Gerücht in Immo-Branche

14. Januar 2020 18:08; Akt: 14.01.2020 21:27 Print

Verkauft die Migros das Glattzentrum?

Gemäss durchgesickerten Zahlen steht es schlecht um den Geschäftsgang der Migros. Sogar über den Verkauf des Einkaufszentrums Glatt wird spekuliert.

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Das Glattzentrum gehört zu den beliebtesten Shoppingcentern der Schweiz. Laut aktuellsten Zahlen (2018) wurde es von 9,2 Millionen Personen besucht. Laut Gerüchten soll die Migros versuchen, das Glattzentrum zu verkaufen. Das berichtet CH Media unter Verweis auf Insider. Die Migros-Zahlen dürften nicht gut ausfallen. Migros-Präsidentin Ursula Nold liess bereits im Dezember im Gespräch mit Journalisten verlauten, dass 2019 kein erfolgreiches Jahr werden würde. Auf Anfrage von 20 Minuten heisst es bei der Migros, man prüfe das Portfolio laufend. «Das gilt selbstverständlich auch für Immobilien», sagt ein Sprecher. Lange war der Einkaufstempel an der Stadtgrenze von Zürich umsatzmässig zuvorderst. 2010 lag der Umsatz des Glattzentrums bei 669 Millionen Franken, 2017 waren es nur noch 601 Millionen. Geht der Negativtrend weiter, dürfte der Flughafen Zürich im letzten Jahr das Glattzentrum überflügelt haben. Der Airport Zürich vermeldete einen Shopping-Umsatz von 601,4 Millionen Franken fürs Jahr 2019, was einem Anstieg um 1,3 Prozent entspricht. Fabrice Zumbrunnen, CEO der Migros, wird den Migros-Gewinn Mitte März kommunizieren. Schon vorher wird die Migros ihre Umsätze bekannt geben. Im letzten Jahr schrieb die Migros einen Gewinn von 475 Millionen, das schlechteste Ergebnis seit 15 Jahren. In diesem Jahr kommen negative Sondereffekte hinzu. So hat Zumbrunnen im letzten Dezember die Gries-Deco-Gruppe verkauft. Der Deal führt zu einer Belastung von rund 400 Millionen Franken für die Migros.

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Sie werden demnächst erwartet, die Umsatzzahlen der Migros fürs abgelaufene Geschäftsjahr. Und sie dürften nicht gut ausfallen. Migros-Präsidentin Ursula Nold liess bereits im Dezember im Gespräch mit Journalisten verlauten, dass 2019 kein erfolgreiches Jahr werden würde.

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Die Ansage der obersten Migros-Chefin in Richtung der Analysten und des Migros-Personals lässt Spekulationen aufkommen. Laut Informationen der CH Media prüft der Detailhändler sogar, sein Tafelsilber zu veräussern. «Die Migros will das Glattzentrum verkaufen», sagt ein Insider laut dem Bericht. Dieses Gerücht kursiere derzeit in der Immobilienbranche.

Bei der Migros selbst gibt es kein totales Dementi. Auf Anfrage von 20 Minuten heisst es, die Migros prüfe ihr Portfolio laufend. «Das gilt selbstverständlich auch für Immobilien», sagt Sprecher Patrick Stöpper. Es seien keine Entscheide zu Veräusserungen gefallen, sonst wäre dies bereits kommuniziert worden. Eine Sprecherin des Glattzentrums will keinen Kommentar abgeben und verweist auf die Migros als Besitzerin.

Umsatz im Glatt sinkt, vom Flughafen überholt

Das 1975 eröffnete und mehrmals modernisierte Glattzentrum gehört mit einer Fläche von rund 43'000 Quadratmetern und rund 90 Läden zur Topliga der grössten Schweizer Shoppingcenter. 2018 wurde das Glatt von 9,2 Millionen Menschen besucht. Lange war der Einkaufstempel an der Stadtgrenze Zürich umsatzmässig zuvorderst. 2010 lag der Umsatz bei 669 Millionen Franken, 2017 waren es 601 Millionen und im Jahr 2018 noch 598 Millionen.

