Schummelei

30. April 2013 16:44; Akt: 30.04.2013 16:45 Print

Viele Bäckereien verkaufen zu leichte Brote

Die Eichmeister der Kantone haben 6000 Brote gewogen und festgestellt: Mehr als jedes zehnte Brot, das über den Ladentisch geht, ist zu leicht.

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12 Prozent der Brote waren zu leicht. (Bild: Keystone)

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Beim Kauf von Brot werden Konsumentinnen und Konsumenten zuweilen getäuscht: Viele Brote wiegen weniger als die 500 Gramm oder das Kilogramm, als das sie verkauft werden. Dies hat der Schweizerische Eichdienst festgestellt.

Die Eichmeister der Kantone überprüften im vergangenen Jahr rund 6000 Brote in 363 Betrieben. Sie untersuchten, um wie viel jeweils zehn Brote des gleichen Gewichts und der gleichen Brotsorte vom Soll-Gewicht abweichen.

63 Betriebe mussten beanstandet werden, wie das Eidgenössische Institut für Metrologie (METAS) am Dienstag mitteilte. Dies sind mehr als 17 Prozent der kontrollierten Betriebe oder rund jeder sechste Laden. Insgesamt wurde bei rund 12 Prozent der Stichproben ein falscher Wert gemessen.

Toleranz mehr als das Doppelte überschritten

Exakt 500 Gramm oder ein Kilogramm müssen Brote nicht wiegen: Es gibt einen Toleranzwert. Bei einem Kilogramm Brot liegt die Minustoleranz bei 15 Gramm. Bei den kontrollierten Broten wurde diese Toleranz teilweise um mehr als das Doppelte überschritten. Solche Brote dürften eigentlich nicht ohne neue Deklaration verkauft werden.

Das Brotgewicht war ein Schwerpunkt der zuständigen Aufsichtsbehörden im vergangenen Jahr. Der Schweizerische Eichdienst prüfte und eichte im Jahr 2012 insgesamt 150'000 Messmittel. Der Eichdienst besteht aus den kantonalen Aufsichtsbehörden, den kantonalen Eichämtern, dem Institut für Metrologie und den ermächtigten Eichstellen.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Oli P. am 30.04.2013 18:15 Report Diesen Beitrag melden

    Ausland macht es vor

    In Italien wird das Brot nach Gewicht verkauft. D.H. es wir immer zuerst gewogen und dies ergibt den Preis. Und dies auch in den grossen Einkaufscentern! Der Prozess ist wie bei uns mit dem Gemüse. Wählen / Waage / Nummer eingeben / Kleber auf Säckli kleben - fertig

  • Gabriela Immoos am 30.04.2013 20:22 Report Diesen Beitrag melden

    9x zu schwer, 1x zu leicht

    Jedes 10. zu leicht, demnach sind die anderen 9 zu schwer! Wo steht das?

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  • Robi am 30.04.2013 21:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schämt euch

    Ihr habt hier Probleme! Andere haben in einem Monat kein Kilo Brot und ihr diskutiert über fehlende 10 Gramm.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Kuno am 02.05.2013 13:37 Report Diesen Beitrag melden

    Abzocker

    Das ist aber Abzockerei.

  • Hannes am 01.05.2013 10:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Anekdote

    Als ich noch im Kindesalter war, holte ich kurz vor Mittag das Brot beim Bäcker, frisch aus dem Ofen. Dort wurde jedes Brot abgewogen und als Gewichtsausgleich wurde ein Stück Rosinenbrot drauf gelegt. Der Becker bestand bei jeden darauf, dass das Stück mitgenommen wird. Draussen wartete oft die Lebensmittelpolizei und führte Gewichtskontrollen durch.

  • Victor am 01.05.2013 10:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eher Boutiqen

    Bei den Brotpreisen, sollten sich die Bäckereien zu Boutiquen umbenennen, und dann noch den Preis versteckt erhöhen. Die Abzocker sind überall.

  • Peter am 01.05.2013 07:58 Report Diesen Beitrag melden

    Waage?

    warum schreibt man nicht einfach den Kilopreis an oder den 100 Grammpreis - und vor dem Verkauf wiegt man es wie beim Fleisch, Fisch oder Käse. Dann braucht es keine Eichmeister und der Kunde ist auch nicht geprellt worden :)

    • Milota Tausch am 01.05.2013 10:48 Report Diesen Beitrag melden

      Ja - und nein.

      ... da bin ich mal auf Argumente gespannt. :) Der Preisunterschied dürfte aber gering sein und dem Kunden keine Einsparung bringen, im Gegenteil. Weil die Abweichung vom Kilo ja nur max. 1,5% sein sollte, würde es sich um ein paar wenige (Teil-)Rappen handeln, die dann eh stets aufgerundet würden. Der Anschaffungspreis einer Waage und deren Kontrolle müsste auf den Brotpreis umgeschlagen werden. Sicher würde der Platz- und Energiebedarf ebenso wie der erhöhte Bedien- und Reinigungsbedarf und und und ins Feld geführt. Fazit: das Brot würde teurer.

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  • Thaimark am 01.05.2013 07:20 Report Diesen Beitrag melden

    Ist doch ganz einfach.

    Lebe in Thailand. In der (uebrigens ausgezeichneten) Europaeischen Baeckerei im Supermarkt um die Ecke wird jedes Backprodukt vom Personal gewogen und nach Gewicht abgerechnet. Manchmal ist es ein wenig mehr, dann wieder weniger und der Preis wird so angepasst und ist korrekt. Braucht ein wenig mehr Personal aber Arbeitsplaetze schaffen ist sicher nichts Schlechtes. Fuer Baeckereien sicher moeglich, in Schweizer Supermaerkten vermutlich nicht durchfuehrbar obwohl, beim Gemuese geht die Abwiegerei durch den Kunden ja auch.

    • Hamlet am 01.05.2013 12:01 Report Diesen Beitrag melden

      Rappenspalter

      Es braucht vor allem einen Rappenspalter. Die Beträge wären so klein.

    • Beelzebub am 01.05.2013 13:37 Report Diesen Beitrag melden

      Schlechte Idee

      Dann nimmt man x-Brote in die Hand und wiegt diese, bis man das passende gefunden hat, wenn möglich wiegt man das Brot noch ohne Verpackung, um zu sparen (glauben Sie mir, solche Menschen gibt es!). Da man Brot vor der Konsumation schlecht waschen kann, wünsche ich guten Appetit!

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