Vegi-Mittwoch

16. Januar 2020 17:26; Akt: 16.01.2020 18:47 Print

WEF verbannt Fleisch aus dem Kongresszentrum

von S. Spaeth - Das WEF springt auf den Vegi-Trend auf: Am zweiten Tag des Anlasses wird den Gästen weder Fleisch noch Fisch serviert. Die Vegi-Produkte kommen auch von Nestlé.

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Am zweiten WEF-Tag wird den Gästen weder Fleisch noch Fisch serviert. Der fleischlose Tag am WEF heisst Future of Food Wednesday. Dabei wird es auch Produkte von Nestlé geben. Dies wurde im Rahmen eines Pre-Davos-Events mit Nestlé-CEO Mark Schneider bekannt. Zu den Vegi-Menüs fürs WEF von Nestlé gehören etwa Incredible Mince (fleischlose Bällchen mit Reis und Kapernsauce) oder Incredible Sausage (Vegi-Wurst mit Kartoffelstock und Zwiebelsauce). Nestlé hat am Anlass in Zürich aber auch seinen fleischlosen Burger präsentiert. Er wird Finger-Food-gerecht in zwei Hälften geschnitten. Es muss nicht immer Fleisch sein: Vegi-Teller am Nestlé-Anlass. Auch Burger mit Speck gab es am Nestlé-Anlass, natürlich ohne Fleisch. Die Fettstreifen im Burger sind rein pflanzlich. Vegi-Geschnetzeltes nach Zürcher Art von Nestlé. Zur Nestlé-Delegation am WEF gehört auch Verwaltungsratspräsident Paul Bulcke. Am Dienstag hat das WEF die Teilnehmer des diesjährigen Anlassses bekannt gegeben. US-Präsident Donald Trump kommt ebenso ans WEF wie US-Handelsminister Wilbur Ross. Auch US-Präsident Donald Trumps Tochter Ivanka Trump wird mit Ehemann Jared Kushner in Davos sein. Die Umweltaktivistin Greta Thunberg meldete sich auch fürs WEF an. Klaus Schwab freut sich aufs Wiedersehen, wie er sagt. Ausser Politikern sind auch zahlreiche Vertreter von internationalen Organisationen vertreten wie etwa Christine Lagarde, die Präsidentin der Europäischen Zentralbank. Finnlands Ministerpräsidentin kommt auch ans WEF. Mit 34 Jahren gehört sie zu den jüngsten Staatsschefs weltweit. Am WEF ist der Bundesrat vollzählig vertreten. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel kommt ebenfalls nach Davos. Dafür fehlen Frankreichs Emanuel Macron und der britische Premierminister Boris Johnson. EPA/PAVEL GOLOVKIN / POOL Der türkische Aussenminister Mevlüt Çavuolu ist am WEF dabei sowie auch Iraks Präsident Barham Salih und Afghanistans Präsident Ashraf Ghani. (Turkish Foreign Ministry via AP, Pool) Auch Prinz Charles reist zum ersten Mal seit fast 30 Jahren wieder ans WEF. (KEYSTONE/DPA/Hendrik Schmidt)

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Das WEF-Kongresszentrum in Davos wird zur fleischlosen Zone. Das gilt jedenfalls für den zweiten Tag des bevorstehenden Jahrestreffens in den Bündner Bergen. Am Mittwoch, 22. Januar, wird den Regierungschefs, CEOs und NGO-Vertretern aus aller Welt weder Fisch noch Fleisch serviert, wie an einem Nestlé-Anlass in Zürich bekannt wurde. Der fleischlose Tag am WEF heisst Future Food Wednesday, wie die Organisatoren auf Anfrage von 20 Minuten bestätigen.

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Weil die WEF-Organisatoren auf Zeitgeist setzen und das Wort Nachhaltigkeit schon im diesjährigen Motto (Stakeholders for a Cohesive and Sustainable World) vorkommt, müssen die 2800 Gäste zwischen ihren Panel-Diskussionen und den Meetings Verzicht üben. Die «Handelszeitung» schreibt darum in ihrer neusten Ausgabe bereits vom «Wegetarischen» Economic Forum. Die Organisatoren betonen, dass in den letzten Jahren bereits die Hälfte der servierten Essen vegetarisch gewesen seien.

