Drohende Millionenverluste

14. September 2019 19:44; Akt: 17.09.2019 08:16 Print

So leiden Superreiche unter den Negativzinsen

von Dominic Benz - Wie viel Negativzinsen zahlen Roger Federer oder Michelle Hunziker? 20 Minuten hat mit zehn Schweizer Superreichen eine Milchbüechlirechnung gemacht.

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Vor allem die Konten von Reichen werden von Negativzinsen belastet. Folgende zehn Schweizer Superreiche haben zusammen ein Vermögen von rund und dürften je nach Cash-Bestand besonders viel an die Banken zahlen müssen: Tennisstar hat laut Bilanz ein Vermögen von bis zu 600 Millionen Franken. geschätzt. Zu verdanken hat er dies vor allem geerbten Wertpapieren. Meier investiert das Geld fleissig in verschiedene Projekte wie seine Musik, aber auch Nussplantagen und seit neustem sein Schokoladenlabel Oro de Cacao. geschätzt. Dies vor allem dank Tomasos Beteiligung am Modekonzern Trussardi. Aber auch Michelle ist unter die Unternehmerinnen gegangen. Sie ist an The Good Vibes Company beteiligt. Diese stellt Naturkosmetik und Babyprodukte her. Seit 20 Jahren ist angehäuft. Hölzle ist nach den Google-Gründern Larry Page und Sergey Brin der dienstälteste Mitarbeiter im Google-Konzern, wie die «Bilanz» schreibt. Er war der siebte Mitarbeiter der Suchmaschine. Die Familie von angehäuft. Verleger kommen. Der deutsche Modedesigner belaufen. Seine Luxuskleider sind vor allem in Asien der Renner. Die Firma des 39-Jährigen hat ihren Sitz im Tessin. Auf Instagram postet er gern Bilder aus seinem Luxusleben, gern auch mit Freundin Justyna Gradek. geschätzt. Stadler-Rail-Präsident angehäuft. Der Mehrheitsaktionär des Logistikkonzerns Kühne + Nagel, Milliarden Franken Vermögen. Die Banken belasten unterschiedlich die Sparer: Ab einem Cash-Bestand von 2 Millionen Franken verrechnet die UBS einen Minuszins von 0,75 Prozent pro Jahr. Bei der Credit Suisse sind es minus 0,4 Prozent ab einem Barbestand von 1 Million Franken. Tiefer unten setzt die Graubündner Kantonalbank: Hier müssen Neukunden ab einem Betrag von 250'000 Franken 0,75 Prozent Negativzins zahlen. Bei der PostFinance gibts jährlich 1 Prozent Minuszins ab einem Bar-Guthaben von einer halben Million Franken.

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Die Zinsen sind auf Rekordtief. Sparer erhalten für ihr Bargeld auf dem Konto daher fast nichts mehr. Im Gegenteil: Viele müssen sogar draufzahlen. Schuld sind unter anderem die Negativzinsen: Weil die Banken seit ihrer Einführung für ihre Einlagen bei der Schweizerischen Nationalbank (SNB) bezahlen müssen, wälzen die Geldhäuser diese Strafzinsen vermehrt auf ihre Kunden ab.

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Davon betroffen sind aber weniger die Kleinsparer als die Reichen mit grossen Cash-Beträgen auf dem Konto. So erhebt die Bündner Kantonalbank einen Minuszins von 0,75 Prozent ab 250'000 Franken auf einem neu eröffneten Konto. Damit gehen vom Ersparten pro Jahr 1875 Franken flöten. Die Grossbank UBS verrechnet erst ab einem Sparvermögen von 2 Millionen Franken einen Minuszins, Konkurrentin Credit Suisse ab 1 Million Franken (siehe Bildstrecke).

Milchbüechlirechnung

Wie viel Geld geht also den Superreichen in der Schweiz durch die Negativzinsen verloren? 20 Minuten hat eine Milchbüechlirechnung gemacht und dafür das Vermögen von zehn der reichsten Schweizer (siehe Bildstrecke) als Basis genommen.

In der Regel legen die Superreichen ihr Geld in Immobilien, Aktien, Anleihen oder Rohstoffe wie Gold an. Schliesslich wollen die Vermögenden, dass sich ihr Geld weiter vermehrt. Laut Daniel Kalt sollte aber immer auch noch genügend Cash vorhanden sein. «Für ein langfristig gedachtes Anlageportfolio empfehlen wir grundsätzlich eine Liquiditätsquote von 5 Prozent», sagt der UBS-Chefökonom zu 20 Minuten.

Vermögen von über 28 Milliarden Franken

Zwar dürften die Reichen ihr Geld meist bei privaten Vermögensverwaltern untergebracht haben, die teils andere Empfehlungen für den Cash-Bestand empfehlen. Nehmen wir aber dennoch an, dass die zehn Superreichen der Schweiz 5 Prozent ihres Vermögens in bar halten und wie bei der UBS einen Negativzins von 0,75 Prozent zahlen müssen.

Für die Modellrechnung von 20 Minuten wurden die Vermögen von Roger Federer, Dieter Meier, Urs Hölzle, Peter Spuhler, Michelle Hunziker, Philipp Plein, Jürg Marquard, Familie Blocher, Marina Ruiz-Picasso und Klaus-Michael Kühne zusammengezählt. Zusammen besitzen sie laut «Bilanz» rund 28,250 Milliarden Franken.

Bei einer Liquiditätsquote von 5 Prozent würden damit insgesamt 1,4125 Milliarden Franken in Cash auf den Bankkontos liegen. Werdeb auf diesen Bar-Bestand 0,75 Prozent Negativzinsen verrechnet, müssten diese zehn Superreichen zusammen also knapp 11 Millionen Franken im Jahr der Bank zahlen – oder rund 29'000 Franken im Tag.

Genügend Cash halten

Fakt ist: Die Cash-Reserven sollten so gross sein, dass man nicht in ungünstigen Zeitpunkt auf die Geldanlagen zurückgreifen und etwa Aktien verkaufen muss, wenn die Kurse gerade im Keller sind. «Um eine angemessene Höhe der Barbestände zu ermitteln, sollte man neben den jährlichen Ausgaben zum Leben auch vorhersehbare Ereignisse wie beispielsweise eine Hochzeit, Familiengründung sowie der Kauf eines Hauses oder Autos berücksichtigen», so Ökonom Kalt.

Die Höhe der liquiden Mittel ist also eine individuelle Sache. Man darf aber davon ausgehen, dass Superreiche viel Cash brauchen, um ihre Besitztümer wie Villen, Ländereien oder Autos überhaupt unterhalten zu können. Nicht zu vergessen sind die Ausgaben für Essen, Familie oder Bedienstete. Je nachdem könnten die Barbestände der Reichen also auch viel mehr als 5 Prozent des Vermögens betragen. «Vor allem in unsicheren Zeiten halten die Leute wieder vermehrt Cash», so UBS-Ökonom Kalt.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Zodiac am 14.09.2019 19:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wie werden sie es wohl verkraften?

    Eine Schweigeminute für diese arme Millionäre

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  • THINK am 14.09.2019 19:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Spendenkonto?

    Vielleicht sollten wir alle Spenden sonst müssen die Supereichen Morgen kürzer treten ...... Das wollen wir doch nicht.

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  • Maler50 am 14.09.2019 19:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Effekthascherei

    Sollten die Negstivzinsen die Kleinsparer treffen was zu befürchten ist, werden diese leiden y Superreiche haben genug Möglichkeiten diese Verluste auszugleichen. Also lasst die Effekthascherei für die Superreichen!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • gloria derungs am 15.09.2019 22:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    helft ihnen..!

    ich habe DIE lösung: negativzinsen nur für den mittelstand und die armen, damit die elite nicht an kaufkraft und vermögen verliert.

  • Schon 5 Taschentücher verweint am 15.09.2019 21:45 Report Diesen Beitrag melden

    Lasst uns beten für die Armen...

    Jöchtersnaiaberau! Die Armen. Brauchen sie ein Spendenkonto? Äh, nein - da gibt's auch wieder Negativzinsen...

  • @Lolly am 15.09.2019 19:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verluste

    Mein Mitleid hält sich in Grenzen.... Schliesslich trifft es mich als normalsterbliche mehr als die Multimilliardäre

    • 1291 am 15.09.2019 22:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @@Lolly

      Bitte lesen Sie den Text nochmals. Ihre sogenannten "Normalsterblichen" kommen nie in den Genuss von Negativzinsen.

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  • Toni Maccaroni am 15.09.2019 19:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Federal Bank Of Research...

    Wieso um alles in der Welt haben die Banken Legitimität mit unserem Geld zu arbeiten und dabei Gebühren zu verlangen anstatt dem Geldgeber eine Gebühr zu gewähren? Ist das seit die Federel Bank privatisiert wurde?

  • h.p.heusser am 15.09.2019 18:59 Report Diesen Beitrag melden

    Räuber

    Einen excellenten Tresor der halt auch etwas kostet und einige Personenschützer. Lieber das als Negativzinsen bezahlen.