Abgas-Skandal

22. September 2015 18:30; Akt: 22.09.2015 18:40 Print

VW-Chef Winterkorn entschuldigt sich

Die Affäre um manipulierte Abgaswerte bei Volkswagen nimmt immer grössere Dimensionen an. VW-Chef Winterkorn verspricht eine Wiedergutmachung.

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Der VW-Chef Martin Winterkorn meldete sich am Dienstagabend in einer Videobotschaft zu Wort: «Es tut mir unendlich leid, dass wir dieses Vertrauen enttäuscht haben. Ich entschuldige mich in aller Form bei unseren Kunden, bei den Behörden und der gesamten Öffentlichkeit für das Fehlverhalten», sagte Winterkorn.

Zudem versprach der 68-jährige eine rasche und transparente Aufklärung sowie eine Wiedergutmachung. Seinen eigenen Posten an der Konzernspitze will Winterkorn aber nicht aufgeben.

Wird Winterkorn abgelöst?

In den deutschen Medien kursieren bereits Gerüchte über einen möglichen Chefwechsel bei Volkswagen. So berichtete am Dienstag der Berliner «Tagesspiegel» unter Berufung auf VW-Verwaltungsratskreise, dass Winterkorn durch Porsche-Chef Matthias Müller abgelöst werden soll. Eine solche Behauptung sei «Schwachsinn», entgegnete ein VW-Sprecher.

Das Video mit der Entschuldigung von Martin Winterkorn. (Quelle: Reuters)

Wie fest Winterkorn tatsächlich im Sattel sitzt, wird sich spätestens am Freitag zeigen. Dann tagt der VW-Verwaltungsrat und berät über eine vorzeitige Vertragsverlängerung von Winterkorn um zwei Jahre bis Ende 2018. Bereits am Mittwoch trifft sich das Präsidium des Verwaltungsrats zu einer Krisensitzung.

Niedersachsens ehemaliger Wirtschaftsminister Jörg Bode – von 2009 bis 2013 selbst Mitglied des VW-Verwaltungsrats – fordert bereits eine Verschiebung der Vertragsverlängerung Winterkorns. «Solange nicht lückenlos aufgeklärt ist, wer im Konzern von den Manipulationen wusste und vom wem sie angeordnet wurden, sollte hier keine Entscheidung gefällt werden», sagte Bode am Dienstag.

11 Millionen Fahrzeuge betroffen

Am Wochenende war noch von rund einer halben Million Autos in den USA die Rede, die von manipulierten Abgasmessungen betroffen sind. Am Dienstag räumte VW aber ein, dass die entsprechende Software weltweit in 11 Millionen Fahrzeugen der Marken VW und Audi eingebaut wurde.

Gleichzeitig kündigte der Konzern an, für notwendige Servicemassnahmen und Anstrengungen zur Kundenbefriedigung im laufenden Quartal 6,5 Milliarden Euro zurückzustellen. Auch den für 2015 angepeilten Gewinn dürften die Wolfsburger nicht halten können.

Politik schaltet sich ein

Inzwischen wurde bekannt, dass auch die Umweltabteilung des US-Justizministeriums in der Affäre Ermittlungen aufgenommen hat. Zudem wird sich ein Ausschuss des US-Kongresses mit dem Thema befassen. Weltweit fordern Regierungen eine lückenlose Aufklärung der Manipulationen.

Auch die EU-Kommission will mit den 28 Mitgliedstaaten über mögliche Schritte beraten. In Deutschland forderte Bundeskanzlerin Angela Merkel volle Transparenz. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt setzte eine Untersuchungskommission ein. Diese prüfe nun, ob die betreffenden Fahrzeuge entsprechend der deutschen und europäischen Regeln «gebaut und auch geprüft» worden seien, sagte Dobrindt. Volkswagen unterstütze die Arbeit der Kommission.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Walker am 22.09.2015 18:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Korrekt

    Sehr geehrter Herr Winterkorn In ihrem Alter sollten sie wissen, man kann sich nicht entschuldigen. Man kann jedoch um Entschuldigung bitten.

  • Auf Harz IV-Niveau herunter für ihn am 22.09.2015 18:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wie kommt man auf so eine Idee??

    Ach ja, mit Entschuldigen ist es nicht getan, wir sind hier nicht in Amerika, wo sie sich mit Tränen in den Augen und Hand aufs Herz entschuldigen, das Ganze ist nun wirklich keine Kleinigkeit und macht auf Jahre hinaus das Vertrauen kaputt und wer muss darunter am meisten leiden?????

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  • Besserwisser am 22.09.2015 18:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Konsequenz

    Werden köpfe rollen? Wohl kaum. Das wort konsequenz kennt man heute nicht mehr

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Bruno am 23.09.2015 14:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Leid tun wir nur die Arbeiter

    Das einzige was den verantwortlichen leid tut, ist dass sie erwischt wurden. Aber am Schluss wenn VW weniger verkauft büssen die Arbeiter die auf der Strasse landen.

  • Blender am 23.09.2015 10:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    VW sollten die CO2 Abgaben

    übernehmen müssen. Kein Wunder sinken diese zu wenig.

  • Roger am 23.09.2015 08:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unser System ist krank!

    Darf er eigentlich seinen Lohn und Bonus behalten für das gute Arbeiten in den letzten Jahren? Die Jacht, das Haus, die Urlaubsresidenz? Und die kleinen Mitarbeiter die er jahrelang geschunden hat? Effizienz, sparen, Überzeit und Verzicht von Freizeit?

  • Dani am 23.09.2015 08:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich wäre im Gefängnis

    Es ist Betrug! Mehr nicht. Wer einen Lupo, UP, Polo oder denke auch Audi A2 gekauft hat, ist steuerlich und versicherungstechnisch bevorzugt worden. Dementsprechend ist es Betrug an den Staaten und deren Steuerzahler!

    • Stefan am 23.09.2015 13:36 Report Diesen Beitrag melden

      Natürlich ist es das

      aber die ganzen Politiker welche geschmiert wurden sollten auch gleich mit ins Gefängnis. Nur wird das nie geschehen und alle Betrügen heiter weiter wie immer... Solange es Geld gibt und der Mensch sich nicht ändert wird sich nichts ändern.

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  • Marco Gasser am 23.09.2015 08:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    genügt nicht

    zwei alte Herren die sich streiten.. denke Imageschaden ist gross und Autoindustrie muss sich schnell überdenken - Tesla lässt grüssen auf der Überholspur..