Vegi-Geschnetzeltes Zürcher Art und pflanzliche Wurst

Im Rahmen eines Pre-Davos-Events mit Nestlé-Chef Mark Schneider präsentierte der Konzern die vegetarischen Steh-Lunch-Menüs, die den WEF-Gästen aufgetischt werden. Dabei sind etwa Incredible Mince (fleischlose Bällchen mit Reis und Kapernsauce), Incredible Sausage (Vegi-Wurst mit Kartoffelstock und Zwiebelsauce) oder Fillet Pieces (Vegi-Geschnetzeltes nach Zürcher Art). Der Nahrungsmittelmulti ist nicht offizieller Vegan-Food-Lieferant. «Wir steuern aber unsere Expertise bei pflanzenbasierter Nahrung bei», so ein Sprecher zu 20 Minuten.

Wie wichtig ist es für Nestlé, das WEF als Bühne zu nutzen? «Es ist gut, das Thema den Entscheidungsträgern näherzubringen», sagt Nestlé-CEO Mark Schneider zu 20 Minuten. Es sei aber auch klar, dass nicht der typische Supermarkt-Einkäufer nach Davos reise. Wichtig ist laut dem CEO, mit den pflanzenbasierten Ersatzprodukten aus der Veganer-Ecke rauszukommen. «Den Zusatzaufwand fürs WEF nehmen wir gern in Kauf, weil wir uns dem Thema verpflichtet fühlen», so Schneider.

«Der Burger ist die Killer-App»

Längerfristiges Ziel von Nestlé ist es, Produkte wie Vegi-Hackfleisch oder pflanzenbasierten Bratspeck Mainstream-fähig zu machen. Zentral in der Strategie ist laut Schneider der Burger. «Wer ihn beherrscht, erhöht die Glaubwürdigkeit bei anderen Ersatzprodukten. Übersetzt in die IT-Sprache heisse das: «Der Burger ist die Killer-App», so Schneider.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Gester am 16.01.2020 17:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gutes Beispiel für den witz Wef

    Vegi schön und gut aber von Nestlé? Wahrscheinlich die wenigst nachhaltige Lebensmittelfirma der Welt..

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  • Heidi Müller am 16.01.2020 17:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vegifleisch

    Super. Chemisch ist ja viel gesünder und verursacht keine schadstoffe.... Die menscheit ist lsngsam am verblöden!!

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  • Ruth am 16.01.2020 17:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Warum Vegi Wuerstchen ?

    Ich verstehe echt nicht warum man Wuerstchen - wenn auch Vegi serviert. Entweder man isst Vegi und man verzichtet auf Wuerstchen oder aber man isst Fleisch.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Swissly am 18.01.2020 18:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unsere Netten

    Für mich ist das Bevormundung der Gäste, wer schreibt uns wieder vor, wie wir zu leben haben, war das nicht schon mal?

  • Moja India am 18.01.2020 14:37 Report Diesen Beitrag melden

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    Stichwort: Warum essen Veganer 'nachgemachtes' Fleisch? Darren: "Warum willst Du Sachen essen, die nach Fleisch schmecken und so aussehen, wenn du Veganer bist? Warum isst Du nicht einfach Fleisch?" Karen: "Warum spielst Du am Computer Ballerspiele, wenn du genauso gut rausgehen und echte Leute abknallen könntest?" Darren: "Weil mich das zum Mörder machte." Karen: "Ta-dah!" (gefunden bei Tim Werner)

    • Dr. Otto am 18.01.2020 15:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Moja India

      Der Vergleich hinkt! Das eine kann man nicht mit dem anderen Vergleichen!

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  • Luigi Temporin am 18.01.2020 14:37 Report Diesen Beitrag melden

    Ignoranz bestimmt das Antwort

    Wer für die erste Antwort abgestimmt hat, ist ignorant und hat keine Ahnung was vegan tatsächlich bedeutet. So gesagt: "Gaumenlibido gesteuerten"

  • Moja India am 18.01.2020 14:28 Report Diesen Beitrag melden

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    Gabz genau Vegan und Gesund steht im Vordergrund aber auch die Umwelt und da kommt für uns kein Produkt von Nestlé in Frage, wir Boykottieren diese Firma !

  • Jens am 17.01.2020 22:45 Report Diesen Beitrag melden

    Der richtige Weg

    Nestle ist beileibe kein gutes Beispiel gewesen, aber auch sie entwickeln sich weiter. Vermutlich nur aus gewinnorientierten Gründen, aber das ist legitim. Je mehr Firmen sich damit auseinandersetzen, umso mehr Produkte kommen auf den Markt. Das macht es den Menschen einfacher sich entsprechend zu ernähren. Wir entscheiden durch unsere Käufe, was auf dem Markt ist. Kaufen wir es nicht, verschwindet es vom Markt. Es sind sich hier doch hoffentlich alle einig, dass es so auf dieser Welt nicht weitergehen kann. Wir können aber nicht immer die Schuld bei anderen suchen. Wo fangen wir an?