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29. Januar 2014 09:20; Akt: 29.01.2014 09:20 Print

Vergleichsportal will Strombranche aufmischen

von S. Spaeth - Vergleichswebsites gibt es unzählige: für Flüge, Handy-Abos oder Versicherungen. Nun startet ein Portal für Schweizer Strompreise. Bald dürfen Stromkunden den Anbieter frei wählen.

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Mynewenergy.ch – hinter dem Vergleichsportal für Strompreise steht eine ehemalige Managerin von Comparis. (Bild: zvg)

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Noch ist es Zukunftsmusik: Ein Basler Privathaushalt bezieht seinen Strom beim Zürcher Anbieter EWZ, eine Familie aus Luzern kauft ihre Kilowattstunden bei der Berner BKW ein. Bisher gibt es diese Wahlfreiheit für Kleinkunden lediglich bei Ökostromprodukten. «In rund zwei Jahren wird der Kunde auch beim Grundprodukt entscheiden können, woher er seinen Strom bezieht», schätzt Christina Marchand, Mitgründerin des Vergleichsportals My New Energy.

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Die langjährige Comparis-Managerin lanciert am Mittwoch ein Portal zum Vergleich von Strompreisen. Erfasst sind bisher über 1000 Tarife für Stromprodukte, was rund 70 Prozent des Marktes entspricht. Weil nicht in jedem Ökostromprodukt gleich viel Nachhaltigkeit steckt, verteilt My New Energy Schulnoten von 1 bis 6. «Wir wollen nicht nur den billigsten Tarif propagieren. Es geht auch darum zu zeigen, warum es ein Produkt verdient, teurer zu sein», sagt Marchand. Anders gesagt: Das Portal entlarvt Anbieter, die ihren Strom aus alten Wasserkraftwerken mit Öko-Labels aufmotzen.

Die Vorarbeiten zu My New Energy entstanden noch bei Comparis. Der Leader der Schweizer Vergleichsdienste entschied sich aber, das Projekt nicht weiterzuverfolgen, worauf Marchand die Firma selbst entwickelte. Die Beziehungen zu Comparis sind aber weiterhin gut: Noch im Frühjahr soll der derzeit vier Mitarbeiter zählende Strom-Vergleichsdienst in die Website des Branchenprimus' integriert werden.

Liberalisierung bringt Boom

Das Portal werde Bewegung in den Strommarkt bringen, sagt Marchand überzeugt. Ihr Geschäftsmodell ist jenes eines Krankenkassen-Vergleichsdienstes: Bestellt ein Kunde ein Stromprodukt über www.mynewenergy.ch, erhält die Firma eine Provision von 15 bis 79 Franken. Beim ersten Schweizer Stromvergleichsportal sind derzeit sechs Anbieter mit dabei, darunter EKZ, EWZ und die St. Galler Stadtwerke. «Bei den Anbietern spart die Präsenz im Vergleichdienst Werbekosten, beim Kunden Suchaufwand», sagt Marchand.

Klar ist: Wenn die Liberalisierung im Kleinkundengeschäft kommt, werden die Zugriffe auf My New Energy explodieren. Eine Ahnung davon geben die Zugriffszahlen von Comparis: Im Bereich der Krankenkassen zählte der Branchenleader im letzten Jahr 3,8 Millionen Abfragen, sagt Sprecher Felix Schneuwly auf Anfrage von 20 Minuten. Die Comparis-Website verzeichnete im letzten Jahr über 60 Millionen Besucher. «Die Marktöffnung wird die Zugriffe auf unsere Website stark ansteigen lassen», sagt Marktkennerin Marchand. Vollständig liberalisiert ist der Strommarkt in Deutschland. Dort kann ein Haushalt im Durchschnitt zwischen 100 Stromversorgern auswählen.

Grosses Sparpotenzial

Viel weiter als bei den Schweizer Privathaushalten ist der Strommarkt auch bei den über 25’000 Grosskunden. Seit 2009 gilt für Grossbezüger wie Stahlwerke, Grosswäschereien oder Papierfabriken die Wahlfreiheit, doch lange war die regulierte Grundversorgung günstiger als der freie Markt. Seit 2009 hätten nie mehr als fünf Prozent der Grosskunden ihren Anbieter gewechselt, berichtete die «NZZ am Sonntag» kürzlich, doch nun sei die Wechselrate erstmals merklich angestiegen. Der Grund: Mit dem Wechsel zum günstigsten Anbieter können Stromkunden mehrere 10'000 Franken, einzelne sogar 100'000 Franken sparen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dani D am 29.01.2014 09:51 Report Diesen Beitrag melden

    Es wird nicht besser

    Preisabsprachen wie überall und der Kunde ist der Dumme, so können wir zwar wechseln aber billiger wird es nicht.

  • Stromi am 29.01.2014 11:11 Report Diesen Beitrag melden

    Gute Idee, aber bitte kein freier Markt

    Ich arbeite bei einem Stromverteiler und muss leider etwas korrigieren. Ökostromprodukte können nur beim eigenen Stromanbieter gewählt werden! Die Idee mit dem Portal ist ganz ok aber der freie Strommarkt für Kunden unter 100 000 kWh pro Jahr bleit ein ewiger Zukunftstraum. In Deutschland können die Kunden bereits Ihren Anbieter wählen, und bezahlen meist deutlich mehr als vor der Öffnung des Strommarktes.

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  • Adrian am 29.01.2014 10:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Toll,

    es geht also weiter, mit den nervigen Werbeanrufe...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Hans am 29.01.2014 20:43 Report Diesen Beitrag melden

    S C H W E IN E R E I

    Die Preise müssen schweizweit gleich gehandelt werden, und nicht im Börsen-Minuten/Sekunden-Takt verändert werden können.

    • Franz B am 29.01.2014 22:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Planwirtschaft

      Jawohl, Planwirtschaft funktionierte ja auch so vorbildlich

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  • Anton Keller am 29.01.2014 14:11 Report Diesen Beitrag melden

    100% Solarstrom

    Interessant wie 100% Solarstrom verkauft werden kann, wenn die Sonne gar nicht immer scheint.

    • Birnboym am 29.01.2014 16:53 Report Diesen Beitrag melden

      45 Rappen

      100% Solarstrom wird durchschnittlich 30 bis 70 Rappen pro kWh kosten. Da er heute erst 1% ausmacht, hat er den gemischten Strom preislich erst um 10% erhöht.

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  • Francis Kaderli am 29.01.2014 11:52 Report Diesen Beitrag melden

    Brainwashing?

    Was soll das? Auch ein altes Wasserkraftwerk produziert Ökostrom! Hier geht es lediglich um die Effizienz der Anlagen. Neue Anlagen könnten mehr Strom produzieren. Doch beide produzieren ökologisch. Im Gegensatz hierzu erzeugen alte und neue AKW's nicht nur Strom, sondern für Hunderttausende von Jahren strahlenden Abfall. Ein nettes "Geschenk" für Tausende von zukünftigen Generationen (mit unabsehbaren Kosten!).

    • Supermario am 29.01.2014 12:10 Report Diesen Beitrag melden

      Am Thema vorbei

      In unseren Breitengraden gibts glaub so ziemlich Null "neue" AKW's. Und wie Francis aufs Putinland Einfluss nehmen will, zeigt auch der obige Kommentar wieder einmal nicht auf!

    • Dominique am 29.01.2014 12:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Was ist Öko...

      Öko ist eine Definitionsfrage. Besonders bei alten Laufkraftwerken wurden masive Eingriffe in das Ökosystem der Flussläufe vorgenommen und von der Effizienz der Fischtreppen muss man gar nicht erst reden. Wasserkraft produziert nicht viel CO2 aber man sollte sich nicht wie mit Scheuklappen nur auf diesen Aspekt verbeissen...

    • Jürg Wehrlin am 29.01.2014 12:22 Report Diesen Beitrag melden

      Strahlender Abfall

      Wäre Brennstoff für min. 100 Jahre, wenn Leute wie Sie sich nicht aus purer Unkenntnis dem Fortschritt verweigern würden.

    • Birnboym am 29.01.2014 16:58 Report Diesen Beitrag melden

      Banana equivalent dose

      Radioaktivität ist sowieso überall, sie kommt aus dem Weltall, sie kommt aus dem Boden, sie kommt aus dem Körper, sie kommt aus der Nahrung (0.4 mSv/Jahr = banana equivalent dose). Bis zu einem mittleren Niveau ist sie eher gesundheitsfördernd. Die Solarpanele verursachen etwa gleichviel giftige Sonderabfälle, die im Gegensatz zur Strahlung nicht von selbst verschwinden.

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  • Stromi am 29.01.2014 11:11 Report Diesen Beitrag melden

    Gute Idee, aber bitte kein freier Markt

    Ich arbeite bei einem Stromverteiler und muss leider etwas korrigieren. Ökostromprodukte können nur beim eigenen Stromanbieter gewählt werden! Die Idee mit dem Portal ist ganz ok aber der freie Strommarkt für Kunden unter 100 000 kWh pro Jahr bleit ein ewiger Zukunftstraum. In Deutschland können die Kunden bereits Ihren Anbieter wählen, und bezahlen meist deutlich mehr als vor der Öffnung des Strommarktes.

    • Stromerin am 29.01.2014 13:45 Report Diesen Beitrag melden

      kleine Korektur

      Nicht ganz: Es gibt Energieversorger, die Ökostromprodukte in der ganzen Schweiz anbieten. Der Kunde/die Kundin erhält allerdings die Energie weiterhin vom eigenen Energieversorger, die Ökostromzertifikate aber vom gewünschten Anbieter. Ökostrom besteht ja aus der physischen Energie und den Zertifikaten, die ausweisen, dass die Energie aus erneuerbaren Quellen stammt. In der Schweiz kauft man am besten Stromprodukte mit dem naturemade star-Label (denn dieses zeichnet besonders umweltschonend produzierte Energie aus.

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  • Adrian am 29.01.2014 10:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Toll,

    es geht also weiter, mit den nervigen Werbeanrufe...