Wirtschaftscrash

21. Dezember 2011 22:57; Akt: 14.05.2013 14:37 Print

Viele Schweizer hamstern Notvorräte

von Simona Marty - Volle Schränke gegen den Kollaps: Immer mehr Schweizer versuchen, sich mit Notvorräten auf ein plötzliches Ende unserer Wohlstands-Gesellschaft vorzubereiten.

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(Bild: Fotolia)

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Der Zusammenbruch des Finanzsystems, zerstörerische Naturkatastrophen oder gar der totale Weltuntergang. Immer mehr Menschen sehen die Zukunft mit düsteren Augen und wollen sich gegen Krisenzeiten absichern: Sie füllen ihre Keller mit Wasserkanistern, Reissäcken und Konservendosen. «Ich habe Reis, Teigwaren, Essig und Öl gelagert. Die Vorräte sind im Keller blickdicht verstaut, so dass sich im Extremfall niemand anderes daran bereichern kann», sagt Sandro B.*. Mit den Vorräten könne er einen ganzen Monat überleben, falls zum Beispiel das Internet zusammenbricht und es zu Versorgungsengpässen kommt. «Es läuft vieles falsch auf der Welt. Der Euro bricht zusammen, Atomkraftwerke gehen kaputt. Der Vorrat gibt mir Sicherheit», so Sandro B. Auch sein Geld hat er deshalb schon längst von der Bank abgeholt. «Mein ganzes Geld liegt gut verschlossen in einem Schliessfach.»

Dem heutigen Geldsystem traut auch Urs Dahinden nicht mehr über den Weg. «Die Finanzkrise ist der Anfang vom Ende. Auch die Schweiz wird nicht verschont. Mein Geld habe ich in Silber- und Goldmünzen investiert. Die lösen sich nicht in Luft auf.»

Obwohl Urs und Sandro mit ihren Sorgen nicht alleine dastehen, werden sie laut eigenen Angaben oft als «paranoid» bezeichnet. «Viele Bekannte und Freunde können mich nicht verstehen. Ich fühle mich absolut in der Minderheit. Trotzdem aber ist mir mein Sicherheitsgefühl wichtiger.» Vielleicht sei es auch einfach so, dass die Menschen nicht gerne über dieses Thema reden. Tatsächlich bestätigt eine Studie der «CoopZeitung» und des Link Instituts aber, dass sich die Menschen in der Schweiz durchaus mit dem Thema beschäftigen. Demnach haben drei Viertel der Schweizerinnen und Schweizer zu Hause einen Notvorrat, der mindestens für ein paar Tage reicht. 12 Prozent der Befragten horten Lebensmittel, mit denen sie sich gar zwei Monate ernähren könnten.

Selbstversorgung als Neujahrsvorsatz

Der pensionierte Bauführer Max Stickel aus St.Gallen, der sich seit Jahren mit dem Thema Notvorrat beschäftigt, bestätigt das Interesse der Schweizer Bevölkerung. Er selbst hält gut besuchte Vorträge über Selbstversorgung: «Ich ermutige die Menschen, sich zu Hause auch einen Getreidevorrat anzulegen, um sich in Zeiten der Not selbst versorgen zu können.»

Sich in Krisenzeiten selbst versorgen zu können – das hat sich auch Marc S.* aus Zürich zum Vorsatz genommen. : «Ich habe eine Jahresration speziell verpackten Samen gekauft, um nach einem Zusammenbruch der Zivilisation im Garten Gemüse anpflanzen zu können.»

*Name geändert

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mario Fratton am 23.12.2011 09:59 Report Diesen Beitrag melden

    Wirtschaftliche Landesversorgung

    Das "Bundesamt für Wirtschaftliche Landesversorgung BWL" hat Lebensmittelvoräte für die Schweizer Bevölkerung für über 1 halbes Jahr. Sie empfiehlt uns, für ein paar Tage bis 1 Woche Notvoräte zu halten. (

  • CB am 22.12.2011 06:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Totaler Zusammenbruch

    Zu Tode gefürchtet ist auch gestorben.

  • Philippe Latscha am 22.12.2011 08:09 Report Diesen Beitrag melden

    Cineastisch

    Das Ganze kommt mit wie ein Hollywood Film der Marke Weltuntergang vor. Dann lassen wir sie mal spielen, die Buben.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Hans Meier am 23.12.2011 14:20 Report Diesen Beitrag melden

    Notvorrat24.ch

    Hier gibts Notvorrat Online zum kaufen - Langzeitlebensmittel lassen sich bis zu 15 Jahre lagern, kaufen, lagern und bei Bedarf im Keller holen... so einfach geht das

  • Mario Fratton am 23.12.2011 09:59 Report Diesen Beitrag melden

    Wirtschaftliche Landesversorgung

    Das "Bundesamt für Wirtschaftliche Landesversorgung BWL" hat Lebensmittelvoräte für die Schweizer Bevölkerung für über 1 halbes Jahr. Sie empfiehlt uns, für ein paar Tage bis 1 Woche Notvoräte zu halten. (

  • grosspapa51 am 23.12.2011 07:44 Report Diesen Beitrag melden

    An Frau Marty & Marc S.

    Ich bitte Frau Simona Marty oder "Marc S." uns Details über die Samen zu verraten. WO GEKAUFT, WIE VERPACKT, WAS GEKAUFT.

  • romaro am 22.12.2011 15:41 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn es mal soweit ist, dann....

    ...werde ich mir Vorräte bei denen holen, die uns all diese Jahre geschröpft und abgezockt haben! Das ist nur gerechter Ausgleich!

  • Dominik Müller am 22.12.2011 13:41 Report Diesen Beitrag melden

    Verkricht euch nicht, sonder Ärmel hoch!

    Warum immer die Panikmacherei... Wenn die meisten Leute so denken, wird dies bestimmt auch eintreffen! LEUTE, sieht POSITIV in die Zukunft. Klar wird es kein Zuckerschlecken, aber Verd...t nochmal, nehmt eure Hände aus dem Sack und Kämpft. Zuhause auf den Vorräten Sitzen bringt uns auch nicht viel weiter, im gegenteil, alles wird schlimmer!!