Raiffeisen-Skandal

05. November 2018 14:15; Akt: 06.11.2018 13:19 Print

Verschwieg Gisel Liebe zu Verwaltungsrätin?

Raiffeisen-Chef Patrik Gisel soll mit Ex-Verwaltungsrätin Laurence de la Serna zusammen sein. Sie sass im Gremium, das über ihn entscheiden konnte.

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Laut der «SonntagsZeitung» soll Patrik Gisel, abtretender CEO der Raiffeisenbank, den Raiffeisen-Verwaltungsrat über ein delikates Detail aus seinem Privatleben informiert haben... Gemäss der Zeitung soll Gisel sich in einer Beziehung mit Laurence de la Serna befinden, einer Raiffeisen-Verwaltungsrätin, die bis zum 16. Juni im Amt war. Es ist unklar, wie lange Patrik Gisels Beziehung zu de la Serna schon besteht. Laut der «SonntagsZeitung» soll Gisel intern gesagt haben, dass die Beziehung zu de la Serna erst entstanden sei, als sie das Amt als Verwaltungsrätin schon abgegeben hatte. Einer der letzten Auftritte des Noch-Raiffeisen-CEOs Patrik Gisel. Er präsentiert die Zahlen fürs erste Quartal 2018. Die Bank entwickelte sich erfolgreich und erzielte einen Gewinn von 416 Millionen Franken. Raiffeisen teilt aber auch mit: «Die ersten sechs Monate der Raiffeisen Gruppe könnten kontrastreicher nicht sein.» Gemeint ist damit der Raiffeisen-Skandal. Im Bild: Interims-Präsident Pascal Gantenbein (links) und Patrik Gisel. Der Druck auf Patrik Gisel, langjähriger Stellvertreter des in Ungnade gefallenen Raiffeisen-Königs Pierin Vincenz, muss den Hut nehmen. Es gibt viele Genossenschafter, die sich offen gegen Gisel ausgesprochen haben: «Alle Verantwortlichen aus der Ära Vincenz müssen weg, auch der heutige CEO Gisel», so der Tenor. Gisel ist seit 2000 bei der Raiffeisenbank und war jahrelang die Nummer zwei von Pierin Vincenz, der damals CEO war und dem nun Vorwürfe wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung gemacht werden. Gisel ist aber nicht nur durch die Vincenz-Affäre belastet. Probleme gibts auch mit der Informatik. In seiner Funktion als Informatikchef hat Gisel die IT-Plattform der Bank ersetzt – und sie funktioniert bis heute noch nicht richtig. Bei Raiffeisen heisst es offiziell, die Suche nach einem neuen Firmenchef laufe «mit Hochdruck». «Inside Paradeplatz» hat bereits zwei Kandidaten als Gisels potenzielle Nachfolger gehandelt: Raiffeisen-Finanzchef Christian Poerschke und Urs Gauch, der momentan das Departement Firmenkunden der Bank leitet. Ebenfalls ist noch kein Nachfolger für Interims-Präsident Pascal Gantenbein (links) gefunden. Ende Juli hat er seinen Verzicht auf das Verwaltungsratspräsidium angekündigt; er will aber Mitglied des Gremiums bleiben. Aus dem Untersuchungsbericht der Finma zur Vincenz-Affäre geht laut Medienberichten hervor, dass die Geschäftsleitung um Vincenz und Gisel ein sogenanntes Klumpenrisiko nicht erkannt habe.

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Der abtretende Raiffeisen-CEO Patrik Gisel soll laut der «SonntagsZeitung» den Raiffeisen-Verwaltungsrat über ein delikates Detail aus seinem Privatleben informiert haben. Gemäss der Zeitung soll er sich in einer Beziehung mit Laurence de la Serna befinden, einer Ex-Raiffeisen-Verwaltungsrätin, die bis am 16. Juni im Amt war. De la Serna leitet die Aviatikfirma Jean Gallay und stammt aus Genf.

