ETH-Forschung

23. Juni 2011 22:52; Akt: 23.06.2011 22:57 Print

Versicherer finanzieren Risikoforschung

von Elisabeth Rizzi - Die Versicherer unterstützen ein neues Risk Center an der ETH Zürich. Denn die Welt wird immer anfälliger für grosse Katastrophen.

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Ein Tornado hinterliess in der Stadt Joplin im US-Bundesstaat Missouri eine Schneise der Verwüstung. (Bild: Reuters)

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Wissenschaftler warnen: Die Welt wird immer komplexer, und damit steigt die Anfälligkeit für Schäden, die sich kaskadenartig über den ganzen Erdball ausbreiten. Dirk Helbing, Professor am neu gegründeten Risk Center der ETH Zürich, nennt etwa die Finanzkrise. Aber nicht nur das Weltgeschehen, auch die simple Tatsache, dass Haushalte um 1840 erst rund 30 bis 40 Gegenstände besassen, heute aber mehrere tausend, führt zu steigenden Schadenfällen.

Die Versicherer Swiss Re und Zurich leisten deshalb eine Anschubfinanzierung von 5 Mio. und 6 Mio. Fr. über sechs Jahre für je einen neuen Lehrstuhl am Risk Center mit vorderhand 12 Lehrstühlen. Axa Winterthur beteiligt sich ebenfalls an einer Professur. «Die Forscher müssen neue Modelle finden, um die Risiken besser zu erkennen. Aber natürlich hoffen wir auch auf gut ausgebildete Studienabsolventen, die wir in der Branche anstellen können», sagt Dieter Wemmer, CFO von Zurich. Auf die grössten Versicherungsrisiken angesprochen, warnt er: «Europa droht in den nächsten Jahren wegen der Klimaerwärmung eine steigende Überschwemmungsgefahr.» Es sei problematisch, dass erst einzelne Länder wirksame Präventionsprogramme erarbeitet hätten. Als Versicherer beschäftigt ihn aber auch, dass die Erwartung an eine risikolose Welt noch nie so hoch war wie jetzt. «Vor hundert Jahren starben Millionen von Menschen an Tuberkulose. Die Ehec-Epidemie mit nur 40 Toten wäre damals kaum eine Meldung wert gewesen.»