Politische Folgen

22. Januar 2011 14:30; Akt: 22.01.2011 14:30 Print

WTO-Chef warnt vor hohen Nahrungspreisen

Laut Pascal Lamy führten Exportbeschränkungen zu den steigenden Lebensmittelpreisen. Der WTO-Chef fürchtet, eine Lebensmittelkrise könnte politische Unruhen entfachen.

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Die steigenden Lebensmittelpreise belasten vor allem die Ärmsten: In Tunesien haben die Proteste gegen die hohen Preise gar einen Regierungsumsturz bewirkt. (Bild: Keystone)

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Für die dramatisch steigenden Lebensmittelpreise sind nach Einschätzung der Welthandelsorganisation (WTO) vor allem Exportbeschränkungen einiger Länder verantwortlich. Sie lösten an den Märkten Panik aus, erklärte WTO-Chef Pascal Lamy am Samstag auf einer Agrarministerkonferenz in Berlin.

So seien die zuletzt gestiegenen Getreidepreise in grossem Masse auf Ausfuhrlimits Russlands und der Ukraine zurückzuführen. Die beiden von Dürrekatastrophen heimgesuchten Länder wollten so die Versorgung ihrer eigenen Bevölkerung sichern.

Doch zu diesem Zweck sollten vielmehr weltweit deutlich mehr Nahrungsmittel produziert und soziale Sicherungssysteme ausgebaut werden, forderte Lamy.

Dem WTO-Generaldirektor warnte vor den verheerenden Folgen steigender Lebensmittelpreise: Sie heizten nicht nur die Inflation an, sondern entfachten auch politische Unruhen und stellten auch die Versorgung von Hungergebieten infrage. Zumindest Nahrungsmittelhilfen sollten deshalb von den Exportbeschränkungen ausgenommen werden, verlangte Lamy.

(sda)