Schlechtes Rating

21. Dezember 2011 14:19; Akt: 21.12.2011 14:38 Print

Warnschuss für Grossbritannien

Grossbritannien muss um seine Bestnote «Triple A» zittern. Die Ratingagentur Moody's erwägt, das Nicht-Euro-Land wegen der hohen Staatsverschuldung und der schwachen Wachstumsprognose herabzustufen.

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Der britische Premier James Cameron verteidigt am 14. Dezember seinen Eurokurs im Parlament und spricht sich gegen Neuverhandlung des EU-Vertrages aus. (Bild: AFP)

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Nach mehreren Ländern der Eurozone hat nun auch das Nicht-Euro-Land Grossbritannien einen deutlichen Warnschuss von den Ratingagenturen erhalten. Wegen der schwachen Wachstumsprognose und der hohen Staatsverschuldung sei es möglich, dass Grossbritannien seine Bestonote «Triple A» nicht halten könne, zitierte die «Financial Times» am Mittwoch aus dem Jahresbericht der Ratingagentur Moody's zu Grossbritannien.

Grossbritannien kämpft spätestens seit der Bankenkrise 2008 mit einer erheblichen Konjunkturproblematik. Das Haushaltsdefizit stieg zeitweise auf über zehn Prozent und wird im nächsten Jahr bei nach wie vor hohen 8,5 Prozent des Bruttoinlandproduktes erwartet.

Hohe Inflation

Die Inflation lag in diesem Jahr bei zeitweise mehr als fünf Prozent. Die Gesamtverschuldung wird im nächsten Jahr bei 81 Prozent der Wirtschaftsleistung erwartet.

Die Geldpolitik in Grossbritannien, dessen Regierung gute Beziehungen zu den Ratingagenturen nachgesagt werden, wird von der Bank of England gesteuert.

Die Eigenständigkeit der britischen Geldpolitik und damit die relative Unabhängigkeit von Entwicklungen im Euroraum war von den Finanzmärkten stets honoriert worden. Die Zinsen für britische Staatsanleihen liegen deshalb nur wenig über denen Deutschlands.

Der Ausblick für Grossbritannien wurde von Moody's nicht auf negativ reduziert. Eine Herabstufung könnte aber die Folge sein, wenn sich die konjunkturellen Vorzeichen nicht deutlich ändern und die Sparanstrengungen der Regierung nachlassen sollten, berichtete die Zeitung unter Berufung auf den Jahresbericht.

Schelte für Finanzbranche

Der britische Wirtschaftsminister Vince Cable machte unterdessen in einem Beitrag für den «Guardian» mit harschen Worten deutlich, dass die Wirtschaft des Landes umgebaut werden und die einseitige Ausrichtung auf Finanzdienstleistungen beendet werden müsse. Ähnlich hatte sich zuvor bereits Premierminister David Cameron geäussert.

Wenn die Londoner City als «Quelle systemischer Instabilität, unersättlicher Gier und Steuerhinterziehung im grossen Stil dargestellt» werde, dann sei dies nicht unzutreffend. Eine kleine Zahl von Schurken-Instituten und die Unterschicht der Finanzwelt sei dafür verantwortlich. Es müsse jetzt Wachstum generiert werden, in dem die Wirtschaft Grossbritanniens neu ausbalanciert werde.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • t.b. am 21.12.2011 16:00 Report Diesen Beitrag melden

    strafe muss sein

    weil england die eu-spielchen ablehnte, muss es nun bestraft werden. die rating-agenturen übernehmen diesen part. dann sollten etwa italien und frankreich schon längst massiv abgeratet sein. aber eben...

Die neusten Leser-Kommentare

  • t.b. am 21.12.2011 16:00 Report Diesen Beitrag melden

    strafe muss sein

    weil england die eu-spielchen ablehnte, muss es nun bestraft werden. die rating-agenturen übernehmen diesen part. dann sollten etwa italien und frankreich schon längst massiv abgeratet sein. aber eben...