken pro Regierungsmitglied.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hans Müller am 24.05.2015 10:10 Report Diesen Beitrag melden

    Kritik muss zulässig sein!

    Bloss weil etwas "marktüblich" ist, heisst das noch lange nicht, dass der Lohn auch gerechtfertigt ist.

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  • citoyen am 24.05.2015 12:13 Report Diesen Beitrag melden

    Lohn an der oberen Grenze

    Sein Lohn entspricht etwa demjenigen eines Stadtrats von Zürich oder Winterthur. CEOs von mittleren KMU (50 bis 249 Mitarbeiter) kommen auf ca. 120000.- (Gastgewerbe) bis 260000.- (IT) Richtig lohnend wirds aber erst in der Bundesverwaltung. Dort sind die Durchschnittslöhne sogar höher als bei Banken. Und das bei ruhigen und sicheren Arbeitsplätzen und grosszügigsten Sozialleistungen.

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  • aargau er am 24.05.2015 11:46 Report Diesen Beitrag melden

    Was soll's?

    Auch mit einer Offenlegung, ändern wir den Lohn von Herrn Scassmann nicht! Die Diskussion kann höchstens darüber entbrennen, ob der Lohn gerecht ist.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Dr. Faustus am 26.05.2015 00:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    bei dem Lohn

    würde ich auch in der Gegend rumgrinsen...

  • alpha07 am 25.05.2015 13:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wer würde das Gehalt...

    ... nicht nehmen? Eher eine Neiddebatte. Klar ist es ein sehr ordentliches Gehalt. Es gibt aber sicher etliche vergleichbare Posten die hoeher bezahlt sind.Dieser setzt eine entsprechende Ausbildung/Erfahrung voraus und natürlich oft auch Vitamin B.Gut finde ich das er es offenlegt! Das die unteren Lohngruppen alle zuwenig erhalten ist unbestritten und sollte korrigiert werden.Dies ist das eigentliche Grundproblem.

  • Housi am 25.05.2015 12:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Savoir Vivre

    Ich verdiene ca. fünfmal weniger, habe noch ziemlich viel Zeit, die frei bleibt und ich habe alles, was ich brauche. Natürlich könnte ich mehr verdienen, dann wäre aber die Zeit flöten, wär schade um meine Lebenszeit. Gehe täglich mit dem Hund spazieren, koche abends ein leckeres Menu für alle. Ausserdem komme ich zu genug Schlaf. Ich habe Kinder, eine Frau, die auch nicht soviel arbeitet. Und wer denkt, ich hätte den Kick in der Arbeit nicht... als Künstler stehe ich regelmässig auf der Bühne. Wer wird eifersüchtig?

  • Millionärhaha am 25.05.2015 11:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Parallelgesellschaft

    Man will hier suggerieren, dass das gar nicht soviel sei, 250'000 und noch ein Nichts an Spesen von 10'000. Wisst ihr eigentlich, wieviel normale Leute verdienen? Und die bekommen keine Spesen. Ein Brot dürfte für solche Lohnbezüger nicht gleich viel kosten. Geld sollte für alle gleich viel wert sein. Für den hier sind 10'000 Franken nicht gleich viel wert wie für eine Coiffeuse. Das ist letztlich schädlich für die Währung!

    • Mirco am 25.05.2015 21:07 Report Diesen Beitrag melden

      Er gehört nicht zu den Normalos!!!

      schädlich für die Währung wäre, wenn die Coiffeuse CEO wäre und dabei 1 + 1 nicht zusammenzählen könnte. Dieser Herr hat Fähigkeiten, die der Otto Normalverbraucher nicht hat. Darum geht ein hoher Lohn in Ordnung

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  • Heinzi Wahrschauer am 25.05.2015 10:55 Report Diesen Beitrag melden

    Lohn

    also ich bin teamleiter (25 Mitarbeitende) in einem Unternehmen in der der Industrie und verdiene rund 150'000 CHF exkl Bonus (rund 10k) ....also so gesehen bin ich gut dabei :) Bin aber dafür 24h/7Tage die Woche erreichbar....es hat alles seinen Preis...

    • Ernst Loher, Ostschweiz am 25.05.2015 11:53 Report Diesen Beitrag melden

      Fantasielohn

      Bin selbst Unternehmer, solche Löhne wie Sie hier angeblich nennen, existieren schlicht und einfach nicht. In der heutigen Zeit der freien Personenfreizügigkeit, starkem Franken's, Preisdruck, Konkurrenz etc. sowieso nicht.

    • kurt am 25.05.2015 13:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      wieso daumen runter

      ich mag ihnen das gönnen. verstehe die daumen runter nicht, alles neider

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