Zu grosszügige Eltern

31. August 2011 22:49; Akt: 31.08.2011 22:57 Print

Viele Lehrlinge verjubeln ihr Geld

Jeder zweite Lehrling muss heute nichts mehr oder nur wenig zu Hause abgeben. Deswegen könnten immer weniger Jugendliche mit Geld umgehen, so Experten.

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Gegen 80 000 Jugendliche beginnen in diesen Wochen mit der Lehre. Die meisten haben Ende Monat plötzlich viel mehr auf dem Konto als je zuvor. Viele von ihnen müssen ihren Eltern keinen Rappen vom Lohn abgeben. «Mehr als die Hälfte der Eltern verlangt heute von ihren Kindern nichts oder viel zu wenig», sagt Anita Keller von der Zentralstelle für Ehe- und Familienplanung Zürich. Früher sei es selbstverständlich gewesen, dass man zu Hause etwas abgab. «Mittlerweile können viele Lehrlinge ihr Geld verjubeln.» Budgetberaterin Monika Göldi von der Frauenzentrale Schaffhausen bestätigt: «Tendenziell sind Eltern heute zu grosszügig.»

Damit erweisen sie ihren Kindern einen Bärendienst – obwohl sie es eigentlich gut meinen. «Wenn die Jugend­lichen den Umgang mit Geld nicht schon in der Lehre lernen, lernen sie ihn nie mehr», so Keller. Die Gefahr, dass sie später in die Schulden abrutschten, sei hoch. Das Problem sei, dass die Jugendlichen immer mehr Geld für Ausgang, Handy oder Shopping beanspruchten. «Die Eltern geben lieber nach, statt sich auf anstrengende Diskussionen einzulassen», so Keller.

Für Andrea Ruckstuhl von KV Schweiz ist diese Erklärung zu simpel: «Es ist nicht so, dass Junge einfach immer gieriger werden. Viele Familien haben den Beitrag der Lehrlinge schlicht nicht mehr nötig, weil sich die Lebensumstände geändert haben.» Göldi rät solchen Eltern, das Geld auf ein Konto zu legen – und den Kindern damit später etwa eine Weiterbildung zu finanzieren.

www.budgetberatung.ch

(hal )

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • hans ueli am 22.09.2011 18:06 Report Diesen Beitrag melden

    Beispielbudget aus der Bronzezeit?

    Einfach nur lächerlich... Krankenkasse? 80fr? bitte sagt mir welche! Steuern/Ferien/Sparen zusammen 150fr? mit ferien im tessin in jugendherberge ohne Skiferien und mit steuerhinterziehung kann man nicht einmal mehr sparen und die verpflegung mit 3 fr am tag kann man sich sonst wohin stecken....nicht alle haben die möglichkeit immer in einem extrem billig discounter einzukaufen.. Bitte mal ein Zeitgemässes Budget erstellen!

  • Weise stimme am 01.09.2011 13:21 Report Diesen Beitrag melden

    Wie soll das gehn?

    Wenn alles immer teurer wird. Wie soll ein Stift mit 50 Fr. pro woche auskommen? Kleider sind of teuer und der alkohol in den bars und clubs sind auch extremteuer, wenn ein jugendlicher einmal in den ausgang geht sind halt schon mal schnell 100.- weg. dann kommt noch di natel rechnung und sonstige kosten. Frührer war alles anders und ich finde es falsch die jungenzu verurteilen!

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  • Jasmine Hofstetter am 01.09.2011 12:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Elternsache

    Im ersten Lehrjahr musste ich nichts zu Hause abgeben und auch nichts selber bezahlen, ausser die Autoprüfung aber die war sowieso später. Ich hatte einen mini Lohn von ausbezahlten 380.-. Ich bin meinen Eltern dankbar, dass sie so grosszügig waren. Ab dem zweiten Lehrjahr musste ich auch was abgeben was ich auch gerne tat. Ich finde das jeder selbstwissen muss ob das kind was abgeben muss, ich mache das später von der Lehrstelle abhängig wieviel und ob mein kind was abgeben muss. Denn ich habe auch so gelernt wie man mit Geld umgeht.

Die neusten Leser-Kommentare

  • hans ueli am 22.09.2011 18:06 Report Diesen Beitrag melden

    Beispielbudget aus der Bronzezeit?

    Einfach nur lächerlich... Krankenkasse? 80fr? bitte sagt mir welche! Steuern/Ferien/Sparen zusammen 150fr? mit ferien im tessin in jugendherberge ohne Skiferien und mit steuerhinterziehung kann man nicht einmal mehr sparen und die verpflegung mit 3 fr am tag kann man sich sonst wohin stecken....nicht alle haben die möglichkeit immer in einem extrem billig discounter einzukaufen.. Bitte mal ein Zeitgemässes Budget erstellen!

  • Budgetadviser am 01.09.2011 14:17 Report Diesen Beitrag melden

    Budget?

    DAs Beispielbudget ist ja recht interessant. Wo bitte bezahlt man 80 Franken für die Krankenkasse? Auch ein Abo kosted meistens mehr als 100 Franken. Auch die Auswärtige Verplefung von 90 Franken finde ich viel zu tief, wenn man bedenkt dass nur schon ein Gipfeli und ein OviDring zusammen ca 3 Franken kosten. Mal 20 Arbeitstage sind wir schon bei 60 Franken, nur dä z"morge"..

    • Antti am 01.09.2011 21:23 Report Diesen Beitrag melden

      Nicht für Erwachsene

      Viele Lehrlinge sind unter 18-Jährige, d.h. sie zahlen Kindertariffen, z.B. bei uns heisst das etwa 77 Franken. Komische Kommentare.

    • Mirjam am 02.09.2011 10:14 Report Diesen Beitrag melden

      Convenience vs. Eigenleistung

      Wieso nicht einfach zwei Scheiben Brot abschneiden, was dazwischenklemmen, mitnehmen und man hat Frühstück für fast lau? Und ist erst noch gesünder und macht länger satt als so ein Gipfeli! Man kann auch im Kleinen sparen. Z.B. jeden Tag 3 Franken, das sind im Jahr dann über tausend!

    • Matthias Zünd am 02.09.2011 11:35 Report Diesen Beitrag melden

      täglich Gipfeli?

      Und brauchst der Lehrling jeden Morgen ein Gipfeli und einen Ovo-Drink? Vielleicht würde es ja auch mit weniger gehen. Aber "weniger" ist nicht so populär!

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  • Weise stimme am 01.09.2011 13:21 Report Diesen Beitrag melden

    Wie soll das gehn?

    Wenn alles immer teurer wird. Wie soll ein Stift mit 50 Fr. pro woche auskommen? Kleider sind of teuer und der alkohol in den bars und clubs sind auch extremteuer, wenn ein jugendlicher einmal in den ausgang geht sind halt schon mal schnell 100.- weg. dann kommt noch di natel rechnung und sonstige kosten. Frührer war alles anders und ich finde es falsch die jungenzu verurteilen!

    • Matthias Zünd am 02.09.2011 11:37 Report Diesen Beitrag melden

      Alkohol im Club - ist das der Massstab?

      100.- pro Ausgang?? Wenn das natürlich ein unbedingtes "Muss" ist, reicht ein Lehrlingslohn hinten und vorne nicht... Vielleicht mal überlegen, was gebraucht wird und was "nice-to-have" ist.

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  • wesi am 01.09.2011 12:43 Report Diesen Beitrag melden

    Privatkonkurs

    Das Schlüsselwort steckt u.a. in der Kreditaufnahme, wo Junge durch Reklame der Banken für Kredite animiert werden indem z.B. steht "erfüllen Sie sich Ihren Traum mit schnellem Bargeld".Die Sache ist seitens der Banken aber nur halb durchdacht,indem schlichtweg vergessen wird,dass der Lehrling vielleicht eines Tages aus irgend einem Grund zahlungsunfähig werden könnte.Die meisten Kreditfallen sind die Leasingverträge oder Konsum-(Privat)-Kredite! Da fängt das Leben auf Pump schon an, wo sich dann die Spirale automatisch nach unten.

  • M. Meyer am 01.09.2011 12:20 Report Diesen Beitrag melden

    Hotel Mama

    Hotel Mama und Geldbörse Papa werden es schon richten. Wozu die Aufregung? Hey, man lebt nur einmal? Wozu sparen? Raus damit und Party, ey voll! Die Wirtschaft hat den Jungen eh nichts zu bieten, die Politik kümmert sich nicht um sie. Die Dekadenz des alten Roms lässt grüssen.