Wettbewerb

26. Oktober 2009 12:47; Akt: 26.10.2009 12:51 Print

Verleger gegen Online-Werbung auf SRG

Die Schweizer Verleger sind vehement gegen Online-Werbung auf den SRG-Sendern. Eine solche Praxis würde zu einer weiteren Marktverzerrung und Benachteiligung der privaten Anbieter führen, warnt der Verband Schweizer Presse in einer Stellungnahme zur geplanten Änderung der Radio- und Fernsehverordnung (RTVV).

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Jede Lockerung von Werbevorschriften sei zwar begrüssenswert, halten die Verleger in einer Mitteilung vom Montag fest. Eine Ausdehnung der Aktivitäten der gebührenfinanzierten SRG-Sender im kommerziellen Online-Bereich allerdings sei vehement abzulehnen. Denn die SRG-Sender könnten von ihrer öffentlich finanzierten Marktstärke, ihrer Markenbekanntheit sowie von den vorhandenen Inhalten und schlecht kontrollierbaren Quernutzungen aus den gebührenfinanzierten Bereichen profitieren, was die Marktchancen privater Anbieter verschlechtere. Die SRG habe im weiteren weder einen Service-Public-Auftrag im Online-Bereich noch einen Auftrag zur umfassenden Multimediaversorgung. Die angestrebte Expansion der SRG in den Bereich der Online-Werbung sei rein kommerziell begründet und weder medien- noch wettbewerbspolitisch vertretbar. Es sei nicht akzeptabel, wenn sich die SRG im Online-Bereich als dem verbliebenen Werbe-Wachstumsmarkt ebenfalls ausbreite und die mit privaten Mitteln finanzierten Online-Nachrichtenportale «frontal wirtschaftlich angreifen würde», hält der Verband fest.

Bereits Ende vergangener Woche hatten sich die Schweizer Konsumentenorganisationen zu den Vorschlägen des Bundesamtes für Kommunikation (BAKOM) zur RTVV-Revision geäussert und dabei vor allem mehr Unterbrecherwerbung im Schweizer Fernsehen abgelehnt. Entrüstet reagierten die Organisationen auf den Umstand, dass die Frage nach mehr Werbung - und damit Mehreinnahmen für die SRG bei weniger Leistung - nicht mit der Höhe der TV-Empfangsgebühren verknüpft wurde.

(ap)