Geht der Negativtrend weiter, dürfte der Flughafen Zürich im letzten Jahr das Glattzentrum überflügelt haben. Diese Woche vermeldete der Airport einen Shopping-Umsatz von 601,4 Millionen Franken fürs Jahr 2019, was einem Anstieg um 1,3 Prozent entspricht. Das Glattzentrum hat seine Zahlen noch nicht kommuniziert.

Wie gut geht es der Migros noch?

Die «SonntagsZeitung» veröffentlichte kürzlich bereits interne Migros-Zahlen, wonach neun von zehn Genossenschaften bei den Umsätzen im Minus liegen. Unter dem Strich resultiere ein Rückgang von 1,4 Prozent. Die Migros wird ihre Umsätze von 2019 demnächst vermelden. Den Gewinn gibt Migros-Chef Fabrice Zumbrunnen erst Mitte März bekannt. Dieser ist angetreten, um den Detailhändler wieder fit zu trimmen. Im letzten Jahr schrieb die Migros einen Gewinn von 475 Millionen, das schlechteste Ergebnis seit 15 Jahren.

In diesem Jahr kommen negative Sondereffekte hinzu. So hat Zumbrunnen im letzten Dezember die Gries-Deco-Gruppe verkauft. Der Deal führt zu einer Belastung von rund 400 Millionen Franken für die Migros. Zudem steht der Verkauf von Globus an. Laut CH Media hat die österreichische Signa-Gruppe das bisher höchste Angebot abgegeben. «Der Verkaufsprozess für die Globus-Gruppe ist wie geplant im Gang und wird längere Zeit in Anspruch nehmen», sagt ein Migros-Sprecher. Die Migros rechnet mit einem Verkaufsabschluss in der ersten Jahreshälfte 2020.

(sas)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Migroskind am 14.01.2020 18:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schwache Führung

    Bei dieser Führung nicht erstaunlich. Hat nicht mehr viel mit Duttis Idee zu tun.

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  • 50+ am 14.01.2020 18:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    tut schon fast weh

    ach wie schlimm ist das denn, nur 475 MILLIONEN Gewinn, für eine Genossenschaft ist das doch viiiiel zu wenig.

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  • Rene Wetter am 14.01.2020 21:52 Report Diesen Beitrag melden

    Sterbebegleiter loswerden

    Ich würde mal die Sterbebegleiter von McKinsey loswerden. Überall wo die mitmischen folgt der Tod

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • m.k.lehnherr, am 20.01.2020 23:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ..des erfinders gedanke...

    migros,= Duti = mittelgros..!!! Genossenschaft, die, nicht auf gewinn orientiert sein sollte,= überschuss, zurück, in welcher form auch immer, an die Genossenschafter!!! ... Duti steht schon lange im Grab !!!!!.....:

  • Livia am 20.01.2020 18:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    KALLI

    Kalli mir geht es nicht ums überwachen, hab von dem gar nichts geschrieben, mir geht es darum nicht immer Theater zu haben bei einer Reklamation, sowie die bedienten Kassen einsparen damit man die Kundschaft zum Self Scanning zwingt.

  • MM am 19.01.2020 00:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die neue Schweiz

    Abbau, Gewinnmaximierung, Umverteilung von unten nach Oben, Abbau der Lebensqualität, Abzocke, Überbevölkerung, Sklaventreiberei u.s.w. Ich will wieder Leben und werde die Schweiz bald verlassen.

  • Michi am 16.01.2020 20:59 Report Diesen Beitrag melden

    Zurück zum Anfang

    Zurück zu den Wurzeln. Eigenproduckte anstelle Marken. Und eigene Betriebe stärken und nicht Backwaren importieren. Und im Restaurant wieder selber kochen. Nicht bestellen von der Grossküche und schnell aufwärmen in der Mikrowelle

  • Stefan am 16.01.2020 11:13 Report Diesen Beitrag melden

    Immer weniger interessant

    Die Diversität der Geschäfte nimmt auch immer mehr ab, bald nur noch Kleider und Handy-Zubehör, alle interessanten Nischengeschäfte sind verschwunden, dasselbe bei den Restaurants. Dann kommte noch die ewige Baustelle im Parkhaus dazu. Daher gehe ich auch nicht mehr dahin.