Facebook

01. April 2009 14:59; Akt: 01.04.2009 15:26 Print

Vom Chef gehasst

Facebook ist in den Büros auf dem Rückzug. Verwaltungen und Privatunternehmen verbieten den Angestellten zunehmend den Zugang zum Social Network. 20 Minuten Online macht sich auf die Suche nach Ausnahmen.

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Die Facebook-Zensur machen selbst von den Beamten nicht halt: Seit Mitte September ist die beliebte Webseite für Angestellte des Bundes gesperrt. Fertig mit Facebook in Zürich: Der Stadtrat hat per 26. August 2009 den städtischen Angestellten den Zugang zu Facebook & Co. gesperrt. Social Networks sind ab sofort für Mitarbeiter gesperrt. «Betrüger können die auf solchen Seiten hinterlegten Informationen leicht für Phishing-Attacken - zum Beispiel via E-Mail - nutzen», sagte ein UBS-Sprecher. Bei der Bank können Mitarbeiter im Büro keine sozialen Netzwerke nutzen. Aus Sicherheitsgründen ist Credit-Suisse-Mitarbeitern der Zugang zu Plattformen wie Facebook versperrt. Facebook ist für Mitarbeiter der Unternehmenszentrale gesperrt, da es laut einem Sprecher dem privaten Vergnügen dient. Der Zugang zu Xing und Linkedin ist möglich. Personalvermittler Adecco hat seinen Mitarbeitern jüngst den Zugang zu Social Networks wie Facebook und MySpace gesperrt. Aus Sicherheitsgründen ist der Zugang zu Plattformen wie Facebook für Mitarbeiter gesperrt. Die Mitarbeiter der SBB nutzten die Plattform offenbar zu oft. Nun ist sie gesperrt. Laut einem Sprecher sind für Swisscom-Mitarbeiter keine Seiten gesperrt. Das Unternehmen hat sogar eine eigene Gruppe bei Facebook. «Wir setzen auf die Eigenverantwortung der Mitarbeiter», sagt ein Sprecher. Sicherheitsbedenken habe man nicht. Es gebe auch keine Pläne, irgendwelche Portale zu sperren. Bei Lindt gilt das Vertrauensprinzip. Daher steht den Mitarbeitern der Zugang zu allen Webseiten offen. «Wir haben keine sozialen Netzwerke gesperrt, man soll sie aber nur während der Pausen nutzen», sagt eine Unternehmenssprecherin. Der Zugang zu Facebook ist frei. «Für uns ist ein unbehinderter Informationsfluss Voraussetzung für Kreativität und Innovation», sagt ein Novartis-Sprecher. Bei Roche sind nur Seiten gesperrt, die gegen Gesetze verstossen oder ein Sicherheitsrisiko darstellen. Soziale Netzwerke zählen laut einer Sprecherin nicht dazu. Den IBM-Mitarbeitern in der Schweiz stehen alle Social-Websites zur Verfügung. Jedoch wird auch hier auf Eigenverantwortung gesetzt.

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Vor etwa einer Woche hat die Thurgauer Kantonsregierung ihren Mitarbeitern den Facebook-Zugriff gesperrt. Laut Regierungsrat Bernhard Koch ist es die einzige Seite, die in der kantonalen Verwaltung bisher gesperrt wurde. «Ich bin erschrocken, als ich sah, wie oft und wie lange auf Facebook gesurft wurde. Auf keine andere Seite wurde so oft zugegriffen. Das können die Leute doch von zu Hause aus machen», sagt Koch.

Auch die Stadt Zürich scheint zu kippen: Die städtische Verwaltung will den Mitarbeitern den Zugriff auf Facebook sperren. Ein derartiger Antrag sei eingereicht worden und werde nächste Woche bearbeitet, erklärt ein Sprecher. Den Zugang zum Social Network bereits gesperrt haben kleinere Gemeinden wie Horgen, Städte wie St. Gallen, Chur oder die Kantone Solothurn und Freiburg. Zürich ist somit nur ein weiterer öffentlicher Arbeitsgeber, der den Mitarbeitern Facebook während der Arbeitszeit untersagt.

Verschiedene Gründe

Auch die Privatwirtschaft macht gegen Facebook mobil. Die Begründungen variieren jedoch: So haben einige Firmen Bedenken, dass die Mitarbeiter zu viel von sich preisgeben könnten. Andere wiederum nennen die IT-Sicherheit als Grund. Nur wenige Unternehmen sind ehrlich und verbieten den Zugang, weil ihre Mitarbeiter schlicht zuviel Zeit auf Facebook verbringen.

Der Personalvermittler Adecco hat seinen Mitarbeitern jüngst den Zugang zu Social Networks wie Facebook und MySpace gesperrt. «Business-Plattformen wie Xing können unsere Mitarbeiter weiter benutzen», erklärt Pressesprecher José M. San José. Auf Xing und Linkedin können insbesondere berufliche Kontakte geknüpft werden.

Noch setzen viele auf Eigenverantwortung

Viele Unternehmen wollen Facebook nicht sperren und setzen auf die Eigenverantwortung der Mitarbeiter. So steht das Social Network beispielsweise ABB-, Migros- und Swisscom-Angestellten weiterhin zur Verfügung. Letztere betreiben sogar eine eigene Facebook-Gruppe.

(sda/scc/zac)