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De la Serna gab am 18. Mai nach nur einem Jahr im Amt überraschend ihren Rücktritt aus dem Raiffeisen-Bank-Verwaltungsrat bekannt. Begründet wurde ihr Rücktritt mit «Veränderungen im beruflichen Umfeld sowie aus persönlichen Gründen». Sie war aber bis zu ihrem Rücktritt Teil des Gremiums, das am 16. Juni Patrik Gisel als Konzernchef der Raiffeisen weiterhin als tragbar einschätzte. Etwa einen Monat nach dem Rücktritt von de la Serna wurde entschieden, dass Gisel per Ende Jahr gehen muss.

Es ist unklar, wie lange Patrik Gisels Beziehung zu de la Serna schon besteht. Laut der «SonntagsZeitung» soll Gisel intern gesagt haben, dass die Beziehung zu de la Serna erst entstanden sei, als sie das Amt als Verwaltungsrätin schon abgegeben hatte.
Auf Anfrage von 20 Minuten teilt die Bank mit: «Raiffeisen Schweiz ist erst vor kurzem über diese Beziehung in Kenntnis gesetzt worden», so eine Sprecherin. Weiter will das Finanzinstitut die Angelegenheit nicht kommentieren.

Nicht die erste umstrittene Raiffeisen-Beziehung

Es ist nicht die erste Liebesbeziehung, die vielleicht zu Interessenskonflikten innerhalb der Bank geführt haben könnte. Ex-Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz heiratete zu Amtszeiten Nadja Ceregato, die Rechtsdienstchefin der Bank .

(vay)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Franz am 05.11.2018 14:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das Murmeltier

    Schon wieder ein Skandal in der Sauberbank.

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  • Gisler am 05.11.2018 14:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gisel

    Ist sein Privatleben aber die Liebelei zu verschweigen.? Wenn sie im Gremium sitzt.Der Fisch stinkt am Kopf.

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  • bloomi am 05.11.2018 14:40 Report Diesen Beitrag melden

    Machtposition

    Das nennt man ausnutzen einer Machtposition, er ist CEO und hat zuerst eine Assistentin, dann eine Verwaltungsrätin. Meetoo?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Bouillon mit am 06.11.2018 14:10 Report Diesen Beitrag melden

    Ei, passt perfekt zusammen

    Jaja, die abgebrühte Brühe kocht langsam über.

  • Bürger am 05.11.2018 19:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Volk

    Das kann alles in der heilen Schweiz nicht sein.Top seriös die Herren stets korrekt und nur im Sinne des einfachen Volkes oder doch nicht?Banker und Politiker habt ihr auch ein Gewissen?ein bisschen Anstand und Respekt wäre angebracht.

  • Rolf Lehner am 05.11.2018 18:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vertrauen leicht Missbraucht

    Einer verlogener als der Andere. Einfach unglaublich, was sich gewisse Leute in gewissen Positionen leisten.

    • Swissman73 am 05.11.2018 19:54 Report Diesen Beitrag melden

      @Rolf Lehner

      Die Politik macht es ja vor... Warum soll die Privatwirtschaft besser sein?

    • Dejan am 06.11.2018 19:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Rolf Lehner

      Wie bitte? Gisel kann lieben wen er möchte, sie ist darum ja zurückgetreten!

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  • Wulline am 05.11.2018 17:04 Report Diesen Beitrag melden

    Kanonenfutter

    Ich glaube Gisel war von Anfang an das Hauptproblem bei Raiffeisen. Vincenz ist wohl nur Kanonenfutter.

    • gloria derungs am 06.11.2018 17:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Wulline

      nein, ist leider falsch. ich sag nur: follow the money und wer alles diese deals noch absegnen musste.. kleine hilfe: wer bewertet die risiken bei einer bank?

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  • giorgio1954 am 05.11.2018 16:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gisel?

    Seine Aussagen dürfte im kaum jemand ablegen. Viel eher kommt doch das ungute Gefühl auf, dass sie ihn da etwas hochgehieft